Aldo Betschart  
 

Archiv 2011

Freitag, 30. Dezember 2011: Einer Betriebsanleitung am Telefon zu folgen, ist keine einfache Sache. Insbesondere dann nicht, wenn die Anleitung eine andere Apparatur betrifft als diejenige, die tatsächlich vorhanden ist.

Donnerstag, 29. Dezember 2011: Wer ein Neugeborenes einmal in Händen gehalten und die Schlafmütze eine Weile beobachtet hat, der versteht nicht, wie jemand seine Höchstform mit den Worten beschreiben kann: "Ich fühle mich wie neugeboren!"

Mittwoch, 28. Dezember 2011: Die Verkupplung zweier Individuen wird um das 15. Altersjahr mit spielerischem Ernst betrieben, um das 20. Altersjahr mit aggressiver Lust, um das 30. Jahr mit ironischem Gehabe und mit 40 mit falscher Scham.

Dienstag, 27. Dezember 2011: Eine Bestandesaufnahme ist angebracht, und es wird ausdrücklich empfohlen, sich noch im alten Jahr umzubringen, sofern es nötig ist.

Montag, 26. Dezember 2011: Seid besonders wachsam in den letzten Tagen eines alten Jahres; denn nie sind wir verwundbarer als in Zeiten, wo wir glauben, das Schlimmste hinter uns zu haben.

Sonntag, 25. Dezember 2011: Die Tiere sind geschlachtet und verzehrt, Sticheleien wurden ausgetauscht, die Geschenke ausgepackt, die Kerzen am Weihnachtsbaum angezündet, und der Baum als Ganzes ist ebenfalls bewundert worden. Bis hierher und nicht weiter!

Samstag, 24. Dezember 2011: Weihnachten: Ein immer wiederkehrendes Problem, dem wir uns mit Leib und Seele verschrieben haben.

Freitag, 23. Dezember 2011: Die unanständigste Bedrohung für den Menschen erwächst aus unerfahrenen Autolenkern, die ihr Fehlverhalten nicht bemerken wollen, und darum gezwungen sind, mit ausgestrecktem Mittelfinger zu fahren.

Donnerstag, 22. Dezember 2011: Gute Absichten: Wer weise ist, belässt es bei der Absicht.

Mittwoch, 21. Dezember 2011: WIR vermehren uns nicht, um die Welt lebenswerter zu machen. Das besorgt bereits der Weihnachtsmann.

Dienstag, 20. Dezember 2011: Zweifellos ist mit der schonungslosen Vermarktung der 'heiligen Weihnacht' ein grotesker Punkt erreicht, der jeder ursprünglichen Absicht der Besinnung spottet.

Montag, 19. Dezember 2011: Es gibt keine Konsistenz beim Fondue, die am 'optimalsten' wäre. Allein die Spucke der Mitesser vermag schon ein Optimum zu verhindern.

Sonntag, 18. Dezember 2011: Intelligenz hemmt den Ideenreichtum; darum bringen es diejenigen, die Entschlusskraft zeigen und nicht lange nachdenken, in der Regel am weitesten.

Samstag, 17. Dezember 2011: Wie kann man von Fortschritt länger sprechen, wenn Jugendliche heutzutage ohne I-Pod kaum mehr die Strasse überqueren können?

Freitag, 16. Dezember 2011: Der Sturm hat alle Majestät, die dem Mensch beim Sturm abhanden kommt.

Donnerstag, 15. Dezember 2011: Mit etwas Zuversicht wird die Wahl der neuen Bundesrätinnen und Bundesräte eine gute Wahl sein, eine leidlich gute, oder mindestens nicht schlimmer als beim letzten Mal.

Mittwoch, 14. Dezember 2011: Wir tendieren dazu, allzu oft den Helfer zu spielen, vor allem dann, wenn niemand nach unserer Hilfe gefragt hat.

Dienstag, 13. Dezember 2011: Vollzeitbeschäftigte müssen sich künftig mit dem Gedanken anfreunden, Anfeindungen zu erfahren. Sie arbeiten nicht nur zu viel, sondern sitzen auf einer Beschäftigung, die gut genug für zwei weitere Menschen wäre.

Montag, 12. Dezember 2011: Einen Arzt brauchen private Angelegenheiten seiner Patienten nicht zu interessieren, und wir danken ihm dringend dafür.

Sonntag, 11. Dezember 2011: Sehe dich um an einem gewöhnlichen Sonntag Morgen, und du siehst, wie die Gegend vor 150 Jahren zur Hauptverkehrszeit belebt gewesen ist.

Samstag, 10. Dezember 2011: Das moderne Party-Volk besteht meist aus Kindern, die zu früh erwachsen geworden sind. Sie finden alles 'easy', 'cool' und 'fett', und können nicht begreifen, warum 'Der Vandalismus' etwas demoliert haben soll, wo sie es doch selbst waren!

Freitag, 9. Dezember 2011: Weihnachten, du perverses Fest, bestehst nicht mal den Kaufzwang-Test.

Donnerstag, 8. Dezember 2011: Zerstreutheit hat mit Vergesslichkeit wenig gemeinsam. Der Zerstreute hat keine Zeit, an Unwichtiges zu denken, während der Vergessliche selbst Unwichtiges bereits vergessen hat.

Mittwoch, 7. Dezember 2011: Mach dein Geld in aller Früh, so weisst du gar nicht recht, wie dir geschah.

Dienstag, 6. Dezember 2011: Ein echter Städter pfeift auf alles Ländliche; er mag die allgemeine Hektik und fühlt sich geborgen in Tram und Bus, selbst wenn vor lauter Mitfahrgästen alles aus den Nähten platzt. Das Landei bewundert und bedauert ihn dafür.

Montag, 5. Dezember 2011: Die Gangster der Neuzeit häufen ihr Vermögen mit der 'Verbesserung des Allgemeinwohls'. Deshalb geht es Ländern wie Griechenland und Italien so beschissen: Es wird nur für die Zahlungskräftigen gesorgt.

Sonntag, 4. Dezember 2011: Die Pose vermag einem Auftritt mehr Glanz zu verleihen, wo das wahre Wesen verdunkelt wird. Darunter leidet die Würde.

Freitag, 2. Dezember 2011: Es gibt keinen irdischen Kampf, der erbitterter geführt wird als der Kampf gegen Staub und Dreck; andererseits macht kein anderer Kampf mehr Sinn als eben derjenige.

Donnerstag, 1. Dezember 2011: Der Automatismus ist die Rutschbahn der Verhaltensweisen.

Mittwoch, 30. November 2011: Unsere Spezies erobert Länder; Nationen werden unterdrückt; wenn ein kleines Kind aber nicht in die Hosen will, stehen wir geschlagen da und fügen uns der Situation.

Dienstag, 29. November 2011: Besser am Abend einen "schönen Tag" wünschen als tagsüber den Abend verwünschen.

Montag, 28. November 2011: Wer am Montag Abend auf grosses Publikum setzt, übertreibt mit der Begeisterungsfähigkeit.

Sonntag, 27. November 2011: Ein Missverständnis wird erst gekrönt, wenn mindestens eine Partei die Absicht verfolgt hat, die bisherige Stimmung zu verbessern.

Samstag, 26. November 2011: Von den Chinesen kann man vieles sagen, nie aber, dass es von ihnen nicht zu viel gibt.

Freitag, 25. November 2011: Weihnachten, wie es die jetzige Generation Kinder kennenlernt, ist offensiv, drängt sich auf, dekadent, mit dem Versprechen, dass kaufen alles und mehr tatsächlich besser sei.

Donnerstag, 24. November 2011: Weltliche Gesetze kann man ändern oder abschaffen, niemals aber dasjenige, welches einem die Billett-Kontrolle auf den Hals hetzt, sobald man EINMAL kein gültiges Billett vorweisen kann.

Mittwoch, 23. November 2011: Wer einen falschen Eindruck der Schweiz mit nach Hause nimmt, und denkt, alle Bürger des Landes wären wohlhabend und reich, der war definitiv nur entlang der versnobbten Zürcher Bahnhofstrasse spazieren.

Dienstag, 22. November 2011: Die Neugier des Menschen erklärt, wie die Erfindung des Rades möglich war, nicht aber, warum wir nicht über die Richtung, die wir ansteuern, hinaus denken.

Montag, 21. November 2011: Die geschmückte Weihnachtstanne hat uns nie etwas zuleide getan. Dasselbe trifft nicht auf diejenigen zu, die die Städte damit ersticken.

