Aldo Betschart  
 

Archiv 2013

Samstag, 26. Oktober 2013: Hör dich um und du wirst feststellen, dass die Wichtigkeit des Zuhörens sehr oft überbewertet wird.

Freitag, 25. Oktober 2013: Es sein lassen, um wieder davon besessen zu werden.

Donnerstag, 24. Oktober 2013: Einer Bekanntgabe muss in jedem Fall ein Kracher folgen, sonst wäre es nur eine Neuigkeit.

Mittwoch, 23. Oktober 2013: Die kleinen Kuchen, die wir früher assen, sie heissen heute 'Muffins'. - Ein Grund mehr, nicht wieder Kind sein zu wollen.

Dienstag, 22. Oktober 2013: Sich eine Frische zu erhalten dürfte schwerer sein als ein Vermögen zu machen.

Montag, 21. Oktober 2013: Von anderen Geduld zu erwarten, kann die eigene Geduld in Gefahr bringen.

Sonntag, 20. Oktober 2013: In den sauren Apfel zu beissen ist immer noch besser, als gar nichts zwischen die Zähne zu kriegen.

Samstag, 19. Oktober 2013: Den gut gemeinten Rat eines alten Mannes sollte man mit demselben dankbaren Gefühl annehmen, wie der Gaumen einen samtweichen Single Malt annimmt.

Freitag, 18. Oktober 2013: Ein altes Haus besitzt eine eigene Intelligenz. Es lässt das Leben Einzug halten, aber nicht nur einmal, sondern viele Male.

Donnerstag, 17. Oktober 2013: Was nicht getan werden muss, wird sehr oft trotzdem getan, einfach um den Rubel rollen zu lassen. Dass diese Rechnung auf Dauer nicht aufgeht, das wissen nur die Wenigsten, nämlich diejenigen, die in jedem Fall tun, was nötig ist.

Mittwoch, 16. Oktober 2013: Wenn das Karma brennt, löscht man es im Verlauf des weiteren Lebens.

Dienstag, 15. Oktober 2013: Eine Reihe von Fehlschlägen sollte gelegentlich von einem nutzbringenden Desaster gekrönt werden.

Montag, 14. Oktober 2013: Ist die Erfindung des Rades eigentlich je patentiert worden?

Sonntag, 13. Oktober 2013: Etwas Grossartiges zu schaffen, das kann auch heissen, eine Menge Ärger anzuzetteln.

Samstag, 12. Oktober 2013: Hat ein Mensch erst einmal alle Freiheiten, tut er automatisch alles, um den letzten Überblick zu verlieren.

Freitag, 11. Oktober 2013: Sturmfrei - das heisst, sich mit den eigenen Waffen zu schlagen.

Donnerstag, 10. Oktober 2013: Heimkehrende sind zu behandeln wie ein rohes Ei, weiss man doch nie so ganz, ob die Heimat noch immer mit der Ferne konkurrieren kann.

Mittwoch, 9. Oktober 2013: Jugendliche brauchen eine Infrastruktur, die sie nutzen können, und nicht jemand, der ihnen sagt, was sie zu tun haben.

Dienstag, 8. Oktober 2013: Die Zootiere dürfen zumindest auf das Verständnis eines einzelnen Erwachsenen hoffen, falls sie die Schulferien der kleinen Besucher nicht als tierisches Glück betrachten sollten.

Montag, 7. Oktober 2013: Aus heutiger Sicht ist man dann in der Wildnis angekommen, wenn nicht länger die Gefahr besteht, im Umkreis von 3 bis 5 Kilometern von einem Kiosk überrascht zu werden.

Sonntag, 6. Oktober 2013: Wenn man merkt, dass es einen kalt lässt, wenn andere nach Paris fahren, dann war man entweder noch nie dort oder es geht einem allzu gut.

Samstag, 5. Oktober 2013: Leicht verdientes Geld ist wie ein entfernter Bekannter, der zwar hilft, jedoch nie zu einem spricht.

Freitag, 4. Oktober 2013: Wo wir jetzt sein könnten, dort wäre es auch nicht besser, davon sollte man gänzlich überzeugt sein.

Donnerstag, 3. Oktober 2013: Manchmal tut der Körper, was er kann, damit sein Besitzer etwas nicht zu tun braucht.

Mittwoch, 2. Oktober 2013: Nicht erst seit gestern gilt: Je kleiner die Zuschauer, desto origineller der Spielfilm.

Dienstag, 1. Oktober 2013: Wo das Geld fehlt, mangelt es an Ideen nicht.

Montag, 30. September 2013: Ein steifer Biswind im Ohr und der Nebel im Walde.

Sonntag, 29. September 2013: Der schale Nachgeschmack .... Wer kennt ihn nicht?

Samstag, 28. September 2013: Strafe muss sein, aber Busse tun will gelernt sein.

Freitag, 27. September 2013: Das traute Miteinander schliesst ein unterschwelliges Gegeneinander nicht automatisch aus.

Donnerstag, 26. September 2013: Das Pferd im abgestellten Anhänger gab unzufriedene Laute von sich, als ein Unbekannter daran vorbeiging. Jener dachte seinerseits: "Da ist ja ein Pferd drin! Kaum zu glauben, dass das Tier in der kleinen Nussschale nicht völlig verrückt wird."

Mittwoch, 25. September 2013: Der Kauf teurer, abgewetzter oder sogar zerrissener Marken-Jeans in exklusiven Boutiquen, Lederjacken tragen, die ein Vermögen kosten, die aber abgetragen aussehen sollen ... Welch ein aussichtsloser Versuch gut betuchter Leute, mit Hilfe ihres vielen Geldes an die Authentizität des einfachen Lebemenschen heranzureichen!

Dienstag, 24. September 2013: Der Alltag ist ein kleinerer oder grösserer Kerker, dessen Inneneinrichtung jedem selbst überlassen ist.

Montag, 23. September 2013: Darauf vertrauend, dass das stete Sich-bemühen wenigstens im Nachhinein angemessen gewürdigt werden könnte, übt man diese härteste aller Disziplinen weiterhin geduldig aus.

Sonntag, 22. September 2013: Gutes deutsches Bier, ein illuminiertes Bergpanorama oberhalb eines schwer wirkenden Sees, französiche Chansons in zauberhafter Atmosphäre, mit dabei Freunde, mit denen man einen gefühlten Zentner delikatester Miesmuscheln verzehrt und die einem zeigen, dass dieses Leben so übel nicht ist.

Samstag, 21. September 2013: Nichts regt den Denkapparat mehr an, als äusserst schlechte Nachrichten.

Freitag, 20. September 2013: Bei tiefliegendem Nebel wird so mancher Mensch zum emotionalen Kriechtier.

Donnerstag, 19. September 2013: Manche Rauschmittel geben einem die Art von Selbstvertrauen, welche man in nüchternem Zustand sofort zu seinem ärgsten Feind erklärt.

Mittwoch, 18. September 2013: Mit Beharrlichkeit ist uns der Streit sicher.

Dienstag, 17. September 2013: Aus einem bestimmten Ansichtspunkt betrachtet, könnte man das Allermeiste besser machen - ohne Gewähr, den Erfolg damit zu steigern.

Montag, 16. September 2013: Das Ende der Welt, wie wir sie kennen, wird ohne Zweifel wegen mangelnder Kommunikation herbeigeführt werden - das ist die sicherste Variante.

Sonntag, 15. September 2013: Ein Sonntag allein gestaltet sich selten gemütlich.

Samstag, 14. September 2013: Von der Wiege bis zum Grab häufen wir Besitztümer an, unter denen es einzelne Stücke geben kann, die ganz zu unserem Verdruss auch die Nachwelt erfreuen.

Freitag, 13. September 2013: Die Feststellung, weder beim Coop noch bei der Migros noch beim Globus einzukaufen, sondern im Caritas-Laden, machte er beim Anblick der Kassenfrauen, die die loseren Bestimmungen anhand ihrer auffallenden Schminken zu geniessen schienen.

Donnerstag, 12. September 2013: Zu wissen, wann etwas fertig ist, ob es gut ist oder nicht.

