Aldo Betschart  
 

Archiv 2010

Donnerstag, 30. Dezember 2010: Die Erfahrung zeigt, dass es der Jugend vermehrt an Erfahrung mangelt.

Mittwoch, 29. Dezember 2010: Laurent Gbagbo: Wer eine Wahlniederlage nicht akzeptieren kann, dem ist nicht mehr zu helfen, es sei denn, ihm wird nachgeholfen.

Dienstag, 28. Dezember 2010: 'Unternehmen Kloschüssel' konnte gegen Abend abgeschlossen werden.

Montag, 27. Dezember 2010: Ein Firmenessen unter 4 Augen gestaltet sich umso gediegener, wenn keine Einäugigen dabei sind.

Sonntag, 26. Dezember 2010: Vereiste Nebenwege- und Strassen sind momentan das fehlende Salz in der Suppe.

Samstag, 25. Dezember 2010: Schweigen ist die beste Geschenkidee.

Freitag, 24. Dezember 2010: Die Erwartungen, die oftmals an Heiligabend geknüpft sind, führen manchmal unweigerlich zu einem Knoten.

Donnerstag, 23. Dezember 2010: Weihnachten heisst auch, sich ein bisschen Zuneigung zu erkaufen.

Mittwoch, 22. Dezember 2010: Umsatz ist alles, die Chefs reiben sich die Hände: Verurteilen wir die rücksichtslose Sklaverei, die in diesen Tagen im Verkauf ihren Höhepunkt erreicht, und verweisen auf die Gewerkschaft.

Dienstag, 21. Dezember 2010: Ans Festnetz angeschlossene Telefone bestechen besonders durch den ausziehbaren Stecker.

Montag, 20. Dezember 2010: Kein Zweifel: der Christ gehört zur Gattung der Weihnachtstannen.

Sonntag, 19. Dezember 2010: Eine Absage ist immer negativ zu werten. Selbst dann, wenn wir lieber gar nicht arbeiten wollen.

Samstag, 18. Dezember 2010: Gesund leben mag gesund sein, jedenfalls ist es verdammt langweilig.

Freitag, 17. Dezember 2010: Zürich ist ein Seuchenherd. Aber dann sind wir auch der Seuche wert.

Donnerstag, 16. Dezember 2010: Das mutwillige Vergessen (einer mehr oder weniger wichtigen Angelegenheit) liegt nicht in der Natur des Menschen. Und wenn doch, dann ist es eher ein bewusstes nicht-daran-denken-Wollen.

Mittwoch, 15. Dezember 2010: Armes Italien! Wird dir nichts anderes übrigbleiben, als mit Berlusconi noch einmal 2 bis 3 Jahre einen alten, geilen Clown zu erdulden?

Dienstag, 14. Dezember 2010: Die Anzahl wahrer Freunde, die uns auch in den schlechtesten Zeiten zur Seite stehen, lässt sich oft genug an der Hand eines Fingerlosen abzählen.

Montag, 13. Dezember 2010: Nicht Geld regiert die Welt, sondern die Chemie, die wir in uns hineinpumpen lassen.

Sonntag, 12. Dezember 2010: Krankheit ist das, was der Poet lieber 'Sühne des Leibes' nennt.

Samstag, 11. Dezember 2010: Solange das Fieber die Kinder anhänglicher macht, kann es nicht durch und durch schlecht sein.

Freitag, 10. Dezember 2010: Wir spielen, um zu leben.

Donnerstag, 9. Dezember 2010: Mehr als alle menschlichen Regungen, schafft es die Vorfreude, selbst den Brutalen einen kindlichen Zug aufs Gesicht zu zaubern. Die Frage ist nur, für wie lange.

Mittwoch, 8. Dezember 2010: Man kann wohl sagen, dass, was das kulturelle Angebot der Stadt Zürich anbelangt, die Quantität endgültig über die Qualität gesiegt hat.

Dienstag, 7. Dezember 2010: Künftig wird auf dem Arbeitsmarkt nur überleben, wer im Zeitdruck, anstatt zusammenzuklappen, das Beste aus sich herausholt. Das nennt man dann 'Das wieder hergestellte Zeitalter der zweckdienlichen Versklavung'.

Montag, 6. Dezember 2010: Wollen wir hoffen, dass der heilige Nikolaus allen Modewellen weiterhin trotzt und dick bleibt, so dass er nicht durch meinen Kamin hereinkommt.

Sonntag, 5. Dezember 2010: In früheren Zeiten sind selbst in der 'wohlhabenden Schweiz' auch Hunde verzehrt worden. Werden wir jetzt nicht wählerisch.

Samstag, 4. Dezember 2010: Angst muss man erst haben, wenn auch die Freunde ringsum älter werden.

Freitag, 3. Dezember 2010: Schreiben ist auch ein bisschen wie malen; man kann dem Werk schlecht den Rücken kehren, ohne vorher gewissen Stellen eine neue Schattierung zu geben.