Sonntag, 20. November 2011: Wer nicht erreichbar ist, lernt dazu.

Samstag, 19. November 2011: Warum dürfen Männer nicht trinken, solange Frauen reden?

Freitag, 18. November 2011: Grippeviren haben die sympathische Eigenschaft, vor Reichtum keinen Knicks zu machen.

Donnerstag, 17. November 2011: Würde das Fernsehen heute abgeschafft, stürben 80 Prozent der Menschheit an Langeweile, und die restlichen 20 Prozent am plötzlichen Verlust ihrer Popularität.

Mittwoch, 16. November 2011: Das Alter hat seine Vorteile! Wer zum Beispiel vergesslich wird, kann dieselben Bücher immer wieder lesen.

Dienstag, 15. November 2011: Jemandem nicht gratulieren hat auch Bedeutung.

Montag, 14. November 2011: Das Brockenhaus erlaubt uns, aus zweiter, dritter oder x-ter Hand zu wohnen, und zwar mit so viel und so wenig Stil, wie es mit wenig Geld nur möglich ist.

Sonntag, 13. November 2011: Nichts vermag die Perversität unseres Konsumzeitalters besser unter Dach und Fach zu bringen als das moderne, seelenlose Einkaufscenter, wo es des Nachts tatsächlich still ist wie in einer Leichenhalle.

Samstag, 12. November 2011: Das Bombardement der Weihnachtsdekorationen hat begonnen. Jetzt heisst es 'kaufen oder abhauen'.

Freitag, 11. November 2011: 11.11.11: An einem solchen Datum heiraten Leute, die mit der Abfertigung fertig werden.

Donnerstag, 10. November 2011: Um wahres Glück zu finden, muss man keinen einzigen Schritt tun. Alles was man braucht, ist eine gute Brille und ein wenig Zaster.

Mittwoch, 9. November 2011: Einfach verdientes Geld vermag nur die einfach Gestrickten zufriedenzustellen; alle anderen müssen für Betrug bezahlen.

Dienstag, 8. November 2011: Jedes Unternehmen lebt immer auch ein Stückweit vom alchemistischen Talent, Scheisse ins rechte Licht zu rücken, um sie gewinnbringend in Gold zu verwandeln.

Montag, 7. November 2011: Die 'Schönheits-Operation', wie sie bejubelt und verteufelt wird, ist zu einem tragisch-kuriosen Fach verkommen, für müssige Leute, die vorher nicht entstellt waren.

Sonntag, 6. November 2011: Bedauere diejenigen, die mehr haben als du, denn sie mussten vermutlich auch mehr dafür arbeiten.

Samstag, 5. November 2011: Mal ohne Sorgen in den Tag hineinleben zu können; das ist wahrer Reichtum, der mit Geld wenig, mit Glück aber viel zu tun hat.

Freitag, 4. November 2011: Es gibt keine bessere Reklame als Mundpropaganda, da jedermann dazu beitragen kann, der Wahrheit Flügel zu verleihen, bis sie in Form eines schwarzen Raben der Lüge alle Ehre macht.

Donnerstag, 3. November 2011: Es gibt eine Sache, die sicherer ist als der Tod, nämlich die Gewissheit, dass es - egal wo man hinkommt - eine Starbucks-Filiale geben wird. Doch anders als der Tod ist das beileibe nichts Tröstendes.

Mittwoch, 2. November 2011: "Der vermeintliche Agent stirbt im öffentlichen WC, nachdem er unwissentlich ein mit Gift versetztes Abführmittel zu sich genommen hat." - Der Dramatik des fiktiven Romans sind keine Grenzen gesetzt.

Dienstag, 1. November 2011: Liebe laut und ungezwungen, damit deine Nachbarn auch etwas davon haben.

Montag, 31. Oktober 2011: 'Halloween' in der Schweiz, das heisst, fremde Kinder auf ihren Wunsch mit Süssigkeiten zu beschenken und später eventuell die Zahnarztrechnung berappen zu müssen.

Sonntag, 30. Oktober 2011: Wo die Musik laut spielt, wie beim Oktoberfest, soll nicht gesprochen werden. Und wenn doch, dann nur im Mass.

Samstag, 29. Oktober 2011: Gib deinem Bett die Chance, jede Nacht einladender zu sein als in der Nacht davor.

Freitag, 28. Oktober 2011: Das mit Abstand wichtigste Möbel in einem Haushalt ist das Bett, in dem wir schlafen bzw. die Matratze, auf der wir liegen; da eine chronische Unausgeschlafenheit die Weltgeschichte negativ zu beeinflussen vermag.

Donnerstag, 27. Oktober 2011: Es gibt Mütter, die ihrem Säugling unwissentlich zu viel zumuten. Das wird jeder Passant bestätigen, der unfreiwillig als Zeuge fundierte und ein Ohr für schlechte Singstimmen hat.

Mittwoch, 26. Oktober 2011: Der ruchlose libysche Diktator ist tot und begraben. Traurig stimmt nur, dass als letzte Ruhestätte die unverdorbene heilige Wüste herhalten muss.

Dienstag, 25. Oktober 2011: Die neuen Sitze sind vergeben. Bereiten wir uns nun darauf vor, mit neuem Pathos alte Gerichte vorgesetzt zu bekommen, die bereits in der Antike fade und einfallslos schmeckten.

Montag, 24. Oktober 2011: Ein phänomenaler Ultraschall muss nicht zwingend mit der Fliegerei zu tun haben.

Sonntag, 23. Oktober 2011: Grüsse Personen, die dich ohne nennbaren Grund plötzlich nicht mehr kennen möchten, ganz besonders herzlich.

Samstag, 22. Oktober 2011: Taubstumme, die von Haus zu Haus ziehen und anhand eines vorgewiesenen Textes "das verkaufen möchten, was sie selbst gemacht haben", sind möglicherweise tatsächlich taubstumm. Und wenn nicht, dann sollte man ihnen nachhelfen.

Freitag, 21. Oktober 2011: Rockmusik ist die genialste Plattform, um ganz ungezwungen politisch unkorrekt zu sprechen. Ausserdem werden deren Sprachrohre - ihrer Offenheit wegen - mehr verehrt als alle geistigen Führer, was am genialsten ist.

Donnerstag, 20. Oktober 2011: Seine Eltern soll man lieben und ehren, sofern sie selbst einen lieben und ehren. Mit anderen Worten: lasst die Logik wieder auferstehen.

Mittwoch, 19. Oktober 2011: Anarchie ist ein schönes, ein erfrischendes Wort. Es macht sich gut im Kontrast zu Massanzügen und leeren Versprechungen, und es beinhaltet die Hoffnung auf Neuerungen, die frei von kapitalistischen Gedanken sind.

Dienstag, 18. Oktober 2011: Man wartet beinahe auf den Migrationsstrom, der in schwarzen Schuhen und schwarzen Hosen unser Land betritt, es einnimmt und tüchtig ausquetscht. - Wir Armen haben eben wenig zu verlieren.

Montag, 17. Oktober 2011: Nur die Politik schafft es, alle schlechten Eigenschaften des Menschen immer und immer wieder zu präsentieren, und mit dem Eindruck durchzukommen, es würde für Recht und Gerechtigkeit gekämpft.

Sonntag, 16. Oktober 2011: Die Schweizer Bürger müssen die Wahlkämpfe noch eine Woche lang ertragen. Bleibt tapfer und lasst euch nicht ins Bockshorn jagen.

Samstag, 15. Oktober 2011: Ist das Kind im Mensch zufrieden, ist man entweder unterhaltsam oder spendabel.

Freitag, 14. Oktober 2011: Ein Abend unter Freunden ist Nahrung für die Seele und Komödie für den Geist.

Donnerstag, 13. Oktober 2011: Die Kunst hat nie unter Drogen gelitten; höchstens darunter, sich zeitweilig keine leisten zu können.

Mittwoch, 12. Oktober 2011: Guter Rat ist teuer, doch schlechter Rat kommt uns noch viel teurer zu stehen.

Dienstag, 11. Oktober 2011: Selbstlosigkeit wird am geringsten geschätzt, obwohl sie nur schon wegen ihrer Seltenheit unbezahlbar ist.

Montag, 10. Oktober 2011: Eine gewisse Konstante bleibt auch nach eigenen Veränderungen bestehen, sofern Freunde und Bekannte sich immer noch über dieselben Zustände beschweren.

Sonntag, 9. Oktober 2011: Zu sich selbst findet erst, wer möglichst nicht sein will wie die anderen.