Mittwoch, 11. September 2013: Bevor der Patient nicht mindestens tot ist, nennt ein Arzt dessen schlechten Zustand lediglich ´mittelschwer´.

Dienstag, 10. September 2013: Singen wird zum Wehklagen, wenn es keinen Spass macht.

Montag, 9. September 2013: Knaben schiessen ... Männer erschiessen.

Sonntag, 8. September 2013: Heute hat´s nicht stattgefunden.

Samstag, 7. September 2013: Steeldrums - eine Sache, die nicht in diese Welt gehören dürfte, da sie eindeutig aus der Hölle stammt.

Freitag, 6. September 2013: Wir treiben es mit der modernen Technologie munter weiter und sind kaum noch fähig, dem unmittelbaren Geschehen um uns herum erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Uns so was nennt sich Fortschritt.

Donnerstag, 5. September 2013: Die ganze Globalisierung ist ein faules Ei, solange nach wie vor möglich ist, was vor den Augen der Weltbevölkerung soeben in Syrien geschieht.

Mittwoch, 4. September 2013: ´Später´ ist ein Wort, welches sich die Alten nur selten leisten.

Dienstag, 3. September 2013: Eine grössere Gruppe Frauen auf Schnäppchenjagd zu beobachten, das setzt einen sicheren Fluchtweg voraus.

Montag, 2. September 2013: Erst aus einiger Höhe betrachtet, bekommt ´Das Übel, das sich Menschheit nennt´ mit der Ausbreitung seines Stahls und Betons ein richtiges Gesicht.

Sonntag, 1. September 2013: Solange die Angst nicht lähmt, kann sie hervorragende Ergebnisse erzeugen.

Samstag, 31. August 2013: Im neuen Wohlbefinden ist es äusserst schwierig, sich eines miserablen körperlichen Zustands zu erinnern, selbst wenn dieser Zustand, in dem man sich befunden hat, nur eine halbe Stunde zurückliegt.

Freitag, 30. August 2013: Gib jedem Tag die Chance, dein letzter zu werden.

Donnerstag, 29. August 2013: Zuerst wurde das Gemäuer der Komturei Tobel von Mönchen bewohnt, dann von Sträflingen und heute leben wieder Mönche darin. Man möchte so direkt nicht erfahren, was diese Wände alles gesehen und gehört haben.

Mittwoch, 28. August 2013: Entweder sind die Messungen, welche das wahre Ausmass der Luftverschmutzung in den grösseren Schweizer Städten angeben sollen, nichts wert oder aber die Durchsagen derjenigen, welche die Auswertungen an die Bevölkerung durchgeben.

Dienstag, 27. August 2013: Man darf den Namen einer Person vergessen haben, ihr Alter und ihre berufliche Tätigkeit, niemals aber woher man sich flüchtig kennt oder warum man sich wieder zu erinnern versucht.

Montag, 26. August 2013: Eine enorme Zahl von Mitläufern steht einer kleinen Gruppe "Gegen-den-Strom-Schwimmern" gegenüber, welche wiederum den Mitläufern nicht gegenüberstehen möchte.

Sonntag, 25. August 2013: Entweder man trägt die Last oder man erträgt sie.

Samstag, 24. August 2013: Betrachtet man einen Menschen, den man etwas zu kennen glaubt und der sich seit jeher im eigenen Leid suhlt, einmal ganz genau, kommt der Grund für sein Leid vielleicht am frühen nächsten Morgen ans Tageslicht.

Freitag, 23. August 2013: Kaum zu glauben, dass das Turnen einem Erwachsenen, als man noch Kind war, jemals Spass gemacht hat.

Donnerstag, 22. August 2013: Dass das Gehirn ein Muskel ist, der regelmässig trainiert werden will, merkt man erst wieder, wenn Handgriffe, die einem vertraut waren, nicht länger einer strikten Abfolge gehorchen.

Mittwoch, 21. August 2013: Dem kalten Wasser überlassen, behält man den Kopf ganz von selbst oben.

Dienstag, 20. August 2013: Schüchternheit ist ein grausames Erbe.

Montag, 19. August 2013: Einstieg in den Kindergarten: Ein grosser Schritt für Kinderfüsse.

Sonntag, 18. August 2013: Die Pünktlichkeit der arbeitenden Menge macht aus der Unpünktlichkeit des Einzelnen ein Kavaliersdelikt.

Freitag, 16. August 2013: Wir vergassen einstweilen das Abendessen, bis wir überhaupt keine andere Möglichkeit mehr sahen, als uns mit dem Erwerb eines Kebabs abzufinden.

Donnerstag, 15. August 2013: Merkwürdig, unvorbereitet ein Hotelzimmer zu betreten - in der Meinung, es sei sauber -, in dem die Spuren des letzten Gastes deutlich sichtbar sind, so als wohnte er immer noch darin.

Mittwoch, 14. August 2013: Menschen mit einem grossen Mundwerk mögen es im Leben leichter haben; dafür sind ihre Mitmenschen auch weniger traurig, wenn sie irgendwann für immer schweigen.

Dienstag, 13. August 2013: Es braucht die einzelnen Menschen, die sich gegen gesetzliche Normen zur Wehr setzen. Nichts wäre schlimmer, als alle Bestimmungen des Staates unangefochten hinzunehmen.

Montag, 12. August 2013: 'Willkommen!' liest sich immer gut.

Sonntag, 11. August 2013: Etwas Wunderbares an grossen Städten ist die Möglichkeit, sich für immer von jemand Unliebsamem zu verabschieden, wo man nichts weiter zu tun braucht, als künftig dessen Territorium zu meiden.

Samstag, 10. August 2013: Im weitläufigen Berlin beginnt der neugierige Tourist zwangsläufig grössere Schritte zu machen, damit er nicht nur ein Viertel von all dem sieht, was eigentlich ein Zehntel der Stadt ausmacht.

Freitag, 9. August 2013: Hitlers letzter Schreibtisch war gross bemessen. Ähnlich ist es Napoleon dem I. ergangen, dessen Dreispitz ihm augenscheinlich einige Nummern zu gross gewesen sein muss.

Donnerstag, 8. August 2013: Es gibt Leute, die im Falle eines Falles lieber beim Fahren sterben, als in den Lüften die schlechteste aller Nachrichten zu empfangen.

Mittwoch, 7. August 2013: Der Gast ist König. Bleibt er aber zu lange, wird er zum König der Hinausgeschmissenen.

Dienstag, 6. August 2013: Jauchzen, wenn der Berg ruft.

Montag, 5. August 2013: Mit Worten findet man Beachtung, selbst wenn man sich mit Taten schwertut.

Sonntag, 4. August 2013: Menschliche Löwen sind keine Angeber; sie scheinen es nicht einmal zu merken, sollten sie angeben.

Samstag, 3. August 2013: "Die Stadt zieren unzählige, sauber angelegte Schützengräben, die, angesichts des fehlenden Krieges im Land, einzig dem ästhetischen Aspekt dienen können ..."

Freitag, 2. August 2013: Tontechnik ist eine Wissenschaft, die nur Musikern vorbehalten sein sollte. Alle anderen denken, der gute Klang kommt von selbst, solange nur die Soundanlage genug kostet.

Donnerstag, 1. August 2013: Leute, die einen auf der Strasse ansprechen, um Gott 'näherzubringen', möchten indirekt Respekt lehren, zeigen aber selbst keinen. Sie reden auch dann weiter, wenn man ausdrücklich nichts davon hören will.

Mittwoch, 31. Juli 2013: '20 Minuten' und 'Blick am Abend': Endlich doch noch gut genug - um sich damit Luft zuzufächern.

Dienstag, 30. Juli 2013: Kälte macht die Gräben zu.

Montag, 29. Juli 2013: Die moderne Zivilisation plagen immer neue Sorgen. Ist es längere Zeit heiss, schreit die Menge nach dem ultimativen Deo - Ein sicheres Zeichen dafür, dass die Gesellschaft ernsteren Problemen mit dem nötigen Sachverstand gegenübersteht.

Sonntag, 28. Juli 2013: Viele bunte Gummiboote lagen träge in der langsam dahin fliessenden Limmat - womöglich waren es hunderte -, und im grellen Licht der Sonne lagen Leute darin, die am ehesten nassen Lappen ähnelten und ganz offensichtlich keine Steuermänner waren.