Donnerstag, 2. Dezember 2010: Ein jeder Besuch im Altersheim ist wie der eigenen Zukunft tief in die Augen zu schauen.

Mittwoch, 1. Dezember 2010: Der Begriff 'Familienglück' ist wie das dünne Eis, auf dem man besser nicht Schlittschuh läuft.

Dienstag, 30. November 2010: Der sogenannte Zufall ist eine fragwürdige Begebenheit, die uns mal besser, mal schlechter in Szene setzt.

Montag, 29. November 2010: Die Kündigung ist immer noch das verlässlichste Mittel, den Chef am besten kennenzulernen.

Sonntag, 28. November 2010: Rassismus gehört ausgeschafft, überall und immer!

Samstag, 27. November 2010: Rugby ist Testosteron in Reinkultur. Das sieht man schon daran, dass der Ball im Spiel nicht rund ist, sondern verbogen

Freitag, 26. November 2010: Ein Arzt lebt am ergiebigsten von den Bagatellen, die wir ihm täglich zumuten.

Donnerstag, 25. November 2010: Die Direktheit gehört mitunter zu den tadellosesten beleidigenden Massnahmen.

Mittwoch, 24. November 2010: Ernsthafte Absichten müssen 'totgeredet' werden, damit wir auch totsicher an dem Vorhaben festhalten können.

Dienstag, 23. November 2010: Die niedere Beschäftigung des Parkbussen-Verteilens steht wirbellosen Tieren nach wie vor am besten.

Montag, 22. November 2010: Warten ist eine ausgezeichnete Bewährungsprobe für den Charakter, mehr noch, wenn man dafür bezahlt wird.

Sonntag, 21. November 2010: Der professionelle Umgang mit dem Computer ist den wenigsten älteren Semestern gegeben. Die meisten Anderen sterben vorher an geistiger Zermürbung.

Samstag, 20. November 2010: Man muss sich fragen, ob mit den paradoxen, Verwirrung stiftenden Rechtschreibreformen der letzten Jahre nur möglichst viel Duden-Bücher verkauft werden wollten.

Freitag, 19. November 2010: Lass es krachen Karin, wo immer du bist!

Donnerstag, 18. November 2010: Wenn eine Software mit einer älteren derselben Marke nicht kompatibel ist, dann heisst das, wir lassen uns von einem Konzern nötigen, immer das Neueste zu kaufen; was viele dieser Firmen ohne die leisesten Skrupel tun. Ungestraft!

Mittwoch, 17. November 2010: Das beste Gespräch ist wie das Feuer, das sich von selbst entfacht.

Dienstag, 16. November 2010: Das überflüssigste Theater ist immer noch dasjenige, das man um den eigenen Geburtstag macht.

Montag, 15. November 2010: Eine jede Zäsur trennt die Spreu vom Weizen.

Sonntag, 14. November 2010: Die Gedanken vieler Schreibenden konzentrieren sich im Wesentlichen auf zwei Protagonisten: den Buchverleger, der sich vor Manuskripten nicht retten kann, und den Schreibenden selbst, der nicht von ihm gerettet wird.

Samstag, 13. November 2010: Die Zahl der ungenützten Tage nimmt mit zunehmendem Alter allmählich ab, nicht aber die Zahl der unnützen Dinge, die wir tun.

Freitag, 12. November 2010: Es gibt Momente, wo etwa die Enge eines knapp bemessenen Supermarktes den Mörder in uns zwar nicht zutage fördert, ihn aber immerhin hinter verschlossener Tür durchs Guckloch schauen lässt.

Donnerstag, 11. November 2010: Die Guggenmusik hat immerhin auch EIN Gutes: Militärmärsche werden gemieden.

Mittwoch, 10. November 2010: Hiob: Wenn die Gerechten leiden, dann hat jemand anderes einen Herzinfarkt erlitten.

Dienstag, 9. November 2010: Hingabe ist, wenn man etwas wissentlich vergebens tut, jedoch im Wissen, es nicht umsonst zu tun.

Montag, 8. November 2010: Gegen unwahre Unterstellungen gibt es nur ein Mittel: gnadenlos zurückschlagen.

Sonntag, 7. November 2010: Die gefährlichste Gattung Mensch sind die 'Jaja-das-wird-schon-werden-Philosophen'. Deren Anschauung der Dinge ist schläfrig und fatal, seit es die Verhütung von Katastrophen gibt.

Samstag, 6. November 2010: Die vermehrte Gedankenverlorenheit wird dann zu einem Problem, wenn Bekannte sich hinterher bei anderen als bei uns beschweren.

Freitag, 5. November 2010: Bedeutenden Tagen allzu viel Wichtigkeit beizumessen, ist fast immer ein verheerender Fehler. Die Zeit mag offenbar nicht, wenn man eines ihrer unzähligen Kinder bevorzugt.

