Aldo Betschart  
 

Archiv 2012

Donnerstag, 27. Dezember 2012: All die geselligen Viren und Bakterien - man muss sie einfach in die Arme schliessen, ob man will oder nicht.

Mittwoch, 26. Dezember 2012: Ist es das jetzt gewesen?

Dienstag, 25. Dezember 2012: Friede denen, die es heute nach Kräften vermeiden, ihre wahren Gedanken vor versammelter Familienschar auszusprechen. Sie verdienen nicht, was sie haben; sie verdienen nur dort zu sein, wo sie sind.

Montag, 24. Dezember 2012: Den Kindern sind letztendlich alle Geschenke egal, wenn jetzt nur die Harmonie am heimischen Herd hält, was das Christkind seit langem verspricht.

Sonntag, 23. Dezember 2012: Einschenken macht Freude.

Samstag, 22. Dezember 2012: Die Mayas waren ganz offenbar nicht das, was wir aus ihnen gemacht haben.

Freitag, 21. Dezember 2012: Nimmt jemand das Wort 'Grauzone' in den Mund, sind die Handschellen nicht weit.

Donnerstag, 20. Dezember 2012: Betrachtet man derzeit die kommerziellen Werbeplakate, kommt schnell der Eindruck auf, dass der Kauf eines teuren Parfüms die Gesellschaft entschieden weiterbringt.

Mittwoch, 19. Dezember 2012: 'Red Bull' - Das übelriechende überzuckerte Getränk, welches nur Heranwachsende ohne Ekelgefühl trinken können, und das nur Zahnärzte noch mehr begeistert.

Dienstag, 18. Dezember 2012: Die allgemeine Lage in den letzten Tagen vor Weihnachten ist etwa die, wie wenn der Weihnachtsmann im Kamin festsitzt, das Feuer an seinen Füssen zu lecken beginnt und er trotzdem noch immer behauptet, alles sei prächtig.

Samstag, 15. Dezember 2012: Jetzt, wo der Weltuntergang kurz bevorsteht, ist die Beobachtung, wie die Leute trotzdem noch immer hinter Weihnachtsgeschenken her sind, ziemlich grotesk. Zumal niemand dazu kommen wird, die Geschenke zu verteilen!

Freitag, 14. Dezember 2012: Was in den Untiefen des Bewusstseins anderer Leute vorgeht, ist das ultimative Rätsel - und wollen wir hoffen, dass es immer so bleiben möge!

Donnerstag, 13. Dezember 2012: Gerechtfertigte Vorwürfe entgegen zu nehmen, das schärft das Ohr, aber nicht die Zunge.

Mittwoch, 12. Dezember 2012: 'Das Eine gibt es nicht ohne das Andere' - Mehr Sinn hat das Wort Dualität nie gemacht.

Dienstag, 11. Dezember 2012: Solange die einzelne Person dermassen anfällig auf Rückschläge bleibt, ist es eine Frechheit, auf bedeutende Fortschritte zu hoffen, die von anderen gewährleistet werden und der Masse helfen sollen.

Montag, 10. Dezember 2012: Im entscheidenden Augenblick Beherrschung zu üben, ist wohl eine der Hauptaufgaben des Menschen, aber dann auch jene, bei der wir am häufigsten versagen.

Sonntag, 9. Dezember 2012: Schwer zu sagen, warum heute immer alles schnell gehen muss, wo es doch mehr Menschen als je zuvor gibt - was es uns erlauben sollte, alles ein wenig langsamer anzugehen.

Samstag, 8. Dezember 2012: Die in den letzten Jahren aufgekommene Übersättigung an Festivitäten hat aus den Jugendlichen wieder gelangweilte Nesthocker gemacht, die lieber hinter geschlossenen Gardinen 'Video-Games' spielen, als einen unsicheren Schritt hinaus in die Realität zu wagen.

Freitag, 7. Dezember 2012: Nur Kinder vermögen die Seele so zu rühren, dass wir von Herzen lachen müssen und uns das Lachen ein andermal im Hals stecken bleibt.

Donnerstag, 6. Dezember 2012: Lieber Nikolaus, verzieh dich in deinen Jutesack; wir nehmen lieber die Rute.

Mittwoch, 5. Dezember 2012: Was ist daran merkwürdig, wenn ein Kleinkind ab und zu aus voller Kehle schreit? Dennoch gibt es ringsum alte Grossmütter und junge Mütter, die mit mitleidiger Miene das schreiende Kind beäugen, so, als litten sie mit, so, als täte es ihnen leid!

Dienstag, 4. Dezember 2012: Neues Hobby von Aglo-Pensionären ist möglicherweise der seltene Besuch einer Stadtzürcher Bar, um das Barpersonal beim Zahlen wegen der hohen Preise anzubrüllen.

Montag, 3. Dezember 2012: Die Frage, ab wann wir unsere Zeit nützlich verbringen und ab wann wir sie verschwenden, dürfte auch am heutigen Tag wieder eine Buchpublikation zur Folge haben, deren weiser Inhalt uns mit nichts als neuen Fragen zurücklässt.

Sonntag, 2. Dezember 2012: Heutzutage genügt den Vandalen bereits ein kleiner, funkelnder Weihnachtsbaum, um ihre Zerstörungswut auszuleben. Das zeigt, dass der Vandalismus auch schon bessere Tage gesehen hat.

Samstag, 1. Dezember 2012: Es ist grauenhaft: Mir ist, als wäre bereits seit Wochen Dezember!

Freitag, 30. November 2012: Vom zugigen Vordereingang wurden wir zum zugigen Hinterausgang versetzt - Manche Kellner haben einen schlechten Sinn für Humor.

Donnerstag, 29. November 2012: Der Winter bringt es schon jetzt zustande, uns von der Vitalität träumen zu machen, mit der wir erst vor wenigen Monaten noch erfüllt gewesen sind.

Mittwoch, 28. November 2012: Verglichen mit einer an Fieber erkrankten Familie mit kleinen Kindern wird jedes andere Problem eine lächerliche Bagatelle.

Dienstag, 27. November 2012: Was kann ein Tag nicht alles bringen, der in der ÖV mit dem Kampf um eine Sitzgelegenheit beginnt?

Montag, 26. November 2012: Dies ist der inoffizielle Tag der 'Laufenden Nasen'. Als dazugehörig gelten laufende Nasen mit grünem Ausfluss, gelbem, grau-braunem und auch milchig-transparentem.

Sonntag, 25. November 2012: Am frühen Sonntagmorgen durch die Stadt zu streifen, das heisst, den Vandalismus in seiner Reinform zu studieren.

Samstag, 24. November 2012: Gemeinsam sind wir stark - oder auch mal krank.

Freitag, 23. November 2012: Echtes, bewegendes Mienenspiel erlebt man, wenn ein Elternteil dem anderen vom Grassieren einer hartnäckigen Grippe erzählt - die gerade den engsten Bekanntenkreis erreicht hat.

Donnerstag, 22. November 2012: Wenn Prominente auf der Strasse Suppe reichen, kommt sie wahrscheinlich lauwarm rüber.

Mittwoch, 21. November 2012: Der weiche Schuhabsatz, der keinen oder wenig Lärm beim Gehen verursacht, ist dem Besserverdiener, der nach Aufmerksamkeit schreit, keine passende Alternative.

Dienstag, 20. November 2012: Morgens um 7 lief einem früher der Fuchs über den Weg. Heute läuft man Gefahr, schon an der Schwelle des Hauses von einem PKW überfahren zu werden.

Montag, 19. November 2012: Wen es hart trifft, wird auf dem Uetliberg gefällt, um wenig später auf dem Paradeplatz langsam einzugehen.

Sonntag, 18. November 2012: An einem Sonntag hat man schnell einmal genug gesehen.