Samstag, 27. Juli 2013: Wir überleben, solange das Bier kalt und das Blut warm fliesst.

Freitag, 26. Juli 2013: 'Siesta' ist weitaus mehr als nur ein hübsches spanisches Wort - schade nur, dass die meisten Schweizer es sich selbst jetzt, wo es heiss ist, nicht leisten können oder nicht leisten wollen.

Donnerstag, 25. Juli 2013: Den Rheinfall mal wieder aus der Ferne zu sichten, das war eine erfreuliche Sache, wenn auch nicht ganz so erfreulich wie das Essen der Eiscreme, für die wir an ihm vorbei fuhren.

Mittwoch, 24. Juli 2013: "Sollte einmal nichts das Bild stören, dann wecken Sie mich auf!"

Dienstag, 23. Juli 2013: Von den 10 Dingen, die man lieber nicht sein möchte, kommt bei jedem, der Vernunft besitzt, Der Thronfolger an oberster Stelle.

Montag, 22. Juli 2013: Wieder ein Infekt, der Gefühle weckt.

Sonntag, 21. Juli 2013: Der Zauber eines fast menschenleeren Bistros, wo man den Ventilator brummen und die Fliegen summen hört, wird erst durch all die abwesenden Sonnenanbeter zum Hochgenuss.

Samstag, 20. Juli 2013: Ab 40 Grad Celsius Körperwärme hört man irgendwann auf zu zählen und hängt sich stattdessen an die vage Hoffnung, dass selbst diese Sommergrippe nur dazu gut sein kann, das Abwehrsystem noch mehr zu schärfen.

Freitag, 19. Juli 2013: Sonnenbrillen so weit das Auge reicht und damit schielende Blicke, die für uns und für die anderen zum Glück nicht sichtbar sind.

Donnerstag, 18. Juli 2013: Anhaltende gute Laune ist nervtötend für jemanden, der gerade einen schlechten Tag hat und unvorbereitet auf die gute Laune trifft.

Mittwoch, 17. Juli 2013: Locker zu bleiben, wenn man vor lauter Ärger in die Luft gehen könnte - so was schafft nur ein Homöopath oder allenfalls ein Mönch, und Letzterer hat verdammt noch mal keine Kinder.

Dienstag, 16. Juli 2013: Vielleicht sind wir auch nur hier, um einander mit einer besseren oder schlechteren Darbietung zu unterhalten.

Montag, 15. Juli 2013: Der gebratene, duftende Seehecht lag tranchiert auf dem Teller, bevor wir ihm ohne glänzende Manieren, jedoch mit Messer und Gabel bewaffnet, zuleibe rückten. Denn gut essen ist wichtiger, als sich in stupiden Anstandsregeln zu üben.

Sonntag, 14. Juli 2013: Bemerkenswert, wie man von wildfremden Leuten angelacht und angesprochen wird, die einen normalerweise nicht beachten würden, kaum dass man ein kleines, fröhliches Kind bei sich hat, welches offensichtlich die Fähigkeit besitzt, Masken abzustreifen und Verbindung herzustellen.

Samstag, 13. Juli 2013: Noch einmal applaudiert das Publikum, fordert die Rückkehr der Schauspieler vor den Vorhang, die sich bald darauf erneut zeigen und sich ein letztes Mal dankend verneigen. Wir anderen warten hinter den Kulissen, bereit für den letzten Bühnenabbau, diesmal allerdings nicht bei 30 Grad Celsius und flammendem Sonnenschein, wie es tagsüber beim Aufbau der Fall war ... Also dann, Dracula, erholsame Ferien!

Freitag, 12. Juli 2013: Eine Kränkung lässt sich nie ganz aus der Welt schaffen, egal wie sehr die Person sich für eine Wiedergutmachung bemüht, welche für die Kränkung verantwortlich zeichnet. Hass und Abneigung kommen und gehen - die Kränkung aber kommt über uns, um für immer zu bleiben.

Donnerstag, 11. Juli 2013: Kürzlich habe ich gelesen, dass am Uetliberg ein erfahrener Alpinist zu Tode gestürzt ist - passiert vor vielen, vielen Jahren -, und daher bin ich jetzt bereit, dem 'Berg' zumindest eine Gefährlichkeit zuzugestehen, die fast an einen richtigen Berg erinnert - obwohl der Uetliberg wirklich nur ein Hügel ist.

Mittwoch, 10. Juli 2013: Eine Fahrt mit dem Raddampfer ist Balsam für den inneren Rhythmus, der leider allzu oft der Hast des Alltags folgt.

Dienstag, 9. Juli 2013: Was die Leistung unserer Füsse wahrhaftig wert ist, das weiss man immer erst, wenn man sich hinsetzen muss und innert kürzester Frist nicht wieder richtig auftreten kann.

Montag, 8. Juli 2013: Altbewährtes wieder zur Hand nehmen und einmal mehr feststellen, dass echte Qualität keinem kurzlebigen Trend unterliegt - das sind Tage, für die zu leben sich lohnt.

Sonntag, 7. Juli 2013: Leider vergassen wir anzustossen auf die alten, kürzlich gefällten Platanen, die jahrzehntelang schützend ihr Blätterdach über den im Garten sitzenden Gästen ausgebreitet hatten, und die wegen des harten letzten Winters und der damit hervorgerufenen Schneelast richtiggehend auseinanderbrachen. Aber wir hatten nun mal selber genug zu tun, um ihre Abwesenheit nicht mit jedem neuen Satz neu betrauern zu müssen.

Samstag, 6. Juli 2013: Züri Fäscht: Distanz macht Freude.

Freitag, 5. Juli 2013: Während des Abendessens kam ein Anruf herein und wir machten den schweren Fehler, ihn zu beantworten. Es war ein 'Pizzakurier' mit ausländischem Akzent, der sprach und behauptete, unsere Nummer hätte zwei Pizzen bestellt. Nachdem wir ihn allmählich überzeugt hatten, keine seiner Pizzen bestellt zu haben, bot er uns drei Pizzen zum Preis für zwei an!, womit er praktisch zugab, ein Lügner und Betrüger zu sein. - Von Kriminellen, die nicht mehr Hirn haben, sollte man sich nichts auftischen lassen.

Donnerstag, 4. Juli 2013: Wandern mit dem Bundesrat, allen voran mit Murer - wo eine Sense zu benutzen "nicht geplant", sondern ein spontaner Akt der Tatkraft war.

Mittwoch, 3. Juli 2013: Dank einem Mann wie E. Snowden zeigen die Amerikaner mal wieder, was sie alles drauf haben - oder was sie nicht drauf haben.

Dienstag, 2. Juli 2013: Im Zoo findet man bisweilen wunderliche Leute, die hinter der Glasscheibe hervorragend aufgehoben wären.

Montag, 1. Juli 2013: Ein Kind, das sich freiwillig dazu entschliesst, den Gang in den Schulalltag munter in Angriff zu nehmen, hat den Lügen seiner Eltern nichts hinzuzufügen.

Sonntag, 30. Juni 2013: Es macht wenig Sinn, sich Geburtstage und Jahrestage all seiner Bekannten merken zu wollen. Irgendwer ist immer beleidigt.

Samstag, 29. Juni 2013: Wenn der erste Eindruck auch nicht täuscht, muss er doch noch lange nicht die befürchteten Folgen zeitigen, die wir uns in mehr oder weniger farbigen Bildern sogleich ausgemalt haben.

Freitag, 28. Juni 2013: So manch reizendes mittelalterliches Dorfbild wird ausgerechnet von Denjenigen erhalten, welche man in früheren Zeiten mit Flüchen aus dem Dorf zu jagen pflegte - nämlich von Leuten, die aus der Ferne kamen. Aber Geld vermag eben jedem noch so gefährlichen Zahn die Gefährlichkeit zu nehmen, wenn anstatt langweiligen Gemüses saftiges Fleisch den Teller ziert.

Donnerstag, 27. Juni 2013: Man braucht nicht viel, um glücklich zu sein, und nur wenig, um das Gegenteil zu erreichen.