Donnerstag, 4. November 2010: Leo Tolstoi hat in der Jugend gemordet, vergewaltigt, sich duelliert und getrunken. Das alles hat ihn später zu einem besseren Menschen gemacht, zu einer Instanz des Friedens. Ganz ohne Vorbildcharakter - oder etwa doch?

Mittwoch, 3. November 2010: Die Spanier sind nicht die freundlichsten Europäer, das wird Ihnen jeder Portugiese bestätigen.

Dienstag, 2. November 2010: Den Traum zu leben ist das oberste Prinzip und wird schlussendlich allen Menschen zugute kommen.

Montag, 1. November 2010: Die metaphysische Frage, weshalb ein Unglück selten allein kommt, kann uns bei allem Pech kein Gelehrter beantworten. Wir wundern uns nur und stehen den Geschehnissen machtlos gegenüber.

Sonntag, 31. Oktober 2010: Gegrüsst sei Lukas Hartmann.

Samstag, 30. Oktober 2010: 'Gagaismus' ist Religion und Politik in Reinform.

Freitag, 29. Oktober 2010: Mit dem Benutzen eines WCs, das auch als Drogenumschlagplatz dient, offenbart sich trefflich, warum immer von der 'Verrichtung des Geschäfts' die Rede ist.

Donnerstag, 28. Oktober 2010: 'Gut schaust du aus mit deiner Bräune!', sagte der Eine. 'Das ist keine Bräune, sondern der Blutdruck', entgegnete der Andere.

Mittwoch, 27. Oktober 2010: Der Kronzeuge des Gewissens ist der Irrglaube, es wenigstens versucht zu haben.

Dienstag, 26. Oktober 2010: Ein Zirkus hinterlässt nicht selten einen tiefen Eindruck, besonders an erdigen Stellen, wo das Hauptzelt gestanden hat.

Montag, 25. Oktober 2010: Organisatorisches Talent gilt erst dann als gesichert, wenn wir alle aus dem Schneider sind.

Sonntag, 24. Oktober 2010: Zeit zu leben und Zeit zu sterben, und Zeit, den Sonntag zum zweiten Samstag zu machen.

Samstag, 23. Oktober 2010: Ein gern gesehener Gast fühlt sich immer bereichert, auch wenn er noch so viel zahlt.

Freitag, 22. Oktober 2010: Die Nichtigkeit der Wichtigtuer kommt aus einem gesunden Minderwertigkeitsgefühl heraus.

Donnerstag, 21. Oktober 2010: Ein bisschen mehr Zeit nützt nichts, wenn wir nicht früh genug dagewesen sind.

Mittwoch, 20. Oktober 2010: Die Bibelauslegung oder 'Exegese' überzeugt an der Stelle am meisten, wo Jesus Wasser in Wein verwandelte. Das allein sagt alles über die kriecherischen Asketen, die nach ihm kamen.

Dienstag, 19. Oktober 2010: Wenigstens in einem Punkt hat die Bibel Recht: Jesus Christus war kein Innerschweizer.

Montag, 18. Oktober 2010: Wer den Montag mag, ist entweder verrückt oder zu beneiden.

Sonntag, 17. Oktober 2010: Warum verhält es sich so, dass wir erst nach unserem Tod besser gewesen sind, als wir es im Leben waren?

Samstag, 16. Oktober 2010: Solange es den kleinen Bruder Streik gibt, wird der 'kleine Mann' nicht ganz vergessen. Es ist die einzige Sprache, die die Grossen verstehen.

Freitag, 15. Oktober 2010: Niemand geht so oft an eine Beerdigung wie ein menschenfreundlicher Coiffeur, der schon lange im Geschäft ist.

Donnerstag, 14. Oktober 2010: Wer den Kreislauf der Natur noch nicht gänzlich begriffen hat, sollte öfters mal einen Komposthaufen aufsuchen.

Mittwoch, 13. Oktober 2010: Sollten die Chilenen die Bedeutung ihres neuen Nationalstolzes nach der geglückten Bergung der 33 Kumpel richtig verstanden haben und nicht vergessen, dann ist Chile ab heute das erste Land ohne Makel.

Dienstag, 12. Oktober 2010: Vermögende Arbeitnehmer, die ihren Beruf lediglich 'aus Langeweile' weiterhin ausüben - was ist unsozial und egoistisch, wenn nicht genau das?

Montag, 11. Oktober 2010: Es ist ganz so, wie die Wissenschaftler sagen: Raum und Zeit ist alles.

Sonntag, 10. Oktober 2010: Wie ist es möglich, dass bei über einer Milliarde Chinesen das Recht auf freie Meinungsäusserung vom Volk noch nicht erkämpft worden ist? Können die etwa doch kein Kung Fu?

Samstag, 9. Oktober 2010: In herbstlicher Müdigkeit sinken wir in die Daunen, um dem nicht bepelzten Kater ein wenig Wärme zu geben.