Samstag, 8. Oktober 2011: Legen Sie Ihr Kapital vernünftig an, am besten unter der eigenen Matratze, wie es bereits Ihre Urgrosseltern getan haben.

Freitag, 7. Oktober 2011: Manchmal ist der Rückzug ein Sieg - eine Wahrheit, die keine Armee der Welt je verstehen wird.

Donnerstag, 6. Oktober 2011: Die Gabe des gekonnten Dekorierens ist nicht allen gegeben - zum Glück nicht, sonst wären schon wieder alle Künstler!

Mittwoch, 5. Oktober 2011: Die Rauchpause ist eine Ungerechtigkeit, die die Raucher niemals begreifen werden. Ist ein Nichtraucher-Kollege bei ihrer Rückkehr nicht abrufbar, heisst es bereits: "Nie da, wenn man ihn braucht!"

Dienstag, 4. Oktober 2011: Vermummte Unruhestifter, die zigtausend anderen den Spass verderben, geben ein klägliches Bild ab, und ein Würstchen im Schlafrock ist und bleibt ein Würstchen.

Montag, 3. Oktober 2011: Freiwillige chronische Frühaufsteher dürfen auf ihre Leistung weniger stolz sein als gelegentliche Langschläfer, die schon vor der Pensionierung liegenbleiben dürfen.

Sonntag, 2. Oktober 2011: Es ist von Vorteil, die Katze aus dem Sack zu lassen, bevor man ihn versehentlich nach Afrika verschifft.

Samstag, 1. Oktober 2011: Wen die Kunst nicht beflügelt, den bringt sie um.

Freitag, 30. September 2011: Was künftige Parlamentarier am nötigsten brauchen werden, ist nicht politisches Verständnis, sondern eine Wasserwaage, um dem stetig zunehmenden Ungleichgewicht zwischen arm und reich Herr zu werden.

Donnerstag, 29. September 2011: Äthiopisches Essen schmeckt ausgezeichnet, und manchmal auch nach den Gegenständen oder Händen, die man zuvor noch berührt hat.

Mittwoch, 28. September 2011: Beim Kauf einer Matratze ist vor allem eines wichtig: dass man die richtige kauft.

Dienstag, 27. September 2011: Als Zeuge einer bewachten Lieferung Goldes von insgesamt 26 Tonnen, fällt die Überlegung auch nicht mehr ins Gewicht, wie weit man mit einem einzigen Barren zu 30 Kilogramm kommen würde.

Montag, 26. September 2011: Solange die Menschheit es nicht schafft, mit einem internationalen Flughafen nicht gleichzeitig ein Labyrinth zu bauen, so lange sollten wir uns hüten, mithilfe von GPS Ziele anzupeilen.

Sonntag, 25. September 2011: Gib einer Stadt nie die Möglichkeit, vom Land zu erzählen.

Samstag, 24. September 2011: Einen altbekannten Ort unter neuen, besseren Lebensumständen zu besuchen, ist weder interessanter noch befriedigender, sondern lediglich kostspieliger.

Freitag, 23. September 2011: Auf die drängende Frage: "Kann ich Ihnen helfen?", sollte man möglichst immer nett bleiben; ganz besonders, wenn man gerade am Allerwenigsten der Hilfe bedarf.

Donnerstag, 22. September 2011: Fähiges Personal lässt sich längst nicht immer von den Bäumen schütteln, besonders in einem Fach, wo der Wald offenbar gerodet ist.

Mittwoch, 21. September 2011: Beleidige stets nur Gesindel, welches höher gestellt ist als du selbst; denn das ist der Stoff, aus dem Helden gemacht sind.

Dienstag, 20. September 2011: Wir werden früh gelehrt, Leute nicht lange anzustarren, vor allem dann nicht, wenn sie angestarrt werden möchten.

Montag, 19. September 2011: Wankelmut: Krankhafte Charakter-Eigenschaft, die vor allem in der Politik und im Elternhaus zum Ausdruck kommt. Entscheidungen werden nach der jeweiligen Windrichtung oder dem Geschrei der Kinder geändert.

Sonntag, 18. September 2011: Man weiss nicht mehr, was man von diesen jungen Leuten halten soll, die nichts besseres wissen als zu randalieren und zu zerstören. Sollten sie aber in 20 Jahren dasselbe denken, so ist ihre Ehre gerettet.

Samstag, 17. September 2011: Die vor Ort vorgenommenen letzten Vorbereitungen vor dem Hochzeitsfest ähneln einer Festung im Kriegszustand. - Die Stellung wird gehalten, solange für Essen und Trinken gesorgt ist.

Freitag, 16. September 2011: Ein Volksaufstand wäre genau das Richtige, bevor wir einer Grossbank ein zweites Mal aus dem Dreck helfen. Die Titanic ist auch untergegangen, ohne dem Fischfang Schaden zuzufügen.

Donnerstag, 15. September 2011: Ein flottes Mundwerk ist hilfreich, rettet aber selten.

Mittwoch, 14. September 2011: Das Erinnerungsvermögen lässt mit dem Alter nach; alle übrigen Beschwerden nehmen zu.

Dienstag, 13. September 2011: Schon ein bewusster Streifzug durch den Supermarkt führt uns die Perversität vor Augen: Wir sind eine traurige, von Lobbies abhängige Konsumgesellschaft und ohne nicht länger überlebensfähig - und so was nennen wir Fortschritt.

Montag, 12. September 2011: Wer hin und wieder in den Zoo geht, wird feststellen, dass die am besten getarnten Tiere den schlechten Ruf geniessen, den wir ihnen entgegenrufen.

Sonntag, 11. September 2011: So viel Öl gibt es gar nicht im Irak, das die ganze Schweinerei verdecken könnte.

Samstag, 10. September 2011: Das Alter um die 20, sagen die Psychologen, ist 'einigermassen schwierig'. Man strotzt vor Saft und Kraft und lebt in der Überzeugung, nie 30 werden zu wollen. - Fürwahr ein hartes Los.

Freitag, 9. September 2011: Die Gewaltbereitschaft vieler Jugendlicher ist etwa gleich schnell erklärt wie manche von ihnen zuschlagen: Wo die Fähigkeit zum Dialog nicht vorhanden ist, wird nicht lange geredet!

Donnerstag, 8. September 2011: Das Schicksal geht seltsame Wege, aber immerhin braucht es nicht nach der Richtung zu fragen.

Mittwoch, 7. September 2011: Der Mensch ist einfach geartet und leicht zufriedenzustellen. Gib ihm Feuerwerk und er ruft: "oh!" Gib ihm Brot und er sagt: "danke!" Gib ihm Geld und er sagt: "mehr!"

Dienstag, 6. September 2011: Die Feststellung, dass auch der eigene Hausarzt vor Unfällen nicht gefeit ist, bringt ihn uns vorübergehend als Mensch und Leidensgenosse näher. Man fühlt sich fast schon dazu hingerissen, ihm gute Ratschläge zu erteilen.

Montag, 5. September 2011: Man soll es nicht für möglich halten, aber der Mist existiert tatsächlich: Eine Motorsäge für Kinder, die nichts als Krach macht, und das von der Firma Bosch, die DAMIT nichts als Umsatz macht!

Sonntag, 4. September 2011: Lieber Gott, du weisst, ich zweifle von Herzen an deiner Existenz; falls ich aber irren sollte und du etwas für mich tun möchtest, so schicke den Blitz und zerschmettere alle Grosskonzerne der Welt. Das wäre prächtig und wunderbar.

Samstag, 3. September 2011: Finanzieller Reichtum als Lebensziel, das ist nur etwas für ganz arme Leute.

Freitag, 2. September 2011: Schreiben ist auch ein bisschen wie Bergsteigen. Man arbeitet sich langsam und konzentriert an Feinheiten empor, bis ein Fehltritt in der Handlung einen wieder in die Tiefe zu reissen droht.

Donnerstag, 1. September 2011: Schmerzen der Gelenke und Muskeln bei geringster Belastung, dazu ein permanentes Schwächegefühl und Schluckweh - Grippeviren sind einfallsreich und mächtig, dass man neidisch werden könnte!

Mittwoch, 31. August 2011: Es gibt Neuigkeiten!

Dienstag, 30. August 2011: Zu wenig Zeitaufwand lässt das Ganze unausgereift erscheinen. Zu viel Zeitaufwand lässt die Freude daran schwinden.