Mittwoch, 26. Juni 2013: Jener Pianist, der mithilft, sein schweres Instrument von der Stelle zu bewegen, ist nicht nur ein grobfahrlässiger Musiker, sondern ein rares Exemplar eines Künstlers, der den Stolz seiner Zunft vergessen hat und der Selbstzerstörung mit 'unnötigen' Mitteln Vorschub leistet.

Dienstag, 25. Juni 2013: Zwei Bahnhöfe auf eine Gemeinde, das verleiht dem einen Kiosk besonderen Glanz.

Montag, 24. Juni 2013: Musik hat mit gutem Geschmack nichts gemeinsam, wo hingegen der gute Geschmack in Sachen Musik unbedingt vonnöten ist.

Sonntag, 23. Juni 2013: Nichts geht über den Zauber des Vollmondes, wenn er dahinjagenden Wolkenformationen mit seinem Schein Leben einhaucht und die umliegende Landschaft auf Erden erhellt, wo hunderte von Generationen begeisterte Zeugen seiner Dauerhaftigkeit gewesen sind.

Samstag, 22. Juni 2013: Eintauchen in die Welt von gestern und unzweifelhaft feststellen, dass sie nicht besser oder schlechter war, sondern einfach nur anders.

Freitag, 21. Juni 2013: Vulgäres Gerede ist dem Heranwachsenden ein Bedürfnis - erst in späteren Jahren wird es zur Notwendigkeit.

Donnerstag, 20. Juni 2013: Das filmreife am Schwindel ist sein Mienenspiel.

Mittwoch, 19. Juni 2013: Das Leben mag keine Drückeberger.

Dienstag, 18. Juni 2013: Positiver Idealismus wird auf dem Sterbebett belohnt.

Montag, 17. Juni 2013: Langsam geht es voran, doch bleibt was für die Ewigkeit.

Sonntag, 16. Juni 2013: Scheint draussen heiss die Sonne, ist es drinnen im Pub am schönsten.

Samstag, 15. Juni 2013: Heirate nicht dort, wo gearbeitet wird.

Freitag, 14. Juni 2013: Für einen Herzinfarkt ist es nie zu spät; und wenn es ihm in den Kram passt, dann kommt er schon mal früher.

Donnerstag, 13. Juni 2013: Wer nach eigenen Worten 'nicht fähig' ist, bei heissem Wetter Guinness zu trinken, der hat den Sinn eines durstlöschenden Getränks noch nicht erkannt.

Mittwoch, 12. Juni 2013: Den Menschen fehlt es heutzutage oft an Lockerheit. Diesem Fakt haben wir die beruhigenden Worte "voll easy!" oder "nur kein Stress!" zu verdanken, welche die Opposition treffsicher an jedes 'Nervenbündel' austeilt.

Dienstag, 11. Juni 2013: Manche Studenten wissen unheimlich gut über alles Bescheid. Kein Thema, das ihnen nicht im Mund zergeht und eine treffsichere Bemerkung wert wäre. Und dann haben sie ja auch alle Zeit der Welt, die sie für ihre Besserwisser-Recherchen brauchen.

Montag, 10. Juni 2013: 'Aufhalsen' ist ein gutes Wort, wenn man es nicht praktisch zur Anwendung bringt - was zu unterlassen von Zeit zu Zeit praktisch unmöglich ist.

Sonntag, 9. Juni 2013: Der Nachteil bei jedem Bergrestaurant - und liegt es auch nur 100 Meter höher als das Tal - ist der, dass das Bier und alles Übrige, was man dort oben kredenzt, wegen des Aufstiegs zum Berg vom Inhaber geadelt wird.

Samstag, 8. Juni 2013: Wie man diese Kinder beneidet, die ungeniert ihre gefüllten Wasserballons auf die Erwachsenen loslassen!

Freitag, 7. Juni 2013: Krumme Beine in kurzen Hosen, aber ein betont maskulines Auftreten mit einem losen Mundwerk infolge einer ausgeprägten Selbstverliebtheit ... Würde man solche Typen mögen, wären sie fast schon bewunderungswürdig.

Donnerstag, 6. Juni 2013: Die Zeit, unser schlimmster Gegner, wird erst im Alter, wenn wir genug vom Leben haben, ein gnadenvoller Freund.

Mittwoch, 5. Juni 2013: Die Lebensgeschichte eines aufgeschlossenen Alten zu hören, ist eine Bereicherung, ganz egal, wie tragisch sie sein mag.

Dienstag, 4. Juni 2013: Den Graffitikünstler, der nicht in der Dunkelheit sprayt, den möchte ich mal sehen.

Montag, 3. Juni 2013: Ein Roman ist fertig, wenn sein Verfasser entweder beschwingt und überglücklich ist oder am Ende seiner Kräfte.

Sonntag, 2. Juni 2013: Aufopferung ist nur etwas für Masochisten. Alle anderen sollten nicht mehr und nicht weniger tun, als nötig ist.

Samstag, 1. Juni 2013: "Wer möchte noch nach Istanbul ...?"

Freitag, 31. Mai 2013: Der Sarg: Urbild lang anhaltender Ruhe und Gemütlichkeit.

Donnerstag, 30. Mai 2013: Entgleisungen sind notwendig und dazu da, um den richtigen Kurs wiederzufinden.

Mittwoch, 29. Mai 2013: Mit der Aneinanderreihung von Zeichen und Buchstaben hat die Weltgeschichte erstmals ein Gesicht bekommen, das die Sicht des Zeitzeugen zeigt; dieser wird fortbestehen, solange Bücher gedruckt und gelesen werden.

Dienstag, 28. Mai 2013: Menschen, die 'übergeschnappt' sind, gibt es überall. Sie werden meistens dafür belohnt und gut bezahlt.

Montag, 27. Mai 2013: Überwindung schenkt neue Perspektiven.

Sonntag, 26. Mai 2013: Der einfache Weg mag einfacher sein, aber irgendwann später könnte es passieren, dass man sich wünscht, man hätte nicht an Kraft und Aufwand gespart.

Samstag, 25. Mai 2013: Finanzielle Unterstützung ist gut und schön. Der Stolz, den man empfindet, weil man alles selbst bezahlt hat, ist aber wesentlich besser.

Freitag, 24. Mai 2013: Dereinst wird man sagen: "Die Zahnmedizin hat es möglich gemacht, einem Haufen Affen den Respekt vor der Karies zu nehmen. Das Ergebnis war Überalterung und ganze Berge von künstlichen Gebissen."

Donnerstag, 23. Mai 2013: Ein 'Dilettant', der von der Praxis lebt und dadurch an Erfahrung gewinnt, wird dem gelehrten Theoretiker die Zusammenhänge mit wenig beschönigenden Worten erklären, um ihm nebenbei aufzuzeigen, wie weit her es mit den Theorien tatsächlich ist.

Mittwoch, 22. Mai 2013: Führende Politiker sind - ob sie wollen oder nicht - prädestinierte Trinker. Wo auch immer wichtige Entscheidungen gefällt werden, wartet allerbeste Qualität, mit der diese Entscheidungen besiegelt werden müssen.

Dienstag, 21. Mai 2013: An ein Stahlseil gehängt, kann der vielfach vergrösserte, unechte Sommervogel seine wunderbare fehlende Grazie nur mangelhaft zur Schau stellen.

Montag, 20. Mai 2013: Revoluzzer sind Typen, die mal eben von der gängigen Norm abweichen, in gesetzteren Jahren dann aber vor der Gesellschaft gut dastehen wollen.

Sonntag, 19. Mai 2013: Gesunde Arroganz setzt mindestens eine besondere Fähigkeit voraus; es gibt aber immer Leute, die eine solche Fähigkeit gar nicht extra benötigen.

Samstag, 18. Mai 2013: Merkwürdige Leute, die gehässig behaupten, ihr Hund sei wichtiger als Jemandes Kind, sollten sich zur Entspannung ein paar Wochen Urlaub im hauseigenen Zwinger gönnen.