Freitag, 8. Oktober 2010: Was, wenn den intellektuellen Schwarzmalern eines Tages die Farbe ausgeht?

Donnerstag, 7. Oktober 2010: Wer religiös ist, der darf einem nicht geheuer sein. Alles andere wäre in den Teufel investiert und eine Sünde.

Mittwoch, 6. Oktober 2010: Der Integrationswille ist so alt wie der Integrationswiderstand. Er beginnt bereits in der Kinderkrippe.

Dienstag, 5. Oktober 2010: Wenn wir einer Person, dir wir nicht mögen, immer mal wieder begegnen, dann will uns das Leben etwas sagen, nämlich, dass wir die Person noch weniger leiden können als wir gedacht haben.

Montag, 4. Oktober 2010: Wer am Montag gerne aufsteht, hat im Leben etwas Entscheidendes richtig gemacht - nämlich gelernt zu vergessen, was für ein Wochentag einen gerade umgibt.

Sonntag, 3. Oktober 2010: Labilität und Suchtgefahr können einem einzelnen Menschen nie derart zusetzen wie seinen Freunden, die ihn zu ertragen haben.

Samstag, 2. Oktober 2010: Diven führen eine Herrschaft, die sie sich ausschliesslich selber gönnen.

Freitag, 1. Oktober 2010: Grossväter sind zwar nicht mehr jung und voll Schwung, aber dennoch manchmal die Rettung.

Donnerstag, 30. September 2010: Faulheit ist etwas, das wie eine Krankheit um sich greift, wenn man nicht vorher schon faul gewesen ist.

Mittwoch, 29. September 2010: Bitte keine Premieren!

Dienstag, 28. September 2010: Leuten, denen ein hartes Schicksal zuteil geworden ist, sollte man ein Ohr leihen - als Vorbereitung auf unser eigenes.

Montag, 27. September 2010: Als eine der am weitesten verbreiteten Gemütsverfassungen hat die Depression gut Lachen. Die Meisten von uns lachen mit, um nicht mitzumachen.

Sonntag, 26. September 2010: Hin und wieder ein 'Nein' vorgesetzt zu bekommen ist eine Diät, die allen Leuten gut tut.

Samstag, 25. September 2010: Ein juristisch abgefasster Vertrag ist ein Dokument, das dem Normalbürger in allen Einzelheiten die Kompliziertheit des Systems vor Augen führt.

Freitag, 24. September 2010: Kleinkinder haben am Arbeitsplatz grundsätzlich nichts verloren. Dasselbe müsste für uns Erwachsene gelten.

Donnerstag, 23. September 2010: Die gute Ausrede wird allgemein zu wenig gewürdigt; nur die Zürcher Verkehrsbetriebe ahnden sie mit zusätzlichen 100 Franken Busse.

Mittwoch, 22. September 2010: Das Problem an der guten Laune ist, dass sie wie Esswaren verderblich ist.

Dienstag, 21. September 2010: Der Mensch ist ursprünglich nicht zur täglichen Arbeitsverrichtung geboren worden. Das waren die guten Zeiten, bevor die Eisverkäufer kamen.

Montag, 20. September 2010: Man darf sich nicht zu früh freuen, es sei denn, der letzte Mensch ist fort, auf den man sich hat verlassen müssen.

Sonntag, 19. September 2010: Allzu geselliges Beisammensein ist der Ausübung des Trinkens hinderlich - und der Gesundheit bekömmlich.

Samstag, 18. September 2010: Kinderspielplatz: Der Ort, wo man nicht gerne auf andere Eltern trifft.

Freitag, 17. September 2010: Solange ehemalige Vegetarier fähig sind, sich wieder genussvoll einer Schlachtplatte zuzuwenden, so lange ist die Einstellung des Menschen eine momentane und immer noch alles möglich.

Donnerstag, 16. September 2010: Die Krankheit der Neuzeit lautet: arbeitslos und viel beschäftigt.

Mittwoch, 15. September 2010: Einst wurden sie um einen Kopf kürzer gemacht, ein paar hundert Jahre später hat man Limmat-Touristen-Boote nach ihnen benannt: Felix und Regula, und die seltsame, ihnen zuteil gewordene Würdigung.

Dienstag, 14. September 2010: Wer 'schneller leben und früher sterben' will, der setze sich regelmässig alleine hin und schreibe eine Geschichte.

Montag, 13. September 2010: Wer einen ehrlichen Arbeiter an der Arbeit hindert, der weiss wie es ist, nicht ans Werk gehen zu müssen und trotzdem bezahlt zu werden.

Sonntag, 12. September 2010: Würde Weltverbesserer Bono von U2 den Strom für seine gigantischen Konzerte selber bezahlen müssen, würde dem selbsternannten Ökopapst vielleicht ein Licht aufgehen.