Montag, 29. August 2011: Man darf nicht daran denken, wie viel Zeit wir im Lauf des Lebens mit Schwachsinn vergeuden. Um das zu tun sind wir nicht stark genug.

Sonntag, 28. August 2011: Die erzieherischen Massnahmen, denen sich die meisten Eltern heutzutage verschreiben, ist die heuchlerische Bemühung, den Spross unter bester Aufsicht zu wissen, während sie selbst wieder ihren Spass haben wollen.

Samstag, 27. August 2011: Globalisierung ist, wenn man zum Beispiel in einem Restaurant in Höngg argentinisch isst, obwohl man argentinisch viel besser in Argentinien ässe.

Freitag, 26. August 2011: Der Blumenstrauss als Symbol von Dankbarkeit und Wertschätzung hat die Jahrhunderte gut überdauert, nicht zuletzt, weil man ihn mithilfe des Verkaufspreises immer mehr vergoldet hat.

Donnerstag, 25. August 2011: Die Wespe ist ein ausgezeichneter Alleinunterhalter.

Mittwoch, 24. August 2011: Wer den anstrengenden Versuch unternimmt, über das Ende des Planeten Erde hinauszudenken, der mag zum Schluss kommen, dass möglicherweise doch alles umsonst gewesen sein könnte.

Dienstag, 23. August 2011: Lasse dir von niemandem sagen, was das Beste für dich ist, es sei denn, dein Spiegelbild hat es gesagt.

Montag, 22. August 2011: Die libyschen Rebellen sind in Tripolis! Jetzt müssen sich die Stämme langsam überlegen, wie SIE das viele Öl vor der Nato in Sicherheit bringen.

Sonntag, 21. August 2011: Autorität und Freundschaft lassen sich in einem Arbeitsverhältnis nur schwer unter einen Hut bringen. Das beweisen schon die schlechten unnötigen Scherze derjenigen, die es trotzdem versuchen.

Samstag, 20. August 2011: Das englische Modewort 'easy' wird gerne und oft von Personen benutzt, die das Gegenteil ausstrahlen. Damit wirken sie wie Politiker, die stets die Wahrheit sagen wollen.

Freitag, 19. August 2011: Ideenlose Leute haben das grössere Mundwerk. Das ist ihr Anspruch in einem ideenlosen Leben.

Donnerstag, 18. August 2011: Dinge, die einem wiederholt passieren, und gleichzeitig höchst merkwürdig und inspirierend sind, erlebt man meist nur im 'Risikogebiet', nämlich dort, wo die Tage nicht einer festen Planung unterliegen.

Mittwoch, 17. August 2011: Wo einem Rehe aus der Hand fressen, ist auch die Bärenfalle nicht weit.

Dienstag, 16. August 2011: 'Ein künstlerisches Werk soll mit Respekt behandelt werden'. - Diese Selbstverständlichkeit wird am wenigsten von den Leuten verstanden, die täglich mit Kunst und Kultur zu tun haben.

Montag, 15. August 2011: Katholiken feiern gerne.

Sonntag, 14. August 2011: Die Zürichsee-Schifffahrt leidet noch unter den Vibrationen, die jeweils beim Drosseln der Motoren 'reinen Tisch' machen.

Samstag, 13. August 2011: Die Strassenparade war ausserhalb begleitet von effizienter Nichtdaseinslust.

Freitag, 12. August 2011: Ein gesundes Milchgesicht von 20 Jahren, das mit neunmalklugen Sprüchen wahlweise Leute nach Biergeld fragt? - Wem könnte da nicht die Hand ausrutschen, wo es offenbar vorher noch niemandem passiert ist?

Donnerstag, 11. August 2011: Das Richtige hätte man gemacht, wäre man so klug wie heute. Und morgen möchte man die Fehler begehen, für die man früher keinen Sinn hatte.

Mittwoch, 10. August 2011: Wer ein wenig in die Zukunft schauen möchte, begebe sich zu einem grossen Flughafen. Dort findet man die Betriebsamkeit, Monopolisierung und Identitätslosigkeit einer scheinbar seelenlosen Gesellschaft, wie sonst nirgends.

Dienstag, 9. August 2011: Fashion - ein schrecklicher Begriff, aber dann schafft er auch wieder mehr Arbeitsplätze als alle Politiker der Welt.

Montag, 8. August 2011: Führe diejenigen, die dich nach einer Richtung fragen, zuerst stets in die Irre. Du kannst immer noch anders, nachdem sie sich bedankt haben.

Sonntag, 7. August 2011: Es ist nie zu spät, den Reiz des Sonntags vollumfänglich entdecken zu wollen, obschon man scheitern wird am Ende aller Samstage.

Samstag, 6. August 2011: Spannend wird es meistens dann, wenn man Spannung am meisten vermeiden möchte.

Freitag, 5. August 2011: In 50 Jahren mag die Menschheit 15 Milliarden Menschen zählen, aber die wichtigsten Themen des Lebens werden sich bis dahin nie geändert haben.

Donnerstag, 4. August 2011: Kunst macht frei - und hungrig.

Mittwoch, 3. August 2011: Echte Freundschaft lässt sich durch nichts beirren; höchstens aber durch Prestigeverlust, Finanzschwierigkeiten, Vertrauensmissbrauch und etwa 1000 andere Kleinigkeiten.

Dienstag, 2. August 2011: Die unverschämtesten Betrügerfirmen locken mit einer 'Gratis-Carfahrt' zum Rheinfall und einem 'Gratis-Früchtekorb', mit der Aussicht auf einen Gewinn von 3000 Schweizer Franken. - So viel Betrug kann nur ein Reinfall werden!

Montag, 1. August 2011: Wer sich gern Schweizer nennt, der sollte am Nationalfeiertag vor Freude jauchzen, was das Zeug hält. Denn schon anderntags muss er wieder aus Zeitungen lesen, was ihm bisher im eigenen Land erspart geblieben ist.

Sonntag, 31. Juli 2011: Das Berner Emmental verfügt über interessante begraste Hügel, die in der Form riesigen Kamelhöckern ähneln. Ansonsten haben die Emmentaler mit Kamelen nicht viel zu schaffen.

Samstag, 30. Juli 2011: Wer alles genau bedenkt, der möchte früher gehen, als es ihm erlaubt ist.

Freitag, 29. Juli 2011: Tanzen ist etwas Schönes, solange es nicht den 1000 Regeln gehorcht, mit denen die Tanzlehrer ihr Geld machen.

Donnerstag, 28. Juli 2011: Es kommt vor, dass man es mit einem Job schlecht trifft. Manche Leute sagen sich das immer wieder.

Mittwoch, 27. Juli 2011: Wer dem Mensch das Recht abspricht, den Tag und die Stunde des eigenen Todes selbst zu bestimmen, der hat das Wichtigste im Leben nicht begriffen - noch nicht.

Dienstag, 26. Juli 2011: Stellst du dich mit allzu viel Gewicht über den anderen, läufst du Gefahr, dass eines Tages der Schemel unter deinen Füssen zusammenbricht.

Montag, 25. Juli 2011: Dem Zwilling eines NEUEN Bekannten erstmals ganz unvermutet zu begegnen, das wirft ein merkwürdiges Bild auf das Wort, das Zufälligkeit heisst.

Sonntag, 24. Juli 2011: Drogen erleichtern das Leben dort, wo es bereits zu Ende ist.

Samstag, 23. Juli 2011: Die Vorliebe des norwegischen Massenmörders für Uniformen und Rangabzeichen zeigt einmal mehr, wie negativ solcherart Verkleidungen besonders auf den Verstand von Geistesgestörten einwirken.

Freitag, 22. Juli 2011: Die Heimkehr ins Heimatland verspricht etwas Trost, solange man sich einredet, in der Heimat gebraucht zu werden, selbst wenn man weiss, dass dem nicht so ist.

Donnerstag, 21. Juli 2011: Hat man die Schlange geduldig wartender Menschen einmal gesehen, die im Trinity College bei Regen und Kälte für das 'Book of Kells' anstehen, möchte man das Buch beinahe selbst geschrieben haben.

Mittwoch, 20. Juli 2011: Die frohe Frage lautet nur den ganzen Tag, wie die Iren es schaffen, derart freundlich und zuvorkommend zu sein, während wir uns mehr noch fragen, warum es bei uns nicht auch so ist.

Dienstag, 19. Juli 2011: Alle Parkanlagen der Welt sagen im Grunde dasselbe: 'Wir werden uns noch öfters sehen, wenn du erst mal alt bist'.