Freitag, 17. Mai 2013: Pollen, der mit Hilfe des Windes durch die Lüfte fliegt und sich in alle Himmelsrichtungen verteilt, hat es immer gegeben; der Mensch aber war dreist genug, auf der Bildfläche zu erscheinen und sich so zu geben, als wäre immer schon alles sein Eigentum gewesen, und also sagt er: "Dieser verdammte Pollen! Wenn es ihn doch nur nicht gäbe!"

Donnerstag, 16. Mai 2013: Der um sich greifende Erschöpfungszustand der Gesellschaft ist zu einem beträchtlichen Teil das Resultat des ständigen Medienbombardements, welches aufgeklärtere Menschen aus uns machen soll.

Mittwoch, 15. Mai 2013: Ein hartes Los trifft die Unglücklichen, welche anhand ihres Status doch eigentlich glücklich sein müssten.

Dienstag, 14. Mai 2013: Früher lebte die Henkersfamilie vor den Toren der Stadt - wofür ihre zahlreichen Nachkommen sich heute bitter rächen, indem sie ihre Axt auf dem Finanzamt schwingen.

Montag, 13. Mai 2013: Man begebe sich an einem nasskalten Montagmorgen in irgendeiner Stadt ins überfüllte Tram, suche sich ein sitzendes, düster dreinblickendes, menschliches Exemplar aus, und konfrontiere dieses - zuerst selbstvergessen seufzend und lächelnd - mit dem unmöglichen Ausspruch: "Was für ein wunderbarer Morgen, heute morgen!" - Wer das wagt, dürfte danach immer bequem einen Platz finden, denn diese doch sehr übertriebene Art von Zutraulichkeit dürfte ihre Wirkung auf Dauer niemals verfehlen.

Sonntag, 12. Mai 2013: Das Heil der Welt liegt darin, dass selten bis gar nie etwas nach unseren Wünschen verläuft.

Samstag, 11. Mai 2013: Belgien hat gleich mehrere erstklassige Mönche hervorgebracht, welche ihren Lebenszweck dem Allerheiligsten weihten; das kann anhand der Trappistenbiere nicht bezweifelt werden.

Freitag, 10. Mai 2013: Es war zu sehen, wie ihm das Blut in den Kopf schoss. - Zum Glück blieb er gänzlich unverletzt.

Donnerstag, 9. Mai 2013: Die engsten Bindungen werden mit einem Band geknüpft, das sehr elastisch ist.

Mittwoch, 8. Mai 2013: Wenn es sein muss, sei hart mit dir selbst, aber stets gut zu deinen Nächsten.

Dienstag, 7. Mai 2013: Nur eines scheint keiner Veränderung unterworfen - die Veränderung selbst.

Montag, 6. Mai 2013: Was überlegt die Kuh, welche vor deinen Augen Gräser reisst? Wahrscheinlich kaum, wie bald schon sie ins Gras beisst.

Sonntag, 5. Mai 2013: Sofern Schweizer Volksmusik so gespielt wird, wie sie gespielt werden sollte, nämlich mit barem Herz und wilder Seele, dann hat selbst die härteste Rockband vor dem Rocker Mühe, mehr Emotionen aus ihm herauszuholen.

Samstag, 4. Mai 2013: Dieses "wie man sich trifft" - unverhofft, ohne zuvor per Anruf oder SMS ein Zusammentreffen in die Wege geleitet zu haben; es ist eine aussterbende Art der Freude, die sich nur noch Nostalgiker und 'Oldtimer' gönnen.

Freitag, 3. Mai 2013: Jeff Hanneman von Slayer ist ... gestorben. - Mit seinem plötzlichen Tod lässt er viele Jugenderinnerungen wieder auferstehen, unzählige Stunden, während denen wir zu seinen Killer-Songs fast den Kopf verloren. - Er war ein grossartiger Musiker, und er wird uns sicherlich fehlen. Danke, Jeff Hanneman, wo auch immer du jetzt bist oder nicht bist!

Donnerstag, 2. Mai 2013: Der autonome Veranstaltungsort, wo nicht immer die Einnahmen im Vordergrund stehen, sondern ganz einfach der Spass an ganz bestimmten Veranstaltungen, sollte die 'hippen' Clubs und Bars vermehrt das Fürchten lehren.

Mittwoch, 1. Mai 2013: Am unteren Ende ihrer langen Beine hafteten goldfarbene Stöckelschuhe! Es war ein sagenhafter Anblick und reichlich befremdend, wie sie sich von ihrem Begleiter durch das Waldstück tragen liess, und alles, was mir am Ende durch den Kopf ging, war: "Wenn er sie trägt, hat er so was wahrscheinlich verdient."

Dienstag, 30. April 2013: Immer mal wieder gibt es ein Datum, welches man mit einem speziellen Erlebnis oder mit einer Person, die man kennt, verbindet. Diese Fähigkeit ist womöglich das, was uns am meisten vom Gorilla unterscheidet, dem jedwedes Datum vollkommen egal sein kann.

Montag, 29. April 2013: Wenn das Ohr nicht hören will, muss es fühlen.

Sonntag, 28. April 2013: Trompeten sterben langsam.

Samstag, 27. April 2013: Freundschaftliche Gefühle werden von Männern gerne und oft mit beleidigenden Worten überspielt; folgt aber eine regelrechte Aneinanderreihung von Kraftausdrücken, sollte man sich hüten.

Freitag, 26. April 2013: Man setze zwei Männer zusammen, die beide von geregelter Arbeit nicht viel halten, und schon sind sie die besten Freunde, die nichts zu trennen vermag, am allerwenigsten das Bier, das zwischen ihnen steht.

Donnerstag, 25. April 2013: Lachen am Arbeitsplatz soll erlaubt sein; Gelächter setzt dem Arbeitseifer allerdings Schranken.

Mittwoch, 24. April 2013: Gute Qualität ist in jeder Hinsicht besser - allein schon für die Nerven.

Dienstag, 23. April 2013: Zum Glück gibt es Institutionen, die den Minderbemittelten eine Stütze sind, und die sie nicht vergessen lassen, dass mehr Geld zu haben höchstens das Zweitschönste ist, was einem passieren kann.

Montag, 22. April 2013: Die Bombe im Jahr 2013: Man kann leider sagen, sie ist salonfähig geworden, ohne ihr dreckiges Schuhwerk dafür ablegen zu müssen.

Sonntag, 21. April 2013: Es ist nicht eigentlich Traurigkeit, was wir im meteorologischen Frühling beim Anblick fallenden Schnees verspüren, wenn er die erste Blütenpracht unbarmherzig bedeckt. Nein, es ist ganz einfach nur Schnee, der verdammt noch mal wieder gefallen ist, um die ersten Blüten zu bedecken.

Samstag, 20. April 2013: Im Unterschied zum SchneeMANN, der - ob er will oder nicht - einen unförmigen Unterleib sein Eigen nennen kann, wird bei der SchneeFRAU automatisch das Mundwerk grösser gemacht.

Freitag, 19. April 2013: Immer hört man, wie überbelegt unsere Gefängnisse seien, und wie gut es die Insassen dort hätten. Dass man Letztere ihre Strafe 'abtreten' lassen könnte, um in gross dimensionierten Dynamos Elektrizität zu erzeugen, welche möglichst ganze Städte mit umweltschonendem Strom versorgen würden - darauf ist noch kein Genie gekommen.

Donnerstag, 18. April 2013: Massangaben haben manchmal den lästigen Nebeneffekt, dass irgendjemand sie nicht befolgt.

Mittwoch, 17. April 2013: "Auf feuchten Händen vermehren sich Bakterien 1000 Mal schneller als auf trockenen Händen", weiss eine Studie zu berichten, welche so beachtlich ist, dass man sie im nächsten Moment bereits schon wieder vergessen hat.

Dienstag, 16. April 2013: Um eine Tonne Papierhandtücher herzustellen, benötigt man eine ganze Menge Badewannen, gefüllt mit Wasser. - Wohl aus diesem Grund werden Papierhandtücher fast ausschliesslich von Firmen und seltener von Privatpersonen hergestellt.

Montag, 15. April 2013: Der Umwelt zuliebe fährt der Aktivist seinen Achtzylinder im fünften Gang anstatt im dritten.

Sonntag, 14. April 2013: Singen oder einfach nur klingen?