Samstag, 11. September 2010: Es wird immer mehr offenbar: Der Bauplanung der Stadt Zürich schwebt angesichts des begrenzten Platzes ein zweites Hongkong vor. - Wie sagt man 'Hilfe!' auf chinesisch?

Freitag, 10. September 2010: Wenn etwas im Leben grenzenlos ist, dann die Sensationslust des gelangweilten Menschen.

Donnerstag, 9. September 2010: In der Regel steckt der Teufel dort, wo die Engel singen.

Mittwoch, 8. September 2010: Noch schlimmer als Tod und Verdammnis sind Kolumnen, die vom Alltag eines 'Singles' erzählen.

Dienstag, 7. September 2010: Gerissene Nichtsnutze: Das Talent, da zu sein, wenn sie nicht gebraucht werden, und weg zu bleiben, wenn man sie bräuchte.

Montag, 6. September 2010: Nicht alle Roma haben im Stehlen ein Diploma.

Sonntag, 5. September 2010: Wenn man über etwas lachen darf, dann über esoterische Kettenbriefe. Sie sind so lustig, dass sie glatt von einem anderen Planeten stammen könnten.

Samstag, 4. September 2010: Wenn es IHN denn gibt, dann sollte niemand einen Gott mögen, der bereits Kleinkindern Zahnschmerzen bereitet.

Freitag, 3. September 2010: Nicht das Altern ist das Schlimme, sondern die vertiefte Ernsthaftigkeit, die mit dem Älterwerden zutage tritt.

Donnerstag, 2. September 2010: Seitdem Wissenschaftler herausgefunden haben, dass die Indianer auch mal einen Baum gefällt haben, sind die Umweltschützer etwas beruhigt und die Indianerwitze wieder 'im Kommen'.

Mittwoch, 1. September 2010: Disziplin ist nicht alles, aber doch meistens mehr als man erwarten kann.

Dienstag, 31. August 2010: Günstige Wetterbedingungen haben uns gedeihen lassen, und sie werden uns auch wieder zum Verschwinden bringen, lautet die zuverlässigste Prognose.

Montag, 30. August 2010: Die Frage sollte nicht darauf lauten, wie viele Bundesrätinnen das Land verträgt, sondern: Verträgt das Land den Bundesrat?

Sonntag, 29. August 2010: Wenn sich über Siebzigjährige noch die Augenbrauen entfernen und dafür neue Brauen eintätowieren lassen, kann das nur bedeuten, dass die Pension mehr abwirft, als es gut für sie ist.

Samstag, 28. August 2010: Es gibt keine 100prozentige Garantie für Erfolg, und schon gar nicht für lang anhaltenden Erfolg. Wer etwas anderes behauptet, der ist hier zur richtigen Zeit am falschen Ort.

Freitag, 27. August 2010: Peter Steele ist seit fast 4 Monaten tot, erst jetzt ist es bis hierhin durchgedrungen. Das ist schon eine verdammte Schande angesichts dieses ehrlichen grossen Mannes und Musikers.

Donnerstag, 26. August 2010: Anstatt den Nutten das Leben schwer zu machen, müsste man gewalttätige Freier endlich selber zum Anschaffen zwingen. Das wäre dann ein richtiger Spass.

Mittwoch, 25. August 2010: Das altersbedingte Färben des Haupthaars ist auch für Aussenstehende gefährlicher als bisher angenommen, da es mitunter zu skurrilen Einladungen führt, im Privathaushalt den Laiencoiffeur zu mimen.

Dienstag, 24. August 2010: Wenn grosse Firmen eklatante Arbeitsfehler begehen, so ist das ein Beweis, dass selbst aus uns noch mal was werden kann.

Montag, 23. August 2010: Fremde Leute, die sich bereits bei der ersten Begegnung besonders gesprächig zeigen, sind einem schon beim nächsten Mal allzu bekannt.

Sonntag, 22. August 2010: Baden im Schweisse des Angesichts heisst, das Planschbecken für die Kleinen auch ohne Pumpe aufzublasen.

Samstag, 21. August 2010: Die Friedenstaube ist auch ein Dreckspatz.

Freitag, 20. August 2010: Selbst Kinder wollen heute nicht mehr unbedingt Pilot werden.

Donnerstag, 19. August 2010: Die Wege des Herrn sind unergründlich - wir wollen sie nicht gehen.

Mittwoch, 18. August 2010: Hin und wieder steckt der Tag voller Analogien: Ein Freund, der an die Riemen will. Ein Keilriemen, der nicht will, weil er locker sitzt. Und ein platter Reifen, der einfach platt ist ... Ein toller Tag.

Dienstag, 17. August 2010: Alte Leute, die nichts Besseres mehr zu tun haben, als die Jüngeren auf ein lausiges Radfahrverbot hinzuweisen, sollten sich selber nicht auf Rennwegen aufhalten.