Samstag, 17. November 2012: Älter werden, das heisst unter anderem, der Kuchen wird kleiner und die Kerzen werden mehr.

Freitag, 16. November 2012: Heute ist nicht alle Tage; ich geh wieder, keine Frage!

Donnerstag, 15. November 2012: Der Bauch hat den richtigen Entscheid meist schon gefällt und verdaut, während der Kopf noch am Zweifeln ist.

Mittwoch, 14. November 2012: Wir brauchen mehr denn je Fix-Punkte, die wir angehen und auf deren Vorhandensein wir uns verlassen können.

Dienstag, 13. November 2012: Wer findet heutzutage noch Befriedigung in seiner Arbeit, mit dem blossen Gedanken, dass jemand sie sowieso tun muss?

Montag, 12. November 2012: Seht ihr den künstlichen Weihnachtsbaum, und wie der Geschäftsmann dahinter seine Hände reibt?

Sonntag, 11. November 2012: Eine Magen-Darm-Grippe bietet zumindest die Gelegenheit, die Qualität des verwendeten Toilettenpapiers genauestens zu überdenken.

Samstag, 10. November 2012: Die Alte Katze ist tot - es lebe die Alte Katze!

Freitag, 9. November 2012: Liefe immer alles nach Wunsch, würde so mancher Mensch neue Probleme erfinden, mit ihnen Handel treiben und durch die eigene Langeweile zu Fall gebracht werden.

Donnerstag, 8. November 2012: Struktur ist das, was unseren Charakter festigt; Abwechslung ist das, was ihn frisch hält.

Mittwoch, 7. November 2012: Wird noch einmal zusätzlich 75 Franken aus deinem Ehepartner herausgepresst, weil er seinen Ledignamen mit der Heirat nicht aufgeben und den deinen nicht annehmen will, hast du dich im reichen Schweizer Ländle wiedergefunden.

Dienstag, 6. November 2012: Es wird kaum je einen Präsidenten geben, der aus eigener Überzeugung meint, was er sagt, ehe er ausspricht, was alle hören wollen. Es ist ganz einfach nicht das Ziel der unsichtbaren Mächtigen, die einen Mann zur Nr. 1 einer Nation machen.

Montag, 5. November 2012: Mit 40 ist man besser gut aufgehoben.

Sonntag, 4. November 2012: Ein verschwendetes Talent nimmt es mit jeder Totsünde auf.

Samstag, 3. November 2012: Die ganz Kleinen sind die Lichter der Grossstadt.

Freitag, 2. November 2012: Es liegt im Interesse der Auswärtigen, mit originellen Ausdrücken urchiger Bevölkerungsschichten ein Geschäft zu machen, deren Wortlaut sie früher verlachten, und deren korrekte Anwendung ihnen selbst heute nicht geläufig ist.

Donnerstag, 1. November 2012: "Die Toten sind ohne Sorgen". Das mag so lange stimmen, bis wir uns zu ihnen gesellen.

Mittwoch, 31. Oktober 2012: Sandy, du bist ein wenig wie der Fluglärm über Deutschland und der Schweiz, nur wirst du schneller Geschichte sein und für Eintracht sorgen.

Dienstag, 30. Oktober 2012: Nachdem man sich selbst gefeiert hat, das 'Feuern' kann beginnen.

Montag, 29. Oktober 2012: Ist an Schlaf nicht zu denken, obschon im Kopf alles klar, steht ein leuchtendes Rund am Nachtfirmament.

Sonntag, 28. Oktober 2012: Wie lange noch dieses unsinnig gewordene Umstellen der Uhrzeit, das nichts bringt, als den Rhythmus der Leute durcheinander zu bringen?

Samstag, 27. Oktober 2012: Erster Schnee, erstes "Hurra" und "Ojemine!"

Freitag, 26. Oktober 2012: Pflichten geben dem Vergnügen die richtige Würze.

Donnerstag, 25. Oktober 2012: Die eigene Meinung vertreten dürfen und nicht fürchten müssen, von der Willkür des Staates bei lebendigem Leib gefressen zu werden. Danke diesem Land!

Mittwoch, 24. Oktober 2012: Wie schaut er aus, der Mensch, der einem im öffentlichen Verkehr gegenüber sitzt, und den wir tunlichst ignorieren oder aber so tun, als sehe man durch ihn hindurch?

Dienstag, 23. Oktober 2012: Wem die Ruhe innewohnt, ist ein Leben lang belohnt.

Montag, 22. Oktober 2012: Das unaufhörliche Wiederholen ein und desselben Wortes ist Meditation, sofern man es selbst ausspricht. Tut es allerdings das Gegenüber, werden Mordgelüste wach.

Sonntag, 21. Oktober 2012: Was man als Vater zuletzt braucht, ist der Rat eines überanbitionierten Grossvaters, der, als er selbst 'nur' Vater war, die Erziehung der Kinder der Ehefrau überliess.

Samstag, 20. Oktober 2012: Man kann Dinge über Bord werfen, aber irgendwann findet im Strudel des Lebens alles wieder zusammen.

Freitag, 19. Oktober 2012: Frankfurt, wie es heute, nach dem Bombardement von 1944 in Erscheinung tritt, ist ein gut durchmischtes Frankfurt - in jeglicher Hinsicht -, ein lebhaft dreckiges Frankfurt und ein herrlich erfrischendes Frankfurt.

Donnerstag, 18. Oktober 2012: Zur Fortbildung: 'Moderne Strategien zur Prävention und Behandlung von Wundinfektionen und Intraabdominellen Infektionen im Zeitalter der Multiresistenz' - Wen wundert's, meiden wir den Arzt!

Mittwoch, 17. Oktober 2012: Je mehr Mitreisende einen im Zug umgeben, desto dicker sollte das Buch sein, in das man seine Nase steckt.

Dienstag, 16. Oktober 2012: Rage: Zustand wilder Aufruhr, die den Befallenen meistens unvorbereitet heimsucht.

Montag, 15. Oktober 2012: Die Olé Olé Bar, das war bis vor wenigen Tagen Rita, Walti, Helen und Paula. Man wird davon sprechen, wie grandios es dort war. Selbst Unwissende werden dort getrunken haben wollen.

Sonntag, 14. Oktober 2012: Wo alles stimmt, ist das Misstrauen nicht fern.

Samstag, 13. Oktober 2012: Wer glaubt, städtische Liegenschaften seien das Schlimmste, der hat noch nie mit privaten Vermietern zu tun gehabt.

Freitag, 12. Oktober 2012: Der Umgang mit Menschen zu pflegen ist gut, ein gutes Buch zu lesen, besser.

Donnerstag, 11. Oktober 2012: Alles Unfertige trägt mehr Energie in sich als das Fertige, das nur noch ist und nicht mehr wird.

Mittwoch, 10. Oktober 2012: Harte Arbeit verlangt nach derben Sprüchen, und warum auch nicht.

Dienstag, 9. Oktober 2012: Geniesse das Recht auf einen schlechten Tag.

Montag, 8. Oktober 2012: Um den Arbeitsort zu finden, braucht man ab jetzt nur der Dunkelheit zu folgen.

Sonntag, 7. Oktober 2012: Es gibt sie: Aufgaben, die Pflicht sind und trotzdem Freude bereiten und stolz machen.

Samstag, 6. Oktober 2012: Wer es schafft, nur bei einem Glas zu bleiben, ist entweder langweilig oder hat was gelernt.

Freitag, 5. Oktober 2012: In der berühmten Miles Davis Hall in Montreux war man auf den lauten Jauchzer eines Unbekannten nicht vorbereitet. Jetzt fürchtet das Haus um seinen hervorragenden, organisationstechnischen Ruf.