Samstag, 13. April 2013: Wo gar nichts mehr geht, sind die Gefühle in Bewegung.

Freitag, 12. April 2013: Besser, man schafft das Menschenmögliche, dann aber so gekonnt, dass andere es unmöglich nachmachen.

Donnerstag, 11. April 2013: Bemüht, nicht die Sonne bei Regen zu wollen. Bemüht, nicht zwei durch eins zu teilen und betrübt festzustellen, wie schnell das Geschehene von Übermorgen in den Geschichtsbüchern steht - und schon bald ganz und gar vergeht.

Mittwoch, 10. April 2013: Die üble Nachrede, welche bei der Arbeit ganz allmählich von fast allen Anwesenden zelebriert wurde, galt einem Manne, der vor nicht allzu langer Zeit zu ihnen gehört hatte und so übel nicht gewesen war.

Dienstag, 9. April 2013: Man nimmt sich etwas vor und versagt dann kläglich bei der Umsetzung - noch immer weitaus besser, als sich etwas vorzumachen und zu glauben, auf der Gewinnerseite zu stehen.

Montag, 8. April 2013: Wie gratulieren, wenn dieser Jemand nicht mehr da ist?

Sonntag, 7. April 2013: Sei freigiebig - lächle zurück!

Samstag, 6. April 2013: Nach zweimaligem Blitzen auf ein und derselben Strecke könnte man meinen, dass nirgendwo sonst die Fotografie mehr gepflegt wird, als bei der Schweizer Verkehrspolizei.

Freitag, 5. April 2013: Seht ihr nicht die Zahnärzte lachen, dank dem übelriechenden Sirup, den die Jugend so eifrig kauft und überall trinkt, obwohl er die Zähne löchert und widerlich stinkt!

Donnerstag, 4. April 2013: Leide nicht mit, wenn der oder die andere leidet, denn nur halbes Leid ist geteiltes Leid.

Mittwoch, 3. April 2013: Das erste Jahr einer Ehe entscheidet nicht wenig über den Verlauf der Folgejahre; das möchte man sich gerne einbilden, wenn das erste Jahr ganz angenehm verlaufen ist.

Dienstag, 2. April 2013: Jeden April ist ein einfacher Mietbus mehr begehrt als Sophia Loren in den 1950er Jahren.

Montag, 1. April 2013: Wer im Wirtshaus vor seinem Bier einschläft, beweist sein Vertrauen gegenüber der Belegschaft, aber auch den unerschütterlichen Willen, dass der langsame, stete Tropfen den Stein schon höhlen wird.

Sonntag, 31. März 2013: Scharfes Essen ist immer für eine Überraschung gut.

Samstag, 30. März 2013: Das Wetter ist im Allgemeinen nicht ganz und gar miserabel, aber doch immerhin schlecht genug, um es als Gegenstand österlichen Wohlbefindens nicht ausführlich zu thematisieren.

Freitag, 29. März 2013: So mancher Katholik isst am Karfreitag genüsslich sein Steak unter dem Vorwand, es sei als Forelle deklariert gewesen.

Donnerstag, 28. März 2013: Pünktlichkeit ist eine ausgeprägte Schweizer Stärke, die bereits auf die Deutschen niederschmetternd wirken kann, und es soll beizeiten vorkommen, dass selbst ein Schweizer dieser Stärke nicht ganz gewachsen ist.

Mittwoch, 27. März 2013: 'Gastro Social' - bei denen Kinderzulagen vergoldet sind, und alle rechtmässigen Empfänger zuerst potentielle Banditen und Räuber darstellen, die von der Bürokratie genüsslich gehäutet oder geschält werden dürfen.

Dienstag, 26. März 2013: Da heutzutage jedermann ein 'Star' ist, oder wenigstens auf dem besten Weg, einer zu werden, darf an der miserablen Qualität der kommerziellen 'Kunst' nicht länger gezweifelt werden.

Montag, 25. März 2013: Was tut man nicht alles für die Kulturförderung, ohne dass es einem überhaupt bewusst ist! Allein Kinder zu zeugen ist ein nicht zu unterschätzender Akt, der zur Kulturförderung beiträgt, oder zumindest zur Erhaltung der Kultur.

Sonntag, 24. März 2013: Einen Haufen guter Bücher eine grössere Wegstrecke nach Hause zu schleppen, das ist ungefähr dasselbe, wie einen Goldschatz wegen seines Gewichts zu verdammen.

Samstag, 23. März 2013: Die Pubkultur hat zum Glück nichts mit der Popkultur gemeinsam.

Freitag, 22. März 2013: Man könnte die ganze Zeit bewusstlos gewesen sein - am anderen Tag wüsste man trotzdem genau, dass man was Indisches gegessen hat.

Donnerstag, 21. März 2013: Ein Landhaus ohne Weinkeller ist den Boden nicht wert, auf dem es steht; das wird einem klar, nachdem man den Weinkeller eines bedeutenden Landhauses einmal von innen gesehen und seine jahrhundertealten Fässer unter den Gewölbebögen bewundert hat.

Mittwoch, 20. März 2013: Aller Anfang ist schwer, und eines Tages beginnen Wir nimmer mehr.

Dienstag, 19. März 2013: 'Zumindest' statt 'mindestens', 'als Nächstes' statt 'als nächstes', "Ja, Sir!" statt "Ja Sir!" - Eine mehrere Monate währende, intensive Zusammenarbeit findet einen freudigen Abschluss; und würde das Ergebnis nicht so überzeugend sein, würde jetzt ein Loch klaffen, wo zuvor die freundschaftliche Zusammenarbeit gewesen ist.

Montag, 18. März 2013: Dinge aufschieben, Erledigungen später als geplant tätigen, Notwendiges als weniger notwendig erachten, bis die 'Zurückhaltung' dann aber ein beschleunigtes Handeln sehr plötzlich nahelegt - DAS ist der dynamische Weg, die vielen Pflichten des Alltags zu meistern.

Sonntag, 17. März 2013: Der US-Amerikaner Greg, der sagte, dass US-Amerikaner sich - wegen des schlechten Rufs der Vereinigten Staaten - nicht selten als Kanadier ausgeben, wenn sie auf Reisen sind, besitzt ein Reisebüro. Dieses befindet sich allerdings NICHT in Kanada, wie er sagte, sondern im US-Bundesstaat North Carolina.

Samstag, 16. März 2013: Vom Kinde verweht.

Freitag, 15. März 2013: Es kann nur lohnend sein darauf zu warten, bis die Zeit kostbarer wird.

Donnerstag, 14. März 2013: Der frühe Morgen hat manchmal mehr zu bieten, als einem lieb ist.

Mittwoch, 13. März 2013: Wir dachten, wir würden früher nach Hause gehen, bis wir beim Wein nicht länger an diese Einbildung glauben konnten.

Dienstag, 12. März 2013: Die 'Action' im städtischen Treppenhaus, als Nachbarn noch miteinander Umgang pflegten, ist allmählich dem Lärm eines einsam dröhnenden Staubsaugers gewichen, welcher abwechselnd von Menschen bedient wird, die nicht einmal Nachbarn sind.

Montag, 11. März 2013: Je mehr ich dich liebe, desto weniger hör' ich die Seitenhiebe.

Sonntag, 10. März 2013: Der Eine kommt, der Andere geht - es ist nicht nur leben und sterben so wie einst, sondern der Tribut des modernen Alltags, der kaum zulässt, dass mehr Freiheit auch mehr Zusammensein zeitigt.

Samstag, 9. März 2013: Beim zugefrorenen Teich bleibt der Drink länger kalt.

Freitag, 8. März 2013: Beizeiten muss die Arbeit in ein geruhsameres Umfeld gekleidet werden.

Donnerstag, 7. März 2013: Was anfangs Überwindung gekostet hat, hat im Nachhinein oft genug Spass gemacht.

Mittwoch, 6. März 2013: Tagsüber singen?

Dienstag, 5. März 2013: Der Kapitalismus wird immer wieder damit entschuldigt, dass diejenigen, die ihm frönen, für die Gesellschaft unentbehrlich seien - und wir hätten tatsächlich wenig zu fluchen, wenn es diese geldgierigen "Förderer der Wirtschaft" nicht gäbe.