Montag, 16. August 2010: Solange Betriebsferien vorbeigehen, ist die Idee dahinter noch nicht vollkommen.

Sonntag, 15. August 2010: Ich hörte sie zu ihm sagen: 'Du müsstest auch öfters mal Alkohol trinken!' - Im nächsten Moment hatte ich es als ein Kompliment an mich verstanden.

Samstag, 14. August 2010: Es gibt offenbar Spezialisten, die zwischen einer Brücke und einem Tunnel nicht unterscheiden können. Dieses Unvermögen dürfte dem 'Tunnelblick' zuzuordnen sein.

Freitag, 13. August 2010: Im zoologischen Garten kommt der Mensch seiner Bestimmung näher, von den Tieren gleichermassen dreist angegafft werden zu dürfen.

Donnerstag, 12. August 2010: Der 'Pechvogel' fällt schillernd - und wiederholt.

Mittwoch, 11. August 2010: Die Frauen sind auf dem Vormarsch. Sollten sie es schaffen, auf die Stöckelschuhe zu verzichten, dann gnade uns Gott.

Dienstag, 10. August 2010: Man sollte niemals davon ausgehen, den besten Menschen bereits begegnet zu sein.

Montag, 9. August 2010: Kriege hat es immer gegeben, Hunger auch. - Momentan ist der zunehmende globale Fluglärm die schlimmste Neuheit, die die Menschheit sich selber zumutet.

Sonntag, 8. August 2010: Spätestens seit Ende der 70er Jahre werden keine schönen Automobile mehr gebaut. Das aerodynamische Zeitalter hat den nüchternen Wissenschaftler geweckt, wo früher mit Herz und Eleganz gebaut worden ist.

Samstag, 7. August 2010: Selbst 'sicheren' Wetten haftet das Risiko an, dass sie einen im Nachhinein etwas schlauer machen.

Freitag, 6. August 2010: Das weltbekannteste Ölbohrloch ist nach ca. 750 Millionen Liter ausgelaufenen Rohöls doch noch gestopft worden. Jetzt ist es an uns, den Namen des Verursachers dieser nachhaltigen Katastrophe gut in Erinnerung zu behalten.

Donnerstag, 5. August 2010: Der Eindruck des Seltsamen wird vom Merkwürdigen bestimmt.

Mittwoch, 4. August 2010: Gegen die Partnervermittlung ist generell nichts einzuwenden. Dass aber die Liebe zu wichtig sei, um sie 'dem Zufall zu überlassen' - solch ein Mist von einem Werbespruch tut morgen noch weh.

Dienstag, 3. August 2010: Es ist wissenschaftlich nicht zweifelsfrei belegt, was zuerst war: das Ei oder das Huhn. Die Religion macht es sich da etwas einfacher und meint: Beides ist mit den Juden vom Himmel gefallen. - Wer soll da nicht verrückt werden!

Montag, 2. August 2010: Zürichs alte Weststrasse ist nicht mehr; es lebe die neue Park Avenue!

Sonntag, 1. August 2010: Nationalstolz: Übersteigertes Gefühl der Zugehörigkeit zu einem bestimmten Land, das jeden Schlamassel Lügen straft.

Samstag, 31. Juli 2010: Das geduldige Abwarten auf Abnahme der regelmässigen Schwankungen des Körpers in der Ruhelage - auch Schwingungen genannt - wurde gegen Abend mit Schläfrigkeit belohnt.

Freitag, 30. Juli 2010: Eine satte Hochzeitsfeier war es! - Andererseits auch nicht, sonst hätten wir nicht nach all dem Getrunkenen abschliessend noch beim Türken gegessen.

Donnerstag, 29. Juli 2010: Glückliche Urlauber 'sterben' in der Ferne, um geläutert und froh in die Heimat zurückzukehren.

Mittwoch, 28. Juli 2010: Es ist noch nichts verloren: Wer es bis heute noch zu nichts gebracht hat, kann immer noch auf der Bürchner Moosalp für ein paar Scheine ein Kuh-Hirte-Diplom erwerben. Was heisst schon 'Würde'!

Dienstag, 27. Juli 2010: Das Matterhorn ist, wenn man ihm leibhaftig gegenübersteht, ein massiges Gedicht von einem schiefgewachsenen Berg.

Montag, 26. Juli 2010: Suure Moscht im Alpenrösli: Bürchen, wo ist dein Stachel?

Sonntag, 25. Juli 2010: Das Mass der Erholung, das man im Urlaub geniesst, steht vielfach in direktem Zusammenhang mit der Anzahl genussvoll gelesener Buchseiten

Samstag, 24. Juli 2010: Visp erinnert nicht zuletzt an die Goldgräberstädte Alaskas, so wie Jack London sie beschrieb. - Er hat gut daran getan, die vielen Sportgeschäfte nicht zu erwähnen!