Donnerstag, 4. Oktober 2012: Im Grunde sind die französische und die deutsche Sprache einander sehr ähnlich; das scheint alleine schon vom tiefen, gegenseitigen Unverständnis bewiesen.

Mittwoch, 3. Oktober 2012: Bewusstes Fernbleiben von der Gruppe kann auch als ein Kompliment an eine reichlich dynamische Gruppe betrachtet werden.

Dienstag, 2. Oktober 2012: In die medizinische Melkmaschine begibt sich, wer früher nur zum Arzt gegangen ist und heute zum Spezialisten.

Montag, 1. Oktober 2012: Individualität ist eine blühende Pflanze inmitten von Beton, von der 'normalen' Gesellschaft als Unkraut wahrgenommen.

Sonntag, 30. September 2012: Nie ist man freier als in einsamen Stunden.

Samstag, 29. September 2012: Steil geht der Weg, doch die Aussicht zählt.

Freitag, 28. September 2012: "Nüd flätt dimmr."

Donnerstag, 27. September 2012: Ein nutzloses Design strengt den Kopf mehr an als eines, das dem Gebrauch des Gegenstands nützt.

Mittwoch, 26. September 2012: Schaut das Alter neidvoll auf die Jugend, ist jung zu sein gleich doppelt schön.

Dienstag, 25. September 2012: Viel getan und nichts geschaffen.

Montag, 24. September 2012: Leute mit Organisationstalent sind nicht zuletzt deshalb so gesucht, weil es nicht viele von der Sorte gibt.

Sonntag, 23. September 2012: Übereifer wirkt sogar weniger sympathisch als Trägheit.

Samstag, 22. September 2012: Coop oder Migros? - Was für ein lausiger Kampf der Titanen!

Freitag, 21. September 2012: Historiker haben zuweilen mit der Gegenwart zu kämpfen.

Donnerstag, 20. September 2012: Wenn man den Rauchern ALLEN Raum nehmen will, sollte man wenigstens bemüht sein, ihnen den Stolz zurückzugeben.

Mittwoch, 19. September 2012: Wer halbwegs hungert, hat den Durst nicht ganz vergessen.

Dienstag, 18. September 2012: Wie kommt es, dass die Alten, die den Anstand fordern, ihn selbst nicht haben?

Montag, 17. September 2012: Die Augen allein sagen nichts. Es ist das Fleisch, das sie umgibt, das spricht.

Sonntag, 16. September 2012: Mit (uns) Allesfressern hat die Presse leichtes Spiel.

Samstag, 15. September 2012: Der Fall muss geübt sein, damit er nicht eines Tages unerwartet kommt.

Freitag, 14. September 2012: Das harte Los der hart arbeitenden Handwerker ist das weit verbreitete Unvermögen der Theoretiker, die meinen, mit blossem Reden sei das Meiste getan.

Donnerstag, 13. September 2012: Wie weit eine Männerfreundschaft geht, das zeigt sich beim unerwarteten Anblick eines einzelnen schmalen Bettes, im Angesicht der Müdigkeit.

Mittwoch, 12. September 2012: Wenig Geld machen, das ist im Grunde eine Fähigkeit, die viele besitzen, aber leider nur die Wenigsten bewusst geniessen.

Dienstag, 11. September 2012: Will man es zu etwas bringen, braucht man nur immer anständig zu fragen.

Montag, 10. September 2012: Mag sein, dass es Zuhause am schönsten ist. Am nächsten ist man sich jedoch woanders.

Sonntag, 9. September 2012: Die Autobahnraststätte: Eine Zwischenwelt, wo man Halt machen möchte, um anschliessend auf und davon zu fahren.

Samstag, 8. September 2012: "Wer an den Sohn Gottes glaubt, hat ewiges Leben." Wer auf den Rasenmäher setzt, kurzes Gras.

Freitag, 7. September 2012: Gehen Pfadfinder später bereitwilliger zur Armee?

Donnerstag, 6. September 2012: Der wahrhaft stolze Araber denkt selbst in der Schweizer Berglandschaft stets an seine daheimgebliebenen Falken, die ebenfalls nicht zu Fuss gehen müssen.

Mittwoch, 5. September 2012: Sich auf dem Bergsee in die Riemen legen und der Familie beweisen, dass dafür gänzlich das Talent fehlt - solches zu beobachten, erfreut das Herz.

Dienstag, 4. September 2012: Droben bei der Alphütte geht's hoch her, als ob die Alp keine Alp mehr wär'.

Montag, 3. September 2012: Wer im Urlaub Erholung sucht, sollte nicht vergessen, auch die Unternehmungslust zurück zu lassen.

Sonntag, 2. September 2012: Aufbruchstimmung bläst frische Luft in verstaubte Kammern.

Samstag, 1. September 2012: Pfarrer sind himmeltraurige Schauspieler.

Freitag, 31. August 2012: Allein schon der Musikgeschmack der breiten Masse gibt der Erwägung Raum, dass der Mensch zum Masochismus tendiert.

Donnerstag, 30. August 2012: Nichts ist so ideenreich wie die Entstehung des Lebens und die Art des Sterbens.

Mittwoch, 29. August 2012: Ein lautes Spektakel rührt am Gehör, ein stilles an der Seele.

Dienstag, 28. August 2012: Wahre Wertschätzung ist Höchstbezahlung jenseits der harten Währung.

Montag, 27. August 2012: Das öffentliche Auskleiden ohne Hemmungen hat etwas Bezauberndes.

Sonntag, 26. August 2012: Kein schlechtes Gewissen nicht dabei zu sein, ist eine höchst vernünftige Geisteshaltung.

Samstag, 25. August 2012: Diesem Land fehlt nur noch der Wiener Wurststand.

Freitag, 24. August 2012: Und der Schweizer Restaurantbesitzer sagte: "Hier möge Aromat sein!" - Und der Herr vom Lieferdienst gab ihm Aromat.

Donnerstag, 23. August 2012: Wer Echtheit sucht, kann in der Provinz sein Glück finden.

Mittwoch, 22. August 2012: Ein Besuch beim spektakulären Rheinfall erhärtet den Verdacht, dass er gerne etwas einsamer wäre.

Dienstag, 21. August 2012: Krawattenträger geben ihrem Hals keine Chance.

Montag, 20. August 2012: Süssen Kindern saures geben.

Sonntag, 19. August 2012: Aufräumen verspricht neue Kapazität.

Samstag, 18. August 2012: Der einzige Kreis, der sich nie ganz schliesst, ist der Freundeskreis.

Freitag, 17. August 2012: Ein Werk ist vollendet, sobald der Gedanke daran stirbt.

Donnerstag, 16. August 2012: Karma: Müllhalde der Gewissensbisse, die regelmässig mit Parfüm besprüht werden sollte.

Mittwoch, 15. August 2012: Warum haben ältere Frauen immer das Gefühl, dass die Väter kleiner Kinder zweifellos ihren Rat benötigen? Zumal das Kind nur schreit, weil es mit dem Vater allein sein will.

Dienstag, 14. August 2012: Der Offroader ist DAS Auto der gut betuchten Städter geworden, da 'Subaru' - anders als 'Offroader' - im englischen Sprachgebrauch weniger gut ankommt.

Montag, 13. August 2012: Ehrliche, vorurteilsfreie Kritik - wer sie erfährt, dem ist das Unmögliche widerfahren.

Sonntag, 12. August 2012: Aus jedem King Kong wird mal ne ängstliche Maus.

Samstag, 11. August 2012: Nervenstärke beweist das Paar, welches ein eigenes Haus baut und nach der Fertigstellung gemeinsam Freude daran hat.

Freitag, 10. August 2012: Roman soweit beendet.