Montag, 18. Juli 2011: Wenn Iren heiraten, werden die gemeinsamen künftigen Tage selten schwärzer aussehen als das Bier, das sie trinken. - Knockananna, Wicklow County

Sonntag, 17. Juli 2011: Das Irische Frühstück besticht durch seine Stilsicherheit, und ausserdem mit allem, was dem Vegetarier 'gerade noch gefehlt' hat.

Samstag, 16. Juli 2011: 'Irland per Fahrrad erleben'. Angesichts der verschlungenen, engen Landstrassen gibt es kaum einen Scherz, der weniger lustig ist.

Freitag, 15. Juli 2011: Bei aller Idiotie, die ein Glaubenskonflikt an den Tag legen kann: Wer schmunzelt nicht beim Anblick einer ehemals protestantischen Kirche, wo Katholiken kurzerhand das Postamt unterbrachten? - Kenmore, Südküste Irland

Donnerstag, 14. Juli 2011: John Huston's Einfallsreichtum ist unbestritten; er ist umso bewundernswerter, da er 1954 klug genug war, den Tagesplan für seinen nächsten Film 'Moby Dick' jeweils im lokalen Pub zu besprechen. - Youghal, Südküste Irland

Mittwoch, 13. Juli 2011: Möwenmist, aus unmittelbarer Nähe betrachtet, räumt auf mit der optischen Täuschung und vergegenwärtigt, wie gross diese Vögel tatsächlich sind. - Denmore, Südost-Irland

Dienstag, 12. Juli 2011: Der Ire ist kaum bedauernswert; sein Haus steht im Grünen, ob er will oder nicht. - Knockananna, County Wicklow

Montag, 11. Juli 2011: A wise monkey is a monkey who doesn't monkey with another monkey's monkey. - Kelly Pub, Ballitore, Ireland

Sonntag, 10. Juli 2011: Reisevorbereitungen: Wer klug ist, streitet alleine.

Samstag, 9. Juli 2011: Lebe wohl, Don Juan. Nur Heirat ist schlimmer!

Freitag, 8. Juli 2011: Unterschätze nie den Appetit des kleinen, schmächtigen Mannes.

Donnerstag, 7. Juli 2011: Die gemeine Stechmücke ist der ultimative sommerliche Beweis, dass, sollte es eine Allmacht geben, die Welt vom Teufel regiert wird, der Stechmücken mehr liebt als uns. Und das aus gutem Grund.

Mittwoch, 6. Juli 2011: Auch Winterthur Seen kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es einen See dort nicht gibt - und ein Name allein verliert schnell an Anziehungskraft.

Dienstag, 5. Juli 2011: Es ist gut, sich vorher aus vollem Herzen zu freuen, da es nachher meist nichts mehr zu lachen gibt.

Montag, 4. Juli 2011: Eine Zeitung, die - angesichts des amerikanischen Unabhängigkeitstages - nur 17-jährige zu den USA befragt, wird die Meinung der Erfahrenen fürchten.

Sonntag, 3. Juli 2011: Beim perfekten Familienpicknick sucht man weniger die Natur als genügend Holz, um das verdammte Feuer so richtig in Gang zu kriegen.

Samstag, 2. Juli 2011: Caliente lockt die Massen an, und die Masse hat noch nie echten Musikgeschmack bewiesen.

Freitag, 1. Juli 2011: Man nehme eine Horde Schulkinder, um alle Gemeinheit, Brutalität und Falschheit auf einem Fleck versammelt zu sehen, die der Erwachsene später gegen bare Münze auf das Geschick der Welt überträgt.

Donnerstag, 30. Juni 2011: Warum gehen die Besitzer einer Hauskatze nur immer davon aus, die Katze sei versehentlich abgehauen?

Mittwoch, 29. Juni 2011: Die wahre Herausforderung des Lebens ist die, zwischen den 10'000 Ablenkungen immer noch Zeit zu finden, um das einzig Richtige zu tun.

Dienstag, 28. Juni 2011: Tote Helden sind tot - egal, wie lange sie gefeiert werden.

Montag, 27. Juni 2011: 'Stilsicherheit' heisst, auch bei 30 Grad Celsius mit langen Hosen Fahrrad zu fahren.

Sonntag, 26. Juni 2011: Wer die Erwartungen zu hoch schraubt, ist am Ende höchstens um eine Erfahrung reicher.

Samstag, 25. Juni 2011: Jugend schützt vor Engstirnigkeit nicht.

Freitag, 24. Juni 2011: Die Band war gut.

Donnerstag, 23. Juni 2011: Sollten wir einmal niemanden mehr enttäuschen, dann wissen wir, dass wir tot sind.

Mittwoch, 22. Juni 2011: Selbst schlechtes Wetter hat seine guten Seiten, wenn es dem Bauern die nötige Nässe und unsereinem einen Schreibtag verschafft.

Dienstag, 21. Juni 2011: Der Tag ist die Geschichte der berechtigten Hoffnung in den 4. Mann. Olé!

Montag, 20. Juni 2011: Dank der hohen Anzahl von Münzenspielen im Zürcher Zoo, dürfen unsere Kinder dort erstmals auch Casino-Luft schnuppern.

Sonntag, 19. Juni 2011: Die Respektlosigkeit, mit der das private Fernsehen einem filmischen Werk fremde Reklame aufzwingt, es mehrfach zerreisst und zuletzt um den Abspann beraubt, zeigt, dass der Metzger noch lange kein Kurator ist.

Samstag, 18. Juni 2011: In wahrem Luxus lebt, wer sich die Zurückgezogenheit leisten kann.

Freitag, 17. Juni 2011: In den meisten Fällen ist das Geschenkt-Kriegen eines Gutscheins erfreulicher als diesen einzulösen.

Donnerstag, 16. Juni 2011: Die Moralapostel sind am schlimmsten; in ihrer Biederkeit träumen sie von den Taten, die sie bei anderen verurteilen.

Mittwoch, 15. Juni 2011: Salat: Sein Ruf ist besser als die Winde.

Dienstag, 14. Juni 2011: Die Erbauer des Schulhauses in Oberrieden, welche das Gebäude 1901 'unserer Jugend' widmeten, wussten wohl kaum, was für Hosen und Röcke die Jugend heute trägt.

Montag, 13. Juni 2011: Es gibt eine Menge dumme Menschen, die gerne ein wenig klüger wären. Das zeigt schon der Ansturm der Leute auf das Luzerner Verkehrshaus - an Pfingsten!

Sonntag, 12. Juni 2011: Kinder wissen mehr vom Leben; sie zeigen uns fast täglich, dass es immer noch schlimmer sein kann.

Samstag, 11. Juni 2011: Oerlikon 'Neustadt': Der Ort, der alles an hässlicher Moderne zu bieten hat und doch nichts bietet.

Freitag, 10. Juni 2011: Ohne echte Hoffnung sind selbst die schlechtesten Aussichten recht viel versprechend.

Donnerstag, 9. Juni 2011: Triebfeder Neugier: Es gibt kein geeigneteres Mittel, um sich wissentlich den Tag zu verderben.

Mittwoch, 8. Juni 2011: Es gibt keine Wetterlage, die es nicht wert wäre, wegen ihrer absoluten Souveränität bewundert zu werden.

Dienstag, 7. Juni 2011: Tue es für dich, dann machst du es am besten.

Montag, 6. Juni 2011: Politik und Schleim: eine trefflichere Zusammensetzung gibt es nicht, um das Kabinettstück zu gewinnen.

Sonntag, 5. Juni 2011: Das endlose Gerede um Kachelmann kann man auf einen simplen Punkt bringen: Sollte er es nicht getan haben, freuen wir uns für sie.

Samstag, 4. Juni 2011: Das grösste Vergnügen bei der Betrachtung eines nahen, mittelgrossen Feuerwerks ist es, die anderen Betrachter bei ihre Flucht unter das Blätterdach der Bäume zu beobachten.

Freitag, 3. Juni 2011: Einst mussten Passanten fürchten, von Hufen zertrampelt zu werden; heute fürchten sie sich, auf einen Mitgliederbeitrag angesprochen zu werden.

Donnerstag, 2. Juni 2011: Sport ist nichts anderes als den Körper in dekadenten Zeiten in Bewegung zu halten.

Mittwoch, 1. Juni 2011: Im Streit zeigt sich die Affinität des Menschen für das Althergebrachte.