Freitag, 23. Juli 2010: Offenbar lässt der Schweizer Käsehandel in Litauen sehr zu wünschen übrig.

Donnerstag, 22. Juli 2010: Nach Zermatt zu gelangen ist ein Wettlauf mit der Zeit. Im Nachhinein betrachtet, haben wir ihn würdevoll verloren.

Mittwoch, 21. Juli 2010: Wer in den Walliser Bergen als Urlauber die Seele baumeln lässt, wandert stramm seine 40 Km pro Tag. Im Nachhinein heisst es dann: Erholung ohne Ende.

Dienstag, 20. Juli 2010: Nimmt man sich zu viel vor, wird, was zu viel ist, von der Realität genommen.

Montag, 19. Juli 2010: Wer das Reisen versteht, gibt sich erst nach der Ankunft geschlagen.

Sonntag, 18. Juli 2010: Süss ist der Ruf der Ferne! - Und noch süsser, wenn zu Hause die Baumaschinen lärmen, dass die Milch sauer wird.

Samstag, 17. Juli 2010: Nach allem, was man von der Partnervermittlung gehört hat, scheint sie ideal für all jene, die gerne Merkwürdiges oder Bizarres erleben möchten.

Freitag, 16. Juli 2010: Väter sind genauso gute Mütter! Aber erst müssen sie sich gehörig den Arsch aufreissen.

Donnerstag, 15. Juli 2010: Eine Umkehr ist nie ein Rückschritt, da es immer vorwärts geht.

Mittwoch, 14. Juli 2010: Fotoalben die zeigen, wer wir als Kinder waren, sind im Erwachsenenalter ein gutes Mittel zur Selbstkritik. Man stellt sich automatisch die Frage, wo der Schnuller geblieben ist.

Dienstag, 13. Juli 2010: Der schweizerische 'Ignoranten-Preis' geht an die ABZ-Genossenschaft, die es auch dieses Jahr wieder schafft, ihren Mietern eine Rundum-Baustelle genau in den Sommerferien zuzumuten.

Montag, 12. Juli 2010: Die Mieterschaft ist von den Sanierungsarbeiten im Freien nicht betroffen, hiess es. Aber die Lügen haben derart kurze Beine, dass man den Lärm eben trotzdem hört - und er stört!

Sonntag, 11. Juli 2010: Wo Finalisten es in der Regel weit gebracht haben, haben Minimalisten das gar nicht nötig.

Samstag, 10. Juli 2010: Solange das Haus in seinen Grundfesten hält, ist ein Gewittersturm noch lange kein Grund, sich beim Essen stören zu lassen.

Freitag, 9. Juli 2010: Wer keine 'Rolex' will hat mehr vom Leben.

Donnerstag, 8. Juli 2010: Der Mensch darf die Existenz Gottes bezweifeln, nie aber die Macht des Zufalls und die unbekannten Kräfte, die dahinter stecken.

Mittwoch, 7. Juli 2010: Man tut was man kann, um's nicht mehr lange tun zu müssen.

Dienstag, 6. Juli 2010: Ein guter Schuh setzt meistens einen steinigen Weg voraus.

Montag, 5. Juli 2010: Manche reden, um aufzufallen; andere, um tot umzufallen.

Sonntag, 4. Juli 2010: Nächtlicher Blitzeinschlag ganz in der Nähe; der Schlaf floh jähe.

Samstag, 3. Juli 2010: Einen wichtigen Geburtstag ignoriert man ungern, obschon es hin und wieder leider nötig ist.

Freitag, 2. Juli 2010: Wer richtig gähnt, der ist nicht wiederzuerkennen.

Donnerstag, 1. Juli 2010: Vertrauen schenken heisst immer auch auf Glück spekulieren, wenn die Aktien im Keller sind.

Mittwoch, 30. Juni 2010: Ist es kalt, ist es den Leuten zu kalt. Ist es heiss, ist es den Leuten zu heiss ... - Den Menschen ist nicht zu helfen.

Dienstag, 29. Juni 2010: Der Stadtpark erinnert im Sommer an einen offenen Hühnerstall, wo die Gockel sich hinlegen, um bei lebendigem Leib gebraten zu werden.

Montag, 28. Juni 2010: Merke: Traue nie denen, die sich unter Arbeitskollegen sozial rühmen! Womöglich sind sie fest angestellt und immer dann krank gewesen, wenn sie aus ihrem Urlaub zurück sind.

Sonntag, 27. Juni 2010: Eine Ehrung ist immer gut; selbst dann, wenn sie nur dazu dient, Schmeichelei und Heuchelei in neue Höhen zu treiben.

Samstag, 26. Juni 2010: Welches verkappte Genie von einem komplizierten Menschen ist nur auf die Idee gekommen, sich rund 45 cm über dem Boden hinzusetzen, um auf cirka 80 cm Höhe sein Essen einzunehmen?