Donnerstag, 9. August 2012: Du weisst, dass du einen Raser vor dir hast, wenn seine Dummheit ebenso schnell zunimmt wie sein Hintern abnimmt.

Mittwoch, 8. August 2012: Mache Feuer, blicke hinein und verharre, dann wirst du sehen und fühlen, was deine Ahnen vor tausenden von Jahren gesehen und gefühlt haben.

Dienstag, 7. August 2012: Politikern müssten die Meinungen, die sie vehement vertreten, Wort für Wort auf den Körper tätowiert werden. Somit hätten die Lügen immerhin bleibende Symbolkraft .

Montag, 6. August 2012: Olympia, die Unsportlichen grüssen dich! - aus weiter Ferne.

Sonntag, 5. August 2012: Bettler mit niederem Niveau bringen es glatt fertig, dass man sie selbst anbettelt, anderswo betteln zu gehen.

Samstag, 4. August 2012: Wer der 'Wahrheit' auf den Grund gehen will, muss mit vielen Interpretationen der Wahrheit leben können.

Freitag, 3. August 2012: Ein Haus in Aufruhr ist immer noch besser als untragbare Zustände, dem Hausfrieden zuliebe, still zu ertragen.

Donnerstag, 2. August 2012: Gib dem Feind den Sendboten und lehre ihn das Fürchten.

Mittwoch, 1. August 2012: Im Vergleich zum Mitteleuropäer benötigt der Japaner für den steten Gebrauch seines Natels einen Waffenschein.

Dienstag, 31. Juli 2012: Erprobst du deine Macht, wirst du zuerst am Kinde scheitern.

Montag, 30. Juli 2012: Jahrelanges Stehlen auf engstem Raum ergibt irgendwann ein Bild, das die Täterschaft überführen kann. Wir haben uns zur Aufgabe gemacht, dieses Bild zu dechiffrieren.

Sonntag, 29. Juli 2012: Die gute, alte Dampflok muss allein schon deswegen erhalten bleiben und in Schuss gehalten werden, um in unserem Jahrhundert anhaltender Hektik die Langsamkeit früherer Zeiten zu ergründen.

Samstag, 28. Juli 2012: Genauigkeit in wichtigen Belangen ist oberstes Gehboot.

Freitag, 27. Juli 2012: Altlasten, die man endlich losgeworden ist - fast möchte man Bleischuhe zulegen, um nicht vor lauter Freude abzuheben.

Donnerstag, 26. Juli 2012: Im trägen Sommer wundert sich alles, weshalb die Stadt sich nicht endlich entleert und etwas Ruhe einkehrt, dabei sind es die Baustellen-Arbeiten, die den Lärm für die Abwesenden pflichtvergessen aufrecht erhalten.

Mittwoch, 25. Juli 2012: Das Gesetz, Dieben mindestens eine Hand abzuhacken, ist etwas vom Vernünftigsten, was das Morgenland je zustande gebracht hat.

Dienstag, 24. Juli 2012: Manche meinen, die Wikinger seien durch den Feminismus verweichlicht worden. Andere wiederum sagen, die Wikinger von heute hätten zumindest das Vergnügen, selbst eine Windel in die Hand zu nehmen.

Montag, 23. Juli 2012: Bezahle möglichst immer selbst und aus eigener Tasche, damit du auf der Seite des Fordernden stehen bleibst.

Sonntag, 22. Juli 2012: Goldene Hochzeit, das sind 50 Jahre Heirat und die wunderliche Frage, ob man deswegen staunen oder angesichts der Anzahl Jahre erschrecken soll.

Samstag, 21. Juli 2012: Der aufmerksame Beobachter von öffentlichen Hochzeiten gewinnt nur dank abschreckenden Beispielen.

Freitag, 20. Juli 2012: Man mache sich von der anstehenden Arbeit selbst ein Bild und glaube nie der Einschätzung des Nächsten. Es ist immer mehr als man gedacht hat.

Donnerstag, 19. Juli 2012: Ifolor: Wo Kundenwünsche auf ewig Wünsche bleiben.

Mittwoch, 18. Juli 2012: Ein weiser Mann hat gesagt: "Jetzt ist die Zeit, um den Bürgern zu helfen und nicht den Banken, die den ganzen Schlamassel angerichtet haben!"

Dienstag, 17. Juli 2012: Distanz zur Sache vermag einen ungeheuren Weitblick zu schaffen.

Montag, 16. Juli 2012: Es soll Leute geben, die einen einigermassen intakten Gegenstand auf die Strasse setzen, damit andere auch noch etwas davon haben; hauptsache die Gönner haben nichts mehr davon!

Sonntag, 15. Juli 2012: Die totsichere Kombination, die jeden Gast flachlegt, das ist ein Kellner, der zur richtigen Zeit das falsche sagt, und es aber nicht so meint.

Samstag, 14. Juli 2012: Ferien schmecken schal, wenn man sie nicht verdientermassen angeht.

Freitag, 13. Juli 2012: Nur Schauspieler können für immer von der Bühne abtreten, ohne gleichzeitig tot zu sein.

Donnerstag, 12. Juli 2012: Opfikon heisst die Gemeinde im Kanton Zürich, wo den Bewohnern immerhin möglich ist, die Nieten an der Unterseite der überfliegenden Airbusse ohne Feldstecher zu zählen.

Mittwoch, 11. Juli 2012: Wunschvorstellungen: Nicht selten wird man rechtens dafür bestraft.

Dienstag, 10. Juli 2012: Hab Respekt vor Örtlichkeiten, wo einstmals nichts als Arbeit war.

Montag, 9. Juli 2012: Die globale Kommunikation der Gegenwart macht möglich, was alle Krankheiten und Kriege bisher nicht geschafft haben: Sie lässt unseren sozialen Nerv verkümmern, lässt unsere Identität verblassen und macht uns dabei glauben, sie sei Hilfe und Erleichterung.

Sonntag, 8. Juli 2012: Heiserkeit ist ein hervorragender Vorwand, dumm aus der Wäsche gucken zu dürfen.

Samstag, 7. Juli 2012: Du weisst, dass du etwas richtig machst, wenn ein Riese deine Hand schüttelt.

Freitag, 6. Juli 2012: Wir verharrten 11 Stunden unterhalb des Grimselpasses, da ein Festzelt uns gewissermassen den Weg versperrte ...

Donnerstag, 5. Juli 2012: Irgendwann stellt man fest, dass aus alten Freunden keine neuen mehr werden.

Mittwoch, 4. Juli 2012: Eine Gravur muss gelungen, aber keinesfalls gravierend sein.

Dienstag, 3. Juli 2012: Gott ist in allem, sagt man. Also ein bisschen wie ein Showmaster, der neben dem Rampenlicht steht.

Montag, 2. Juli 2012: Zuerst hat der Raum immer Recht.

Sonntag, 1. Juli 2012: Vermögen ist die Last der Masochisten.

Samstag, 30. Juni 2012: Vergessen können ist die grösste und am meisten kultivierte Stärke des Menschen - das Weltgeschehen legt jeweils Zeugnis darüber ab.

Freitag, 29. Juni 2012: Woher die Annahme kommt, es sei besonders aufregend für das Theater zu arbeiten, ist umstritten. Sicher ist, es ist aufregend - allzu aufregend.

Donnerstag, 28. Juni 2012: Wer Antabus nimmt, fordert Bier-Attacken heraus.

Mittwoch, 27. Juni 2012: Die erfolgreiche Wirtin weiss besser als ihre Gäste, was gut für sie ist, und weil sie klug ist, freut sie sich über die Schwächen ihrer Gäste.

Dienstag, 26. Juni 2012: Die Frage ist nicht, ob etwas zurückkommt, sondern, ob man vorbereitet ist, falls etwas zurückkommt.

Montag, 25. Juni 2012: Hilfe annehmen heisst doppelt gewinnen.