Dienstag, 31. Mai 2011: An alle Raucherinnen und Raucher, die entweder zu jung, zu pleite oder zu geizig sind, um sich ihre Zigaretten selbst zu kaufen: EIN Mensch fühlt mit euch und schmunzelt über so viel Not.

Montag, 30. Mai 2011: Mit Schliessen der letzten Schreibmaschinen-Fabrik verlassen wir das Zeitalter der Mechanik, um endgültig von der Computer-Lobby beherrscht zu werden. - Ein schwarzer Tag!

Sonntag, 29. Mai 2011: Der Städter setzt sich gern ins Gras, wo daneben keines wächst.

Samstag, 28. Mai 2011: Im Freien genossen, fehlt der Musik, was sie im geschlossenen Raum ohne Weiteres mit sich bringt: annehmbare Toiletten.

Freitag, 27. Mai 2011: Die Letzten werden die Letzten sein.

Donnerstag, 26. Mai 2011: Um das idiotische Sprichwort: 'Regen macht schön', weniger idiotisch klingen zu lassen, muss man am Ende nur das Wörtchen 'nass' hinzufügen.

Mittwoch, 25. Mai 2011: Wer als Mann dem Frauenfussball weniger Attraktivität zugesteht, der hat noch nicht genau hingesehen.

Dienstag, 24. Mai 2011: Kreativität füllt einen Tag mehr aus als 48 Stunden.

Montag, 23. Mai 2011: Wer anderen hilft, der lernt zuerst, was Undankbarkeit ist.

Sonntag, 22. Mai 2011: Es gibt keine Enttäuschung, mit der man nicht umgehen oder die man nicht vergessen könnte. Politiker machen es vor.

Samstag, 21. Mai 2011: Man muss sich fragen, warum die Gesundheit manchen Leuten derart wichtig ist, obwohl das Leben ihnen im Grunde wenig Spass macht.

Freitag, 20. Mai 2011: Von einem 'Schweizer Reinheitsgebot' darf man dort sprechen, wo Geldwäsche im grossen Stil betrieben wird.

Donnerstag, 19. Mai 2011: Freundschaft ist dort, wo ein gemeinsames Geheimnis gut aufgehoben ist.

Mittwoch, 18. Mai 2011: Seit Fukushima scheint man darauf abzuzielen, dem Atom dort die Schuld zu geben, wo der Mensch es versaut hat.

Dienstag, 17. Mai 2011: Finanzielle Aspekte und berufliche Leistungen deuten darauf hin: Der durchschnittliche Schweizer Schulmediziner wird bald mit Messer und Gabel operieren.

Montag, 16. Mai 2011: Die Zeit ist auch ein Schleier, wie etwa beim Zürcher Freibad Letzigraben: Wo früher gehenkt und gerädert wurde, wird heute geplanscht und gebadet.

Sonntag, 15. Mai 2011: Und das Leben ist doch gerecht: Es wird der Jugend immer versagt bleiben, einen Freund 25 Jahre lang zu kennen, und das, seitdem er beinahe schon erwachsen war.

Samstag, 14. Mai 2011: Eine gute Geschichte muss nicht unbedingt wahr sein, um sie kaum glauben zu können.

Freitag, 13. Mai 2011: Mut zur Entscheidung heisst nicht nur, ein bestimmtes Bier mal als weniger gut zu erachten.

Donnerstag, 12. Mai 2011: Genau betrachtet, ist es immer dann komisch, wenn andere es nicht lustig finden.

Mittwoch, 11. Mai 2011: Man tut jemandem einen Gefallen, indem man bereit ist, ihn zu treffen, obschon man lieber etwas anderes tun würde. Dann wird einem von derselben Person kurzfristig abgesagt. - Wo bleiben Zweck und Logik?

Dienstag, 10. Mai 2011: Wir sind der Meinung, die Welt befindet sich wieder einmal im Umschwung, wo dieselbe alte Ungerechtigkeit von Führern begangen werden wird, die uns heute eine neue, bessere Welt versprechen.

Montag, 9. Mai 2011: Egoismus ist nichts für Anfänger.

Sonntag, 8. Mai 2011: Die Erkrankung des Säugetiers ist ein natürliches Übel, das erst der Mensch, kraft seiner Eitelkeit, zu besiegen sucht. Am Ende eines jeden Sieges steht sodann wieder eine Krankheit, die sich Überbevölkerung nennt.

Samstag, 7. Mai 2011: Der Welt mangelt es an einfachen Antworten auf unkomplizierte Fragen.

Freitag, 6. Mai 2011: Jeder menschliche Gehörgang ist etwas anders beschaffen, noch dazu ohne Gewähr, Gehörtes auch tatsächlich zu begreifen.

Donnerstag, 5. Mai 2011: Um den Medien trauen zu können, müsste ein jeder seine persönliche Zeitung selbst verfassen. Und es würde auch dann noch verzerrt und gelogen werden.

Mittwoch, 4. Mai 2011: Was weniger schmerzt, ist die Tatsache, im eigenen Haus bestohlen zu werden, als mit solchen Leuten unter demselben Dach zu wohnen!

Dienstag, 3. Mai 2011: Dummheit ist das einzige Menschenrecht, das in jedem Land bedenkenlos gelebt wird.

Montag, 2. Mai 2011: Die Geschichte zeigt: Die Gewalt gehört zum Mensch wie die Luft zum Atmen. Und es ist gut zu wissen, dass mit Bin Laden ein Gewalttätiger weniger atmet.

Sonntag, 1. Mai 2011: Wer in Zürich City lebt, der hat für gewöhnlich Grosses vor, aber meistens nur im kleinen Rahmen.

Samstag, 30. April 2011: Wo Jesus angeblich Wasser zu Wein verwandelt hat, gelingt es der Gastronomie ebenso spielend, den Wein zu Gold zu machen.

Freitag, 29. April 2011: Eine Generalversammlung hat immerhin etwas Gutes, solange sie ohne Generäle auskommt.

Donnerstag, 28. April 2011: Der Schläger meint, man schlägt sich durch.

Mittwoch, 27. April 2011: Misstraue denen, die den Wecker nicht fürchten.

Dienstag, 26. April 2011: Voivod!

Montag, 25. April 2011: Das Traurige am Schönwetter ist, dass auch alle anderen es bemerken.

Sonntag, 24. April 2011: Wenn der Fluss unterbrochen ist, sitzt der Schreibende auf dem Trockenen.

Samstag, 23. April 2011: Erst wenn es um das Erben eines grösseren Vermögens geht und darum, dieses aufzuteilen, lernt der Mensch etwas über seinen wahren Charakter.

Freitag, 22. April 2011: Was ist alle Frömmigkeit wert, wenn sie nicht einmal etwas gegen den Osterhasen auszurichten vermag?

Donnerstag, 21. April 2011: Ohne Spass an der Sache ist das Leben nicht der Rede wert.

Mittwoch, 20. April 2011: Das Thema Radioaktivität ist offenbar weniger anhaltend als der gegebene Umstand. Neuigkeiten sind und bleiben eben Neuigkeiten.

Dienstag, 19. April 2011: 'A constant source of entertainment', meinte die amerikanische Betrachterin zum Kinde.

Montag, 18. April 2011: Tobi Joi is here, so we got to grill, Bungalo Bill.

Sonntag, 17. April 2011: Den Verzicht lernt man am besten am fremden Tisch.

Samstag, 16. April 2011: Über allem steht die Wiedersehensfreude.

Freitag, 15. April 2011: Eine Hotelbar ist nicht primär zum Reden da.

Donnerstag, 14. April 2011: Es gibt Menschen und es gibt den Südtiroler. Letzterer ist eine Erbauung im Reich der Tiere und eine Gattung, die es zu erhalten gilt.

Mittwoch, 13. April 2011: Ötzi, vor 5300 Jahren streiftest du, ein Jäger, durch die südlichen Alpen. Wer hätte gedacht, dass man dir in ferner Zukunft mit Hi-Tech zu Leibe rückt und deinen toten Körper die ganze Welt bestaunen wird!

Dienstag, 12. April 2011: Selbst im 4-Sterne-Hotel schmeckt Hähnchen immer noch wie Hähnchen.

Montag, 11. April 2011: Unter Tiefenthalers 'Bäumen' zu schlafen, das heisst, tief und fest zu schlafen.

Sonntag, 10. April 2011: Ein erfüllter Tag mit dem eigenen Kind ist mehr wert als alles Geld der Welt.

Samstag, 9. April 2011: Ein Beschluss von besonderer Feuerkraft: 'Er war wohl doch nicht der Richtige!'