Freitag, 25. Juni 2010: Patriotismus ist gut, aber Realismus ist besser. Er holt einen auf den Boden der Tatsachen zurück.

Donnerstag, 24. Juni 2010: Faulheit gepaart mit gutem Willen ist das Paar, das sich am wenigsten scheiden lässt.

Mittwoch, 23. Juni 2010: Sturmfrei bewegt der Alleingelassene sich durch die leeren Hallen, die ihm bei Sturm die Welt bedeuten.

Dienstag, 22. Juni 2010: Wenn das globale Walfang-Verbot jetzt nicht bewahrt wird, dann werden Japan, Island und Norwegen für das jahrelange, schonungslose Ignorieren eben dieses Gesetzes noch belohnt werden.

Montag, 21. Juni 2010: Nach der faden Sache gegen Chile ist es gewiss: Die Schweizer haben in spanischen Angelegenheiten eben doch nur Glück gehabt.

Sonntag, 20. Juni 2010: Früher litt man für die Wahrheit - heute für das Vergnügen.

Samstag, 19. Juni 2010: Gedächtnislücke: Zeitloch von variierender Grösse und Beschaffenheit, dessen Inhalt man aber in jedem Fall besser vergessen bleiben lässt.

Freitag, 18. Juni 2010: Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zeigt einmal mehr, wie die Reichen und Mächtigen frei umherwandeln können, während der Rest der Welt für dasselbe unverantwortliche Vergehen schon längst im Gefängnis sässe.

Donnerstag, 17. Juni 2010: Jetzt haben wir den Salat: Die Globalisierung bringt der Schweiz den Monsun!

Mittwoch, 16. Juni 2010: Über die Niederlage gegen die Schweiz sollte Spanien keine Tränen vergiessen - dafür ist es viel zu schön, um wahr zu sein.

Dienstag, 15. Juni 2010: Der wundervolle Nebeneffekt bei der Operette ist der, dass im Getümmel der Vorbereitungen einzelne Techniker durchaus vergessen werden.

Montag, 14. Juni 2010: Diplomatie heisst, das Klopapier beidseitig zu benutzen.

Sonntag, 13. Juni 2010: Wahre Ernüchterung setzt keine Trunkenheit voraus.

Samstag, 12. Juni 2010: Fussball vollumfänglich geniessen, das ist nur den Gleichgültigen möglich.

Freitag, 11. Juni 2010: Pleitegeier: Höchst überzeugende, aussagekräftige Situation, die meist mit der Frage: 'Was nun?' ihren Anfang nimmt.

Donnerstag, 10. Juni 2010: Am Tag vor dem Fussball-WM Start sind es noch drei Tage bis zur Entscheidung. Diejenigen Schwyzer, die für mehr Freiheit sind und mehr Direktheit, die wählen Bruno Suter in den Schwyzer Regierungsrat.

Mittwoch, 9. Juni 2010: Ablehnung kommt nicht von ungefähr, und sie ist auch niemals schwer.

Dienstag, 8. Juni 2010: Der Lymphknoten ist keineswegs ein griechischer Seemannsknoten. Dafür wirkt er viel zu englisch.

Montag, 7. Juni 2010: Manchmal gibt es nur zwei Arten von Menschen: Solche die arbeiten und solche, die gar nicht erst bemerken, dass sie den Arbeitenden im Weg sind.

Sonntag, 6. Juni 2010: Lieber Franz Kafka, wollen wir hoffen, dass dir das Briefpapier ausgegangen ist.

Samstag, 5. Juni 2010: Wer im Zuge eines betriebsinternen Saisonabschluss-Festes noch dumm genug ist, an die Arbeit zu gehen, der wird höchst wahrscheinlich im Theater arbeiten.

Freitag, 4. Juni 2010: Das Erstaunliche an Geschichte ist ja, dass einem plötzlich sehr viele Nationen unsympathisch werden.

Donnerstag, 3. Juni 2010: Morgenmuffel: Mitfühlende Sorte Mensch, die in kritischen Stunden mit energischer Wortkargheit glänzt.

Mittwoch, 2. Juni 2010: Einen guten Satz zu schreiben ist nicht schlechter als eine gute Tat.

Dienstag, 1. Juni 2010: Wo ist das Interesse an Max Göldi geblieben, und wo bleibt er?

Montag, 31. Mai 2010: Selbst bei einem sinnlosen Leben ist es sinnvoll, so zu tun, als wäre es sinnvoll.

Sonntag, 30. Mai 2010: Präzision Sprache: Ob es nun 'das gute Fischteller' oder 'die gute Fischteller' heisst - Die Vernünftigen werden 'den guten Fischteller' bevorzugen.

Samstag, 29. Mai 2010: Allzu viele Harfen verderben die himmlische Stimmung.

Freitag, 28. Mai 2010: Die heutige Hollywood-Filmwelt führt uns eines deutlich vor Augen: Diejenigen, die gute Ideen hatten, sind gestorben