Sonntag, 24. Juni 2012: Was wir heute brauchen, das ist kein Zitronenkuchen.

Samstag, 23. Juni 2012: Wer nach Wahrheit strebt, braucht nur öfter was zu trinken.

Freitag, 22. Juni 2012: O Herr, gib mir die Kraft, dich einen göttlichen Arsch zu nennen.

Donnerstag, 21. Juni 2012: Im Regen wohnt viel Sonnenschein.

Mittwoch, 20. Juni 2012: In unmittelbarer Zukunft dürfte eines der Hauptprobleme die Herausforderung sein, die Menschenmassen termingerecht von Punkt A nach Punkt B zu bewegen.

Dienstag, 19. Juni 2012: "The cat was in charge!" - Lebewohl, Ueli.

Montag, 18. Juni 2012: Die traurige Wahrheit ist, dass wir keinen Menschen je zur Gänze kennen werden, egal was wir uns anderes einbilden.

Sonntag, 17. Juni 2012: Die eigene Klarheit darf durch keinen Zuspruch getrübt werden.

Samstag, 16. Juni 2012: Die Tragödie im Leben mancher Leute ist das Glück der anderen.

Freitag, 15. Juni 2012: Wir brauchen keine Religion, wenn wir einen Nachtbus haben, der uns müde und zufrieden nach Hause fährt.

Donnerstag, 14. Juni 2012: Man fühlt sich immer idiotisch und im Stich gelassen, wenn ein Freund so frei ist, zu sterben.

Mittwoch, 13. Juni 2012: Leute, die etwas dreimal sagen, sind offenbar nicht gewohnt, wenn ihnen zur Abwechslung jemand zuhört.

Dienstag, 12. Juni 2012: Harte Arbeit, die Geist und Körper fordert, ist nicht der Schlüssel zum Glück, aber immerhin ein Griff an die Türklinke.

Montag, 11. Juni 2012: Sammeln ohne sich Sammler nennen zu wollen; das schafft nur ein Materialist, der wünscht, seine Welt sähe noch gleich aus wie vor 20 Jahren.

Sonntag, 10. Juni 2012: Möglicherweise ist das Diesseits das Innere des Handschuhs und das Jenseits das Äussere - oder umgekehrt?

Samstag, 9. Juni 2012: Nötigung ist dem Grillmeister ein kleinerer Schrecken als die verkohlte Wurst.

Freitag, 8. Juni 2012: Die klarste Form der Verständigung ist die schriftliche, in der es zum Beispiel heisst, jederzeit eine Stellungnahme ablehnen zu dürfen.

Donnerstag, 7. Juni 2012: Zu mehreren ist alles einfacher - bevor es komplizierter wird.

Mittwoch, 6. Juni 2012: Die bedächtige Bewegung wirkt nur dann echt, wenn sie durch Ausgeruhtheit untermalt wird.

Dienstag, 5. Juni 2012: Ein klarer Blick auf geistig Behinderte zeigt, wie behindert wir - die 'Normalen' - sind.

Montag, 4. Juni 2012: Nimm dir die Zeit, sonst tun es die anderen.

Sonntag, 3. Juni 2012: Das innere Gespür des Menschen wird durch Kopfarbeit und Wunschvorstellungen ignoriert und entwürdigt, wie das hart arbeitende Volk von seinen Führern ignoriert und entwürdigt wird.

Samstag, 2. Juni 2012: Essen, wenn man hungert, trinken, wenn einen durstet, singen, wenn einem nach singen ist und sterben, wenn man leben will.

Freitag, 1. Juni 2012: Dummheit und Langeweile sind enge Verwandte; sie gehen Hand in Hand und meiden jenes Fremdwort, das ein respektables Leben schafft und 'Anstand' heisst.

Donnerstag, 31. Mai 2012: Die Natur findet immer einen Weg, wenn wir ihn längst aus den Augen verloren haben.

Mittwoch, 30. Mai 2012: Es gibt durchaus Open Air-Konzerte, die den Wind nicht nötig haben, der dafür sorgt, etwas Schwung in die Sache zu bringen.

Dienstag, 29. Mai 2012: Man darf enttäuscht sein, aber niemals entmutigt werden.

Montag, 28. Mai 2012: Ein Ausflug beugt dem Reisen vor.

Sonntag, 27. Mai 2012: Die goldene Mitte zwischen Besuchern und Besuchten liegt irgendwo zwischen "Vielen Dank!" und "Gern geschehen!"

Samstag, 26. Mai 2012: Ein Spaziergang im stadtnahen Wald erinnert daran, wie es in den späten Siebzigerjahren am Strand von Rimini zu und herging.

Freitag, 25. Mai 2012: Gangster, die Zeit der Einsamkeit ist hoffentlich bald vorbei.

Donnerstag, 24. Mai 2012: Fantasielose Bühnenbildner machen nach Möglichkeit vom Gigantismus Gebrauch. Sie laben sich an der schieren Grösse und begreifen nicht, weshalb die Aufbautechnik nicht ebenso begeistert ist.

Mittwoch, 23. Mai 2012: Die Zeit weiss nichts von der Geschwindigkeit, mit der sie an uns vorüberzieht. Sie gewinnt jedes Rennen; sie ist der einzig wahre Messer, dem wir bedingungslos unterworfen sind.

Dienstag, 22. Mai 2012: Ob dem Anblick zu schmunzeln, den ein Milchgesicht mit einer Zigarette im Mund hervorruft, ist nichts Unrechtes. Im Gegenteil: Nie sonst wird Dilettantismus echter gespielt.

Montag, 21. Mai 2012: Die Gereiztheit des anderen gibt der eigenen Gutmütigkeit erst die Veredelung.

Sonntag, 20. Mai 2012: Die unter dem Stern der Perfektion Geborenen vermögen selbst ihre Feinde zu überzeugen, nachdem sie mit Talent, Egoismus und Penetranz die erste Million verdient haben.

Samstag, 19. Mai 2012: Der Schweizer Landgasthof: Eines der letzten Refugien für Ruhe suchende Nostalgiker, solange man nicht in der Nähe des Kinder-Spielplatzes sitzt.

Freitag, 18. Mai 2012: In aller Stille vermögen wir Gewaltiges zu leisten; das Dumme ist nur, dass es dann meistens niemand mitbekommt.

Donnerstag, 17. Mai 2012: Der Wunsch, ein eigenes Haus zu bauen oder es mindestens zu besitzen, ist artgerecht; schliesslich waren wir noch nie sehr bescheiden.

Mittwoch, 16. Mai 2012: Schaue hin, wie umsichtig jemand ein Parkfeld besetzt, und du weisst, mit was für einem Typ Mensch du es zu tun hast.

Dienstag, 15. Mai 2012: Einst suchte der Mensch die Gesellschaft; heute versucht er, sich davor zu retten.

Montag, 14. Mai 2012: Wer es immer gut mit anderen meint, trinkt seinen Schnaps automatisch schneller.

Sonntag, 13. Mai 2012: Erwachsene: Kompliziertheit ist ihr schlimmstes Laster.

Samstag, 12. Mai 2012: Einen Ort satt haben, das ist immer gut. Umso mehr Neues steht einem offen.

Freitag, 11. Mai 2012: Die Bergbahn nimmt dem Berg mehr, als sie dem Menschen gibt, der gelernt hat, überall zu sein und nicht zu hinterfragen.

Donnerstag, 10. Mai 2012: Die tägliche Beschäftigung im Rentenalter ist eines der letzten heiklen Themen; um die Freiheit, die man im Leben kaum genossen, weiterhin auszuklammern.

Mittwoch, 9. Mai 2012: Womöglich ist sterben wie die Heimkehr nach einem langen, anstrengenden Tag.

Dienstag, 8. Mai 2012: Es gibt keine Gewohnheit, die es nicht wert wäre, gepflegt zu werden, egal wie verhasst sie uns ist oder wie unerfindlich der Grund dafür sein mag.

Montag, 7. Mai 2012: Sauberes Täubchen sauber gelandet!

Sonntag, 6. Mai 2012: Wehe(n)! Unterschätzt nicht die Kraft des vollen Mondes.

Samstag, 5. Mai 2012: Ein Turm allein ist zu klein, um 'prime' zu sein.

Freitag, 4. Mai 2012: Die moderne Gesellschaft ist reine Unterhaltungsmusik.

Donnerstag, 3. Mai 2012: Unbedingte Ehrlichkeit gegenüber dem Arzt empfiehlt, den Lebenswandel nicht sonderlich zu beschönigen, aber immerhin so zu tun, als ob man Besserung schwört.

Mittwoch, 2. Mai 2012: Die Migräne sollte nicht mit der Muräne verwechselt werden. Letzteres ist ein Meeresbewohner, dem Migränezustände bisher nicht nachgewiesen werden konnten.

Dienstag, 1. Mai 2012: Oh Tag der Arbeit, warum schielst du nicht nach Griechenland?

Montag, 30. April 2012: Gerade die engsten Freundschaften benötigen einen regelmässigen physischen Abstand, damit die schonungslose Ehrlichkeit nicht zum Maurer wird.

Sonntag, 29. April 2012: Eine Passion zu leben, das heisst, ausserordentliche Leistungen spielend auf sich zu nehmen.

Samstag, 28. April 2012: Weichen werden einem gestellt, ob man will oder nicht; bis man eines Tages merkt, dass das Beste am Ziel die Durchfahrt war.

Freitag, 27. April 2012: Der würzige Duft des Frühlings liegt in der Luft: Wo der schlechte Geschmack der Menge für einmal nicht zum Tragen kommt.

Donnerstag, 26. April 2012: Der Niedergang der Jahrtausende alten Privatwirtschaft, wo Menschen mit Menschen direkt Handel treiben, verschwindet zugunsten politisch motivierter Grosskonzerne, wo Macht alles ist und das Individuum nichts. - Es ist das Perverse, das hinter der Maske des 'Freundes' steckt.

Mittwoch, 25. April 2012: Im Wandel der Zeit wird es wieder eine Annäherung unter den Menschen geben, die alle Zivilisiertheit Lügen straft, wenn Schädel gesammelt werden, anstatt Aktien angelegt.

Dienstag, 24. April 2012: Solange sich herbe Enttäuschungen im Nachhinein als Glücksfall herauskristallisieren, ist gegen eine Pechsträhne nichts einzuwenden.

Montag, 23. April 2012: Wenn ein Multi wie Nestlé seinen immensen Gewinn nicht halten kann, bekommt man fast den Eindruck vermittelt, das Ende des Schokoriegels stünde bevor.

Sonntag, 22. April 2012: Es gibt kein spannenderes Wetter als dasjenige im Monat April. Hoch- und Tiefdruck wechseln im Minutentakt ab, während Migräneanfälle das meteorologische Schauspiel bis auf die Knochen spürbar machen.

Samstag, 21. April 2012: Erklärtes Ziel der westlichen Welt ist es, den Menschen noch älter werden zu lassen, im Namen der Demokratie und der zunehmenden Verarmung.

Freitag, 20. April 2012: Ältere Männer werden gemeiner, je älter sie werden. Das ist das grosse Geschenk für den Niedergang der Jugend.

Donnerstag, 19. April 2012: Sich mit Begeisterung in etwas hineinstürzen, das schliesst ein ganzheitliches Scheitern von vorneherein aus.

Mittwoch, 18. April 2012: Wenn Frankreich wählt, geht es für einmal nicht um die Wurst, sondern darum, wie viel importierte Gänseleber ein Franzose nicht verträgt.

Dienstag, 17. April 2012: Nicht unnötig etwas riskieren; diese Devise lohnt nur, wenn es um die Erhaltung der Liebe oder des Friedens geht.

Montag, 16. April 2012: Manchmal lohnt es, darüber nachzudenken, warum Dinge uns die Kraft rauben, die eigentlich das Gegenteil bewirken sollten.

Sonntag, 15. April 2012: Hollywood müsste ein Schlafmittel anmelden und patentieren lassen, aber selbst dafür fehlt die Idee.

Samstag, 14. April 2012: Das mittlere Alter ist Wiege und Hofstaat des Humors, wo Jung und Alt vor Kamikaze-Einsätzen niemals sicher sind.

Freitag, 13. April 2012: Die Regierung Nordkoreas mausert sich mit militärischer Genauigkeit zur hassenswertesten Landes-Führung. Da hilft es auch nichts, wenn ihre Raketen ins Wasser fallen.

Donnerstag, 12. April 2012: Jung lässt sich hervorragend schnell leben, nur saust man meistens an den Herrlichkeiten vorbei.

Mittwoch, 11. April 2012: Begrüsst schon jetzt die Agglomeration, bevor sie morgen ans Stadttor klopft.

Dienstag, 10. April 2012: Disziplin kann das Beste aus dem Menschen herausholen; sie kann aber auch das Gesunde zum Verschwinden bringen.

Montag, 9. April 2012: Wer Zweisamkeit nicht schätzt, schätzt Einsamkeit erst recht.

Sonntag, 8. April 2012: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Ernesto Pal. Im Himmel gibt's heut Freibier!

Samstag, 7. April 2012: Früher oder später wird Uninteressiertheit immer bestraft.

Freitag, 6. April 2012: Nur eines ist noch erbaulicher als der Geburtstag eines eigenen Kindes: Das Ableben derer, die man verabscheut.

Donnerstag, 5. April 2012: Das gute Buch wird verraten, seitdem die 'Starbucks'-Seuche auch renommierte Bücherläden befallen darf, die einem Allesfresser Platz einräumen.

Mittwoch, 4. April 2012: Je durchorganisierter, desto unvorbereiteter wird man getroffen.

Dienstag, 3. April 2012: Heirat: Der Bund zweier Menschen, die künftig in der glücklichen Lage sind, sich scheiden zu lassen.

Montag, 2. April 2012: Mit 40 glaubt man, gegen die Nervosität generell gewappnet zu sein. Das ist nur eines der vielen Irrtümer, dem Menschen dieses Alters noch immer erliegen.

Sonntag, 1. April 2012: Wer Ruhe bewahrt, hat alles.

Samstag, 31. März 2012: Eine Einheit, die die Zeiten überdauern soll, wird auf dem Amboss des gegenseitigen Respekts geschmiedet.

Freitag, 30. März 2012: Eine wirklich wichtige Gala lässt alle durstig zurück.

Donnerstag, 29. März 2012: Das Auto-Navigationsgerät lässt daran denken, dass wir einmal selbstbewusst genug waren, eine Strassenkarte zu lesen und das Fahrziel zu finden - früher oder später.

Mittwoch, 28. März 2012: Wo der Weg ansonsten frei wäre, lauert schon der Beamte.

Dienstag, 27. März 2012: Wenigstens im Geiste sollte jeder Mann Bartträger sein.

Montag, 26. März 2012: Wenig Arbeit = wenig Verdienst. Aber die Zeit dazwischen ist unbezahlbar.

Sonntag, 25. März 2012: Wesentliche Ideen geraten 'vorübergehend wegen anderen notwendigen Prioritäten' ins Vergessen; das ist ein Normalzustand bei Menschen, denen Zahlen mehr liegen als Gewissensfragen.

Samstag, 24. März 2012: Wird ein Vierzigjähriger beim Kauf eines Bieres zum zweiten Mal vom selben jugendlichen Kassierer nach dem Ausweis gefragt, sollte man ihm beim dritten Mal das Geld für eine Brille hinlegen.

Freitag, 23. März 2012: Schlafmangel heisst die am meisten geförderte Droge der Neuzeit.

Donnerstag, 22. März 2012: Nach Nachtarbeit kommt Morgenrot.

Mittwoch, 21. März 2012: Kniend lässt sich leichter über Leute Witze machen, die stehen müssen.

Dienstag, 20. März 2012: Gesundes Misstrauen ist die beste Lebensversicherung.

Montag, 19. März 2012: Die glaubwürdigste Erklärung, was der feine Unterschied zwischen Regeln und Gesetzen ausmacht, kann ein Mensch liefern, der lieber zockt als bezahlt.

Sonntag, 18. März 2012: Taub lässt sich schwer über Sternkunde sprechen.

Samstag, 17. März 2012: Je älter man wird, desto mehr glaubt man ans Gefunden-werden, als ans Finden.

Freitag, 16. März 2012: Erfolgreiche Firmen verstehen es, das Geld ihrer Abonnenten zu nehmen, während sie unausgegorene Dienstleistungen auf Kosten der Zahlenden zu 'verbessern' wissen.

Donnerstag, 15. März 2012: Tue zu zweit, was du nicht auch zu dritt tun könntest.

Mittwoch, 14. März 2012: Es gibt leider immer mehrere Wahrheiten.

Dienstag, 13. März 2012: Die gegenwärtige Devise auf Erden scheint zu lauten: "Warum einfach, wenn es kompliziert geht?"

Montag, 12. März 2012: Wer zu laut brüllt, ruft alte Erinnerungen wach.

Sonntag, 11. März 2012: Von allen Büchern stellt die Bibel den höchsten Buch-Preis in Aussicht: Wer den darin abgedruckten Ratschlägen nicht Folge leistet, bezahlt mit Fegefeuer und Verdammnis.

Freitag, 9. März 2012: Bei Seite 1000 angekommen und noch nicht am Ende angelangt. - Es gibt Autoren, denen zum Aufhören die Idee fehlt.

Donnerstag, 8. März 2012: Falsche Adressangaben sind ärgerlich, haben aber einen hohen Unterhaltungswert.

Mittwoch, 7. März 2012: Schüchternheit ist eine Art des Verhaltens, die einem meistens sympathischer wird, je besser man die Betroffenen kennenlernt.

Dienstag, 6. März 2012: Am Anfang war die Moral, doch am Ende fehlte das Geld.

Montag, 5. März 2012: Es gibt Autos, die eine Beanstandung an die Herstellerfirma regelrecht herausfordern, etwa, wenn sie sich beim Wenden als zu lang erweisen.

Sonntag, 4. März 2012: Einst war Freiheit ein Wort, das Hoffnung machte. Heute versuchen wir, nicht daran zu denken, um nicht vor lauter Scham umzukommen.

Samstag, 3. März 2012: Indisches Essen, so hervorragend es schmeckt, ist eine Herausforderung für den Magen, die kein Bier der Welt zu schmälern vermag.

Freitag, 2. März 2012: Die grösstmögliche Ehrlichkeit kommt von scheidenden Angestellten.

Donnerstag, 1. März 2012: Wenn im Augenblick etwas ermüdend ist, dann die wintermüde Einstellung der breiten Öffentlichkeit.

Mittwoch, 29. Februar 2012: "In den 60er Jahren hiess es, das Beste an Winterthur sei der Schnellzug nach Zürich!" - Kommentar eines alteingesessenen Bewohners der Stadt Winterthur.

Dienstag, 28. Februar 2012: Ein Fingerring 'mit Bedeutung' muss nicht viel kosten; zumal die meisten Versprechen ein kostspieliges Andenken nicht wert sind.

Montag, 27. Februar 2012: Noch vor 30 Jahren hiess es beim Kinder-Zahnarzt: "Die Zähne sind leidlich gesund, weiter so!" Heute heisst es: "Wunderbar! Eine Zahnspange wird das Kind ohnehin brauchen!"

Sonntag, 26. Februar 2012: 'Einen Gegenstand kann man ersetzen', aber soll man sich deswegen besser fühlen, wenn er kaputt ist und die Mittel für eine Neuanschaffung knapp sind?

Samstag, 25. Februar 2012: Ein Vorname ist höchstens halb so wichtig wie alle denken. Wäre es anders, dann gäbe es keinen Nachnamen.

Freitag, 24. Februar 2012: Steht ein Hochbett im Kinderzimmer, wird der Psychologe wahrscheinlich sagen: "Die Eltern dieser Kinder suggerieren ihren Sprösslingen bewusst oder unbewusst eine Überlegenheit gegenüber Kindern, die in herkömmlichen Betten schlafen!"

Donnerstag, 23. Februar 2012: Ein beschissener Tag ist immer noch schlechter als gar keiner.

Mittwoch, 22. Februar 2012: Nach dem letzten Lagerfeuer werden selbst die Amerikaner begriffen haben, was einen Afghanen richtig sauer macht.

Dienstag, 21. Februar 2012: Sich nichts anmerken lassen, das ist die wahre Kunst!

Montag, 20. Februar 2012: Ein Wiedersehen mit langjährigen ehemaligen Mitarbeitern ist wohltuend und heilsam. Die Vergangenheit ruht und die Gegenwart tut umso besser.

Sonntag, 19. Februar 2012: Petitionen sind etwas Grossartiges. Man unterschreibt und hat sogleich das Gefühl, die Welt ein wenig gerettet zu haben.

Samstag, 18. Februar 2012: Grosszügigkeit ist ein Wesenszug, den die meisten Menschen bei anderen erfahren möchten, nicht aber bei sich selbst.

Freitag, 17. Februar 2012: Die durchschnittliche Schweizer Hotellerie zieht den Gästen das Fell über die Ohren, mit der Begründung, ein gutes Bett im Heidiland sei den Reisenden ein Luxus, vor dem es kein Entrinnen gebe.

Donnerstag, 16. Februar 2012: Theorien sind etwas, das ungefähr anwendbar ist, etwa nach dem Beispiel Arbeit: Grössere Anstrengungen nach Möglichkeit vermeiden.

Mittwoch, 15. Februar 2012: Als 'teamfähig' dürfen diejenigen Arbeitskräfte bezeichnet werden, die sich vom Gruppengeist absorbieren lassen, selbst wenn das Team nur aus zwei Leuten besteht, die lieber Kaffee trinken würden.

Dienstag, 14. Februar 2012: Nichts auf der Welt ist mehr gefährdet als die überragende Idee eines armen Schluckers.

Montag, 13. Februar 2012: Innert 9 Monaten werden wir in Gang gebracht, um dann innert 80 Lebensjahren der Frage hinterherzuhinken, wozu das alles gut war.

Sonntag, 12. Februar 2012: Drogen sind schlecht für die Gesundheit, haben aber einen hohen Unterhaltungswert.

Samstag, 11. Februar 2012: So manche Randfigur der Gesellschaft lehrt einen mehr als der gebildetste Lehrer es je könnte.

Freitag, 10. Februar 2012: Das einzig Erfreuliche an der Bürokratie ist der Fakt, dass sie sich selbst von heiligen Angelegenheiten nicht abschrecken lässt.

Donnerstag, 9. Februar 2012: Ein Polterabend ist etwas für Leute, die in ledigen Jahren zu anständig waren.

Mittwoch, 8. Februar 2012: Heutzutage ist die Technik gerade gut genug, um uns unsere Abhängigkeit vor Augen zu führen.

Dienstag, 7. Februar 2012: Es würde nicht überraschen, wenn der Ingenieur des Cisalpino-Zugs Besitzer eines Busunternehmens wäre. Anders ist die blödsinnige Enge der Wagen nicht zu erklären.

Montag, 6. Februar 2012: 'A bird is known by its song - a man by his conversation' The Palace Bar, Dublin

Sonntag, 5. Februar 2012: Ein Heiratsantrag, der im ersten Moment von der Angebeteten nicht ernst genommen wird, kann eine Vorgeschichte aufweisen, die dazu bestimmt war, im Ernstfall zulasten des Antragstellers zu gehen.

Samstag, 4. Februar 2012: Im Dubliner Guinness Storehouse erfährt der Besucher, wie der eigentliche Volksheld Irlands heisst: Arth Guinness - der die Wasserzufuhr für sein Bier vor dem Sheriff mit der Axt verteidigte.

Freitag, 3. Februar 2012: Flughafenbestimmungen: Effektiv genug, um VOR der Reise für Aufregung zu sorgen.

Donnerstag, 2. Februar 2012: Die weniger Zuversichtlichen unter uns meinen, dass der stetig wachsende Datenstrom nicht ins Tal von Eldorado mündet, sondern geradewegs in die Hölle.

Mittwoch, 1. Februar 2012: Heirat und Kinder - Kinder und Heirat: Wer über der Sache steht, der werfe den ersten Stein.

Dienstag, 31. Januar 2012: Wer 'in sich' ruht, kommt aus dem Schlafen nicht mehr heraus.

Montag, 30. Januar 2012: Dem Tod durch erfrieren wird Ehre gemacht, indem man ihn als eine der angenehmsten unnatürlichen Todesarten betitelt. Laut Aussagen gleich mehrerer noch Lebender kann daran kein Zweifel bestehen.

Sonntag, 29. Januar 2012: Die grösste Unzulänglichkeit, die die Schweiz darstellt wie sie ist, stellt die generelle Unfreundlichkeit im Gastgewerbe dar. Dieser Makel wird besser gehütet als das Bankgeheimnis.

Samstag, 28. Januar 2012: Auf heimatlichen Pfaden scheut der Heimkehrer weder Tod noch Teufel, es sei denn, im heimischen Bett ist es unterdessen zu eng geworden.

Freitag, 27. Januar 2012: Solange der Vater die Stellung hält, ist es bis zur eigenen Kindheit nicht weit.

Donnerstag, 26. Januar 2012: Hotels: Je mehr Sterne, desto schlechter die Musik.

Mittwoch, 25. Januar 2012: Meide die Menge und spüre den Blick aller, sobald du auftauchst; alsdann erfährst du erneut, weshalb du die Menge meidest.

Dienstag, 24. Januar 2012: Die Kleine Schneefräse muss in Davos erfunden worden sein. Jeder Pensionär lenkt sie dort mit eifrigem Stolz durch schmale Wege, Vorplätze und Strassen, ungeachtet der Schneelast, die unterdessen sein Hausdach zum Einstürzen bringt.

Montag, 23. Januar 2012: Wer vermögend werden will, braucht nur beim WEF vorzusprechen.

Sonntag, 22. Januar 2012: Das Frotteetuch ist ein Zubehör, das sich in der Modewelt bisher nicht durchgesetzt hat, obschon man sich dort gern die Hände reibt.

Samstag, 21. Januar 2012: Schnee allein ist kein Beruf; doch wo er unter Menschen hinfällt, gibt er viel zu tun.

Freitag, 20. Januar 2012: Eines der Mysterien des Lebens ist der plötzliche durchschlagende Erfolg in einer Sache, an die der Schaffende bzw. seine Witwe nach Jahren der Durststrecke beinahe nicht mehr geglaubt hat.

Donnerstag, 19. Januar 2012: Über die Schifffahrt wird heute viel gesagt und geschrieben, niemals aber, dass schwimmende Städte mit einem Fassungsvermögen von bis zu 4000 Menschen zwangsläufig eine Mutprobe sind.

Mittwoch, 18. Januar 2012: Ältere Männer sprechen erst offen, wenn die Zuhörerschaft schlimmer dran ist als sie selbst.

Dienstag, 17. Januar 2012: Wer beleidigt, hält dem Druck nicht stand.

Montag, 16. Januar 2012: Faulheit ist keine Krankheit, sie bedarf nur manchmal der Lüge, um nicht übermässig ins Gewicht zu fallen

Sonntag, 15. Januar 2012: Mit der Menge baden ist nur etwas für Hartgesottene. Wer es reinlicher mag, der wäscht sich zu Hause.

Samstag, 14. Januar 2012: Wir haben einen Stand erreicht, wo Entspannung an jeder Ecke für teures Geld angeboten wird, von Leuten, für die Entspannung selbst ein Fremdwort ist.

Freitag, 13. Januar 2012: Die Krankheit, die uns kleinkriegt, muss nicht erst erfunden werden.

Donnerstag, 12. Januar 2012: Mit dem Geruch neuer unverbrauchter Technik atmen wir die künstliche Atemluft kommender Jahrhunderte.

Mittwoch, 11. Januar 2012: Wer im Industriequartier - wo alles mehr oder weniger gleich aussieht - neu ist, läuft Gefahr, auch mal einen Tag lang für die falsche Firma zu arbeiten.

Dienstag, 10. Januar 2012: Tue dein Werk im Stillen, um überraschend zu sein.

Montag, 9. Januar 2012: Das Handwerk hat seine Würde niemals eingebüsst; dennoch scheint es seinen Ruf verteidigen zu müssen gegen bürokratische Tätigkeiten, bei deren Ausübung die Angestellten ausser Muskelschwund nichts gewinnen.

Sonntag, 8. Januar 2012: Die Frau ist an allem Schuld; die Bibel sagt es und das Geld sagt es, welches sie für den Mann 'macht', während dieser allgemein nichts Böses denkt!

Samstag, 7. Januar 2012: Das Unterbewusstsein des Menschen ist eine Müllhalde, die nicht aufgeräumt werden darf. Ohne sie besteht kein Depot der Verdrängung mehr, das unser Gehirn von Geburt an sorgfältig angelegt hat.

Freitag, 6. Januar 2012: Das Bild der Drei Könige ist endgültig veraltet. Die Menschheit hat genug von selbstgefälligen Monarchen und korrupten Politikern. Alle Macht dem Volk. Die Zeit der Revolution ist angebrochen!

Donnerstag, 5. Januar 2012: Der Proletarier, der es verdient, als solcher erkannt zu werden, verdient wenig, macht sich vor seiner Zeit zum körperlichen Wrack und ist stolz darauf.

Mittwoch, 4. Januar 2012: Im Matsch liegend misst ein 10 Meter langer, geschmückter Weihnachtsbaum ungefähr ein Zehntel seiner früheren Gesamtpräsenz, denn alle Majestät ist ihm genommen und die Säge besorgt den Rest.

Dienstag, 3. Januar 2012: Manche Erkenntnisse der Wissenschaft sind ungemein tröstlich: Schlafen nachweislich mehrere miteinander bekannte Personen ohne ersichtlichen Grund miserabel, werden es die weitgereisten Sonnenwinde veranlasst haben.

Montag, 2. Januar 2012: Der Hahn, der ein Hybrid ist, liebt es abenteuerlich; deshalb hat er es auf alle Hennen abgesehen, nicht wie die reinrassigen Gockel, die sich zu fein sind, um Kreuzungen in Kauf zu nehmen.

Sonntag, 1. Januar 2012: Einen 1. Januar kann man den Schwänen füttern.

Samstag, 31. Dezember 2011: Silvester heisst, ein neues Jahr im Würgegriff der Bürokratie willkommen zu heissen, in der leisen Hoffnung, ein grösseres Stück vom Kuchen abzubekommen als bisher.