Freitag, 8. April 2011: Da zu sein, wo alle hin wollen, ist auch nicht immer das Wahre; vor allem dann nicht, wenn sie nicht wegen unsereins kommen.

Donnerstag, 7. April 2011: Improvisieren heisst, eine unplanmässige Situation immerhin ein wenig spannend zu gestalten.

Mittwoch, 6. April 2011: 2 Jahre Philon Ernesto!

Dienstag, 5. April 2011: Die Frage ist nicht, ob katholisch oder reformiert, sondern wo die Party steigt.

Montag, 4. April 2011: Der Mensch hat die Bürokratie geschaffen, um allen zu zeigen, was Sadismus und Masochismus genau sind.

Sonntag, 3. April 2011: Ein gutes Buch zu kritisieren, das ist nicht schwer; selbst ein solches zu schreiben aber sehr.

Samstag, 2. April 2011: Wir freuen uns an der Wärme im Schweisse unseres Angesichts.

Freitag, 1. April 2011: Ein lockerer Lebenswandel setzt eine Charaktereigenschaft keineswegs voraus: Lockerheit in Bezug auf das Denken.

Donnerstag, 31. März 2011: Es gibt ihn, den Abschied, den man gerne nimmt.

Mittwoch, 30. März 2011: Kernschmelze: Ein in Japan wieder entdecktes Horrorszenario, dessen Szenenablauf noch nicht zu Ende geschrieben ist.

Dienstag, 29. März 2011: 5 Minuten bis zum Zielort, das heisst so viel wie: Glück gehabt!

Montag, 28. März 2011: Die Glückwunschkarte sollte endlich angemessen Konkurrenz bekommen: von der 'Ich-wünsche-dich-zum-Teufel-Karte'. Es wäre eine Marktlücke, die zweifellos Millionen einbrächte.

Sonntag, 27. März 2011: Eine unnötige Gemeinheit ist, wenn das völlig aus der Mode gekommene Umstellen der Uhr erst ein Ende hat, nachdem wir das Zeitliche gesegnet haben.

Samstag, 26. März 2011: Wenn Sie möchten, dass es besser wird, dann sollten Sie nicht wiederkommen.

Freitag, 25. März 2011: Nur Idealisten können behaupten, alles für ihre Armut getan zu haben.

Donnerstag, 24. März 2011: Wahre Legenden werden nie ganz beerdigt.

Mittwoch, 23. März 2011: Es gibt keine Heiligkeit, ausser die des Schlafs.

Dienstag, 22. März 2011: Erst wenn das Geld keine Rolle mehr spielt, hat der Mensch das Beste im Leben gefunden.

Montag, 21. März 2011: Oh Frühling, worauf hast du so lange gewartet?

Sonntag, 20. März 2011: Ein pathologischer Lügner muss das Handwerk der Verstellung beherrschen. Meistens entlarvt er sich jedoch selbst, da er es in seiner Eitelkeit zu weit treibt.

Samstag, 19. März 2011: Wollen wir hoffen, dass der Oberst im Mittelmeer baden geht.

Freitag, 18. März 2011: Wer seine Nettigkeit ausschliesslich innerhalb des Freundeskreises pflegt, ist ein Kleingeist.

Donnerstag, 17. März 2011: Der Unterschied spielt immer eine Rolle, die Frage ist nur, eine wie grosse.

Mittwoch, 16. März 2011: Ein neugeborenes Kind vor sich zu haben und die eigenen Jahre damit zu vergleichen, das ist wie ein Streifschuss der Endlichkeit.

Dienstag, 15. März 2011: Japan fördert auch die Scheinheiligkeit: Merkel lässt mal eben 7 Atomkraftwerke abschalten, so als ob man bis vor kurzem vergessen hätte, dass sie überhaupt in Betrieb sind.

Montag, 14. März 2011: Radioaktive Strahlung ist schwer mit Fassung zu ertragen.

Sonntag, 13. März 2011: Ein seltener Kinobesuch führt uns vor Augen, was das Fernsehen, VHS und DVD inzwischen angerichtet haben: Den Eintrittspreis von 19 Franken, das Bier nicht mit einbegriffen.

Samstag, 12. März 2011: Wo Kinder beim Fasching für einmal in eine Rolle schlüpfen, sucht der Erwachsene seine wahre Persönlichkeit im Schutz einer Maske auszuleben.

Freitag, 11. März 2011: Die Neuigkeit einer Naturkatastrophe im geschützten Rahmen fördert höchstens den Voyeurismus.

Donnerstag, 10. März 2011: Trompeter gehören zu der anständigeren Sorte Musiker, nicht zuletzt, weil sie während des Spielens nicht rauchen.

Mittwoch, 9. März 2011: Mindestens in einem Punkt sind Väter nicht anders als ihre Kinder: hin und wieder möchten sie die Mutter für sich alleine haben!

Dienstag, 8. März 2011: Feierabend

Montag, 7. März 2011: Im Strudel der Bürokratie wird der Freigeist stets seine Hölle finden.

Sonntag, 6. März 2011: Wir dürfen wieder einmal daran erinnert werden, dass jederzeit alles passieren kann, und warum nicht?

Samstag, 5. März 2011: Jack Kerouac schrieb 200'000 Wörter in nur 3 Tagen. Schreiben ist auch Spitzensport, denn Spitze war er.

Freitag, 4. März 2011: Ein gelegentlicher Exzess ist immer noch besser als gar keiner.

Donnerstag, 3. März 2011: URUÄ!

Mittwoch, 2. März 2011: Ein guter Morgengast will kein Ei, wo keines ist.

Dienstag, 1. März 2011: Mee Zuuug!

Montag, 28. Februar 2011: Ein würdiger Abschied ist manchmal mehr wert als ein Leben in Ehren.

Sonntag, 27. Februar 2011: Überraschungen bergen in der Regel Risiken, auf die man unvorbereitet ist.

Samstag, 26. Februar 2011: Im begrenzten Zeitraum von ein paar wenigen Stunden lässt sich durchaus Grosses schreiben, aber nicht an diesem Tag.

Freitag, 25. Februar 2011: Der zwecklose Widerstand heiligt nicht die Mittel, die zum Versagen geführt haben, er rechtfertigt sie nur.

Donnerstag, 24. Februar 2011: Alles zeitigt Folgen, vor allem die Folgen selbst.

Mittwoch, 23. Februar 2011: Zu Guttenberg: Wenn er kein Doktor ist, was ist er dann?

Dienstag, 22. Februar 2011: Wie viel Flüchtlinge verträgt Italien? Und reicht der Vorrat an Mehl, um alle menschengerecht mit schlechtem Weissbrot zu bewirten?

Montag, 21. Februar 2011: Erst Ägypten und jetzt Libyen: Es ist schon eine herrliche Genugtuung, auch den Aufstand rund um Gaddafi mitzuverfolgen.

Sonntag, 20. Februar 2011: Der unaufhaltsame Strom der Zeit ist die vom Mensch unverstandene Gnade des Universums.

Samstag, 19. Februar 2011: Kluge Jungens schneiden sich mehrmals.

Freitag, 18. Februar 2011: Man kann behaupten, die Welt wird etwas vernünftiger, wenn Diktaturen es schon mal leichter hatten.

Donnerstag, 17. Februar 2011: Atomwissenschaftler, die den Drogen zugetan sind, sind in der Regel keine strahlenden Gesprächspartner.

Mittwoch, 16. Februar 2011: Nichts ist so erfrischend wie der Zufall einer ungeahnten Begegnung, der mit einem gemeinsamen Getränk endet.

Dienstag, 15. Februar 2011: Zivilisiert ist, wer die Kluft zwischen dem Gedachten und dem Ausgesprochenen selten ungestraft überwindet.

Montag, 14. Februar 2011: Echte Mitteilsamkeit ist, wenn nur der Eine spricht.

Sonntag, 13. Februar 2011: Wenn Abstimmungen eines beweisen, dann, dass Gesetzesauflagen einen Dreck wert sind.

Samstag, 12. Februar 2011: Kapitalismus: Seelenloses Ungeheuer, das ohne Unterschiede alles frisst, was einmal wertvoll gewesen.

Freitag, 11. Februar 2011: Wenn Hinterbliebene noch nach Monaten beleidigt zur Kondolenz auffordern, dann weiss man nicht, was unanständiger ist.