Montag, 4. März 2013: Vietnamesischer Kaffee hat es nicht wie der türkische nötig, einen Satz zu bilden, mit dem er seinen Geschmack entschuldigen möchte.

Sonntag, 3. März 2013: Ein kosmisches Gesetz, das uns allen innewohnt, scheint zu lauten, dass die Menschheit nie so klug werden darf, um ihre Existenz auf lange Zeit zu sichern.

Samstag, 2. März 2013: Raclette ist ein Gericht, welches auch dem Teppich schmeckt.

Freitag, 1. März 2013: Die Frage ist nicht die, ob Shakespeares höchst verblüffendes Werk auch tatsächlich von William Shakespeare geschrieben worden ist. Warum, zum Teufel, soll es von jemand anderem geschrieben worden sein? - Nein, man sollte sich vielmehr fragen, ob es fast 400 Jahre nach Shakespeares Tod nicht eigentlich egal ist, aus wessen Feder es stammt, denn die Hauptsache ist doch, dass es dieses Werk noch immer gibt.

Donnerstag, 28. Februar 2013: Davon ausgehend, dass keine Tat ohne gewisse Folgen bleibt, deren Auswirkungen sich über die gesamte Menschheit erstrecken könnten, darf man ruhig öfters mal im Nichtstun verweilen.

Mittwoch, 27. Februar 2013: Seit die Schweizer Jugend allgemein den Drang verspürt, in die Reihe der internationalen Superstars eingereiht zu werden, hat deren Verhalten zu einer Coolness geführt, die sogar dem Aletschgletscher wieder "auf die Sprünge helfen" könnte.

Dienstag, 26. Februar 2013: Wenn Italien wählt, wird für gewöhnlich ein Übel gegen ein anderes eingetauscht.

Montag, 25. Februar 2013: Der alte vergrämte Mann, den es nach eigenen Angaben "im Hals würgt", wenn ein dunkelfarbener Zeitgenosse seinen Weg kreuzt - was für eine jämmerliche Existenz gibt er ab, anstatt seinem falschen Elend wie ein richtiger Mann selbst ein Ende zu setzen.

Sonntag, 24. Februar 2013: Der am besten geeignete Weg, einen hohen, steilen Berg anfallender Arbeit zu überwinden, kann für einmal nicht der Röhrenblick sein.

Samstag, 23. Februar 2013: Geld für einen guten Zweck spenden, das bedeutet gleichzeitig, einen grösseren Briefkasten anschaffen zu müssen.

Freitag, 22. Februar 2013: Die Hand, die nach einem ausgestreckt wird, darf man vorerst gewähren lassen, das heisst - falls sie auch sauber und frei von unlauteren Absichten ist.

Donnerstag, 21. Februar 2013: Wer nicht ab und zu die Ausnahme von der Regel bildet, darf nicht hoffen, im Leben belehrt oder bereichert zu werden.

Mittwoch, 20. Februar 2013: Übereile nichts, wenn deine Bestform irgendwo Ferien macht.

Dienstag, 19. Februar 2013: "Today you've had dessert, tomorrow you are dirt."

Montag, 18. Februar 2013: Welche ausserirdische Spezies würde die menschliche Rasse je verstehen, die etwa in den Berliner Zoo pilgert, um dort das kalte Fell eines toten Eisbären zu bestaunen, der womöglich nicht zuletzt wegen dem ganzen Medienstress verfrüht das Zeitliche gesegnet hatte ?

Sonntag, 17. Februar 2013: Bewegend ist die Vorfreude, durch eine Bangigkeit auf Trab gehalten, die wertvolle freie Zeit nicht der Krankheit opfern zu wollen.

Samstag, 16. Februar 2013: Man müsste meinen, dass mit den technischen Errungenschaften der Gegenwart der eine Tropfen fast schon erreicht ist, der das Fass der Möglichkeiten zum Überlaufen bringt. Da es sich aber zweifellos um ein Fass von gewaltigen Ausmassen handelt, wird es noch länger dauern, bis der eine Tropfen uns effektiv in die Steinzeit zurückwirft.

Freitag, 15. Februar 2013: "Was sind schon 72 Milliönchen für einen echten Vasella!", werden sich ein paar Leute bei Novartis gesagt haben, nachdem ihnen ihre eigenen Medikamente offenbar nicht gut bekommen sind.

Donnerstag, 14. Februar 2013: Es gibt tatsächlich Donnerstagabende, die es fast schaffen, zu einem Freitagabend zu werden.

Mittwoch, 13. Februar 2013: Beim Film: 'Der kleine Maulwurf' mussten alle Kinder zwanglos lachen, während manche Erwachsene das Gefühl hatten, so tun zu müssen, als ob die Magie der Kinderjahre noch immer auch an ihnen rühren könnte.

Dienstag, 12. Februar 2013: Wenigstens das Privileg, im 'Caritas'-Lebensmittelladen zu Niedrigpreisen einzukaufen, bleibt den besser Verdienenden versagt - und es ist denkbar, dass sie noch möglichst lange auf dieses Privileg verzichten wollen.

Montag, 11. Februar 2013: Die Macher jener Reisereklame, die mit "Definitely Dubay" für die seelenlose Wüstenstadt steinreicher Scheichs werben, haben ganz eindeutig versäumt, das wichtige englische Wörtchen "NOT" in der Mitte einzufügen.

Sonntag, 10. Februar 2013: Es scheint, als ob die Leere des Mondes mit einer grossen Portion schlechten Schlafes ausgefüllt werden muss.

Samstag, 9. Februar 2013: Auf vereister Strasse unterwegs, wird jedes Kilogramm, jede Tonne Gewicht, die man mit sich mitführt, zu einem potentiellen Saboteur, der das Gefährt entweder auf dem Boden hält oder es über den Rand der Welt hinausschiebt.

Freitag, 8. Februar 2013: Irgendwo nach dem Weg zu fragen, kann einem die Menschen wieder sympathischer machen.

Donnerstag, 7. Februar 2013: Das Betriebsfest: Je glamouröser oder schäbiger das Ambiente, desto unorigineller der Betrieb.

Mittwoch, 6. Februar 2013: Die Zeit, die einem bleibt, zerrinnt spürbar zwischen den Fingern, und alles Lebendige - ob man sich dessen bewusst ist oder nicht - wird bald selbst nichts anderes sein als ein Haufen zerrinnender Staub.

Dienstag, 5. Februar 2013: Wer negative Pressemitteilungen über die immer gleichen Konflikte wegen der eigenen geistigen Balance bewusst scheut, mag vor der Gesellschaft naiv und ignorant daherkommen - mag aber immer noch tausendmal schlauer sein als diejenigen, die für die immer gleichen Nachrichten sorgen.

Montag, 4. Februar 2013: In Asien ist es ein alltägliches Bild, wenn etwa ganze Rinderhälften per Motorrad quer durch die Stadt transportiert werden. Soviel Freiheit wird in der ordnungsbewussten Schweiz keine Rinderhälfte je erlangen.

Sonntag, 3. Februar 2013: Seien wir ehrlich: Der Kebab-Imbiss hat sich in Zürich inzwischen "fest etabliert". Man findet ihn überall und oft auch dort, wo man ihn gar nicht haben möchte. Aber zum Glück gibt es ihn, den Kebab, womit wir Schweizer die Gelegenheit haben, von der Geschäftstüchtigkeit der Türken zu lernen!

Samstag, 2. Februar 2013: "Darf ich bitte etwas fragen?" (Der Angesprochene reagiert nicht, er trägt kleine Kopfhörer in den Ohren). - Nächster Versuch bei jemand anderem! - "Guten Tag! Darf ich bitte etw..." (Die Angesprochene reagiert nicht, sie trägt kleine Kopfhörer in den Ohren). "Herzlichen Dank! Ich werd's schon selbst rauskriegen! Das habe ich früher auch schon geschafft!"

Freitag, 1. Februar 2013: Du weisst, was du Wertvolles hast, wenn deine Frau nach den angesagten zwei Tagen Erholung tatsächlich wieder zu dir zurückkommt.

Donnerstag, 31. Januar 2013: Die fertige Kuchenmischung ist eine Erfindung, die vielleicht ein Kind zu täuschen vermag. Der Erwachsene aber wird beschämt den Mixer führen und gerade deswegen den Eindruck erwecken wollen, dass er gerade ein kulinarisches Wunder vollbringt.

Mittwoch, 30. Januar 2013: In Zürich stellt sich dem mässig begeisterten Wintersportler vor dem Ausrücken meist die schwierige Frage: Wie viel Schlitten verträgt der Schnee?

Dienstag, 29. Januar 2013: Wenn sie jemand wegen dir lüpfen sollte: Gib dich nicht mit nur einer Augenbraue zufrieden.

Montag, 28. Januar 2013: Das Wort 'selbständig' schreibt man mittlerweile wieder so, wie es eigentlich logisch ist: selbstständig. Wer für die Schnapsidee der früheren Version verantwortlich zeichnet, wird - wegen der Korrektur seiner Idee - für die künftige Neue deutsche Rechtschreibung aber bereits ein neues Wort gefunden haben, das er mit seiner Unlogik verstümmeln kann.

Sonntag, 27. Januar 2013: Mit Stühlen zu werfen, das erregt mitunter den falschen Eindruck, mit der Bequemlichkeit der betreffenden Sitzgelegenheit nicht ganz zufrieden zu sein.

Samstag, 26. Januar 2013: Nach der 'Meuterei auf der Bounty' mischten sich zwei Männer unter die Finnen, in der leisen, vergeblichen Hoffnung, dass der dortige Kapellmeister ebenfalls ausgesetzt werden würde.

Freitag, 25. Januar 2013: Schlechte Bezahlung ist das gute Geld des Auftraggebers.

Donnerstag, 24. Januar 2013: Wenn Routine Spass macht, ist man dem Himmel am nächsten.

Mittwoch, 23. Januar 2013: Aufmerksamkeit ist vonnöten, bei der Beschreibung, wie die "Magische Kugel" zuerst von hinten Kennedys Hals durchschlug und danach den Oberkörper des vor ihm in der Limousine sitzenden Connally, des Weiteren dessen rechten Unterarm, bis die Kugel schliesslich in Connallys linkem Oberschenkel stecken blieb. - Gewehrkugeln, die solches anzurichten vermögen und dabei obendrein unverformt bleiben - wie die in die Geschichte eingegangene Magische Kugel es 1963 geschafft hat - , werden übrigens nur in den USA hergestellt.

Dienstag, 22. Januar 2013: 360 Schweizer Franken pro Kopf und Einwohner der Stadt Zürich, das ist die Summe, die die Krankenkassen uns schulden. Diese denken aber nicht daran, uns den Überschuss zurückzuzahlen, und so bestätigen sie die Meinung, die wir seit Jahr und Tag von ihnen haben: Räuber!!!

Montag, 21. Januar 2013: Zerstreutheit ist eine positive Eigenschaft: Irgendjemand profitiert immer von den Sachen, die man irgendwo liegen lässt.

Sonntag, 20. Januar 2013: Glühwein ist nichts für den wahren Weinliebhaber, dessen Horizont sich keinesfalls so weit erstrecken darf, an eine wohltuende Wirkung des mit Gewürzen verhunzten, warmen Kochweins zu glauben.

Samstag, 19. Januar 2013: Wenn die Jugend Vergangenheit ist, lässt sie sich mit einer albernen Schlittenfahrt vielleicht kurzzeitig nachfühlen, jedoch nur, bis die leibhaftige Jugend ob einer plötzlichen Bodenwelle auflacht - ein Schlag, der die Einbildungskraft des gestandenen Erwachsenen augenblicklich durch ernüchternde Kreuzschmerzen ersetzt.

Freitag, 18. Januar 2013: Man merkt, dass heute einheitlich gebaut wird, schon indem man die Rückseite eines Gebäudes mit seiner Vorderseite verwechselt, und man sich deshalb in der Gegend verirrt, wo dieselbe müde, moderne Bauart sowieso alles gleich aussehen lässt.

Donnerstag, 17. Januar 2013: Sei zielsicher, aber niemals zu sicher.

Mittwoch, 16. Januar 2013: Old Jazz ab der Bühne, das ist ein Whisky an der Bar, und durch das Fenster zusehen, wie es draussen in Bindfäden regnet. Und dann nimmt man noch einen Whisky und noch einen.

Dienstag, 15. Januar 2013: Wieder mal Zeit, den eigenen Füssen zu danken, wo auch immer sie uns hintragen mögen.

Montag, 14. Januar 2013: Ein Lebenslauf, der den Eindruck einer schwierigen Slalom-Fahrt erweckt, ist alle Mal besser, als die nüchterne Auflistung von Errungenschaften, die sich wie ein Langlauf lesen.

Sonntag, 13. Januar 2013: Reinlichkeit im Hause, das heisst oftmals, zu putzen, wenn einem lieber wäre, einer Putzfrau dabei zuzusehen.

Samstag, 12. Januar 2013: Disziplin: Nur wer strikt ist, setzt sie dauerhaft um, und wer Mensch ist, lässt sie irgendwann fahren.

Freitag, 11. Januar 2013: Du hast vielleicht nichts Neues zum Anziehen, dafür aber jede Menge Worte zur Verfügung, mit denen sich der Makel in ein überzeugendes Gewand kleiden lässt.

Donnerstag, 10. Januar 2013: Wir leben zwar nicht in erster Linie, um das ideale Ergebnis aus allem herauszuholen, aber manchmal macht es das Leben verdammt lebenswert.

Mittwoch, 9. Januar 2013: Kinder, die anscheinend grundlos weinen, üben sich lediglich im Verzicht.

Dienstag, 8. Januar 2013: Erst bei körperlicher Angeschlagenheit zeigt das Nervenkostüm, was alles in ihm steckt.

Montag, 7. Januar 2013: Auf halbem Wege zur Glückseligkeit.

Sonntag, 6. Januar 2013: Will der Mensch von der Arbeit nichts wissen, holt sie ihn immer ein und lässt ihm keine Ruhe mehr. Möchte man aber unbedingt arbeiten, ist plötzlich alles schon seit vorgestern gemacht.

Samstag, 5. Januar 2013: Mit etwas gutem Willen ist vieles möglich, aber eben nicht annähernd alles.

Freitag, 4. Januar 2013: Eine Dosis Kortison hat dieselbe Wirkung wie ein Stück Kuchen: Zehrt man öfters davon, wird man allmählich dicker, aber man fühlt sich einfach besser, also nimmt man davon.

Freitag, 4. Januar 2013:

Donnerstag, 3. Januar 2013: Der von Fieber Gebeutelte folgte suchend dem vibrierenden Klang seines tragbaren Telefons; er ging ihm nach, wie ein Detektiv einer unsichtbaren Spur nachgehen mag. Nachdem er nun, um sein Telefon wiederzufinden, per Festnetz fünfmal seine eigene Nr. gewählt hatte, wurde er schliesslich fündig! Das kleine Gerät hatte sich die ganze Zeit in seiner rechten Hosentasche befunden. - Da erwog der Kranke erstmals, vielleicht doch besser einen Arzt aufzusuchen.

Mittwoch, 2. Januar 2013: Je demoralisierender das neue Jahr beginnt, desto besser die Aussichten, bereits im Februar das Bett wieder verlassen zu wollen.

Dienstag, 1. Januar 2013: Kokain höhlt nicht nur die Nase.

Montag, 31. Dezember 2012: Alle Jahre wieder würde man das alte Jahr am liebsten hinausschmeissen, wenn man nicht genau wüsste, dass es sehr bald ganz von selbst passiert.

Sonntag, 30. Dezember 2012: Sei klug! Arbeite nicht zu viel. Und falls aber doch, dann nur an deinem Traum.

Samstag, 29. Dezember 2012: Echte Treuherzigkeit an einem geliebten Menschen festzustellen, ist jedes Mal aufs Neue eine Veredelung dieser gemeinsamen Beziehung.

Freitag, 28. Dezember 2012: Selbst eine Woche über den Termin hinaus scheint die Welt es mit dem Untergang keineswegs eilig zu haben.