Donnerstag, 10. Februar 2011: Sich nach 20 Jahren an einem Ort wiederzufinden, wo man 20 Jahre zuvor schon gewirkt hat; das nennt sich wohl ein unverbesserlicher Wiederholungstäter.

Mittwoch, 9. Februar 2011: Gute alte Freundschaften rosten nicht.

Dienstag, 8. Februar 2011: Besser ein Gewehr im Schrank als die UBS im Nacken.

Montag, 7. Februar 2011: Faktisch geht mit jeder neuen Arbeitssuche die Chance einher, sich selbst wieder besser kennenzulernen.

Sonntag, 6. Februar 2011: Die zeitliche Abweichung eines sonst zeitlich gefestigten Vorgangs nennt man nicht umsonst auch 'eine nur langsam nachvollziehbare, rhythmische Entgleisung'.

Samstag, 5. Februar 2011: Bitten und Befehlen sind zwei unterschiedliche Varianten, eine Aufforderung zu äussern. Um aber Missverständnisse zu vermeiden, sollte beides wie ein Schneeball nacheinander an den Mann gebracht werden.

Freitag, 4. Februar 2011: Die Reue mag manchmal einen hohen Preis haben, aber sie bildet den Charakter mehr als Selbstgefälligkeit.

Donnerstag, 3. Februar 2011: Unbekannte Anrufer, die ohne ein Wort zu sagen wieder aufhängen, werden leider nie erfahren, mit welch starken Begriffen sie getauft sind.

Mittwoch, 2. Februar 2011: 'Nano-Kullerkapseln' nennt sich der neueste ausgemachte Blödsinn, der von der Migros als Lockmittel auf unsere Kinder losgelassen wird. 'Zum Stapeln, Kullern und Sammeln', heisst es, wo 'zum Ersticken' stehen sollte.

Dienstag, 1. Februar 2011: Das stärkste Band auf Erden ist dasjenige zwischen einer Mutter und ihrem Kind. Es gibt kaum ein Vater, der das nicht insgeheim bedauert.

Montag, 31. Januar 2011: Der Mensch wird erst dann zum guten Beobachter, wenn er sich an etwas ergötzen kann.

Sonntag, 30. Januar 2011: Der Hochnebel hat einen Vorteil: Er macht viel Volk darüber verschwinden.

Samstag, 29. Januar 2011: 'Wenn der Euro scheitert, scheitert Europa!' - Der Sinn mancher Politiker für das Drama verliert nie seinen Wert.

Freitag, 28. Januar 2011: Kairo kann wenigstens eines von sich behaupten: Es ist diejenige Stadt, die die Unglücklichsten wieder glücklich macht, sobald man sie einmal verlassen hat.

Donnerstag, 27. Januar 2011: Man muss sein Gebiet verteidigen, selbst wenn man inzwischen vergessen hat, wo die Waffen sind.

Mittwoch, 26. Januar 2011: Die Welt ist ein Trauerspiel, wo alle wie ein Hund ihr Territorium verteidigen und andere nur am eigenen Knochen nagen lassen, damit sie am Ende des Tages nicht ganz alleine sind.

Dienstag, 25. Januar 2011: Dem Aktienmarkt liegt ein stetes Steigen und Fallen der Aktienpreise zugrunde; das erklärt, warum ein Aktionär selten ausgeglichen wirkt.

Montag, 24. Januar 2011: Attentat: Hinterhältiger Akt der Gewalt, der, wenn makellos ausgeführt, niemals zu den wahren (Wohl)-Tätern zurückverfolgt werden kann.

Sonntag, 23. Januar 2011: Kriminalromane gibt es deshalb wie Sand am Meer, weil sie das Schlechte im Mensch voraussetzen und die Vielfalt der Schlechtigkeit unerschöpflich ist.

Samstag, 22. Januar 2011: In Anbetracht eines fliessenden Abendablaufs ist die Erkenntnis mindestens so wichtig wie das Handeln, wo baldiges Nachhausegehen ratsam wäre.

Freitag, 21. Januar 2011: Wir haben gelernt, mit wichtigen Kleinigkeiten umzugehen, nachdem Grosses uns versagt geblieben ist.

Donnerstag, 20. Januar 2011: Die Schweiz dreht aufmüpfigen Diktatoren den Geldhahn ab, indem sie in einem 'Akt der Entschlossenheit' deren Konten sperrt. Lernen wir daraus und bewahren unsere Währung wieder unter der Matratze auf.

Mittwoch, 19. Januar 2011: Im Umbruch: Gegenwärtiger Stand der Menschheitsgeschichte, der schon ungefähr 10'000 Jahre andauert.

Dienstag, 18. Januar 2011: 'Nicht der Einfall, sondern die Konsequenz entscheidet.' - Erich Maria Remarque in seinem Roman 'Station am Horizont'.

Montag, 17. Januar 2011: Alles Nehmen scheint besser als das In-Angriff-Nehmen eines unwillkommenen Montags.

Sonntag, 16. Januar 2011: Liebe ist, wenn man trotzdem lacht.

Samstag, 15. Januar 2011: Das Schlimmste, was einer Stadt und ihren Bürgern zustossen kann, ist ein Partyvolk, das verzweifelt versucht cooler zu sein als der Rest der Bevölkerung.

Freitag, 14. Januar 2011: Das beste Mittel, um schwanger zu werden, ist immer noch die Gleichgültigkeit. Das sicherste Mittel aber ist die Einsicht, nicht mehr unbedingt schwanger werden zu müssen.

Donnerstag, 13. Januar 2011: Leidenschaft und Müdigkeit, das lässt sich entgegen landläufiger Meinung unter einen Hut bringen, sofern der Passionierte früh ins Bett geht.

Mittwoch, 12. Januar 2011: Ein Stoiker ist, wenn laut eigener Meinung sogar das Vergebliche nicht ganz vergebens ist.

Dienstag, 11. Januar 2011: Solange wir kommunizieren, solange leben wir. So wie der an Parkinson Erkrankte, der mittels Laptop seine Stimme ersetzt.

Montag, 10. Januar 2011: Die stetigen Neuigkeiten über die verheerenden Überschwemmungen in Australien - in einem Land, das normalerweise zur Trockenheit neigt - beginnen langsam immer mehr in unserem Bewusstsein Fuss zu fassen.

Sonntag, 9. Januar 2011: Zürich ist auch eine Stadt im Bauwahn, in der alteingesessene Bewohner mit unsauberen Methoden ihres Heims beraubt werden, um einer zukünftigen Nachbarschaft ein Leben 'unter idealen Bedingungen' zu ermöglichen.

Samstag, 8. Januar 2011: Am effektivsten ist die physische und psychische Belastbarkeit eines Erwachsenen beim Einkauf mit einem Kleinkind im Supermarkt messbar. Vielleicht erkennt das Militär mit seinen weit teureren Methoden hier Sparpotential.

Freitag, 7. Januar 2011: Eine Portion Moules-frites ausserhalb Belgiens belebt die Reiselust des Feinschmeckers, nicht aber seine Arbeitsmoral.

Donnerstag, 6. Januar 2011: Dass die Wichtigkeit einer 2. Gotthard-Röhre immer noch unterschätzt wird, ist anhand der gemachten Erfahrungen schwer nachvollziehbar. Schliesslich atmen und schlucken wir auch nicht durch dieselbe Röhre.

Mittwoch, 5. Januar 2011: Laut EU ist Dioxin ein Gift, das die Schweiz offenbar aus der Wundertüte kennenlernen darf.

Dienstag, 4. Januar 2011: Flauer Magen: bringt ein diffuses Körpergefühl zur Geltung, dessen Aussagekraft bei schlechtem Verlauf an Deutlichkeit gewinnt.

Montag, 3. Januar 2011: Die ersten Tage eines neuen Jahres, das ist wie im Heissluftballon zu sitzen und mit dem Abwurf alter Sandgewichte wieder Höhe zu gewinnen.

Sonntag, 2. Januar 2011: Wer Neues erleben will, steht schon ganz im Einflussbereich des angebrochenen Jahres. Wer Neues vermeiden will, steht schon ganz im Einflussbereich des angebrochenen Jahres.

Samstag, 1. Januar 2011: Wir verabschieden eine Dekade, die von Internet, Natel, Partnervermittlung, schlechtem Fernsehen und überhaupt von Oberflächlichkeit geprägt war, um uns in den kommenden 10 Jahren vollends daran zu gewöhnen.

Freitag, 31. Dezember 2010: Prosit Neujahr! Und darauf, dass wir dieselben Fehler wieder begehen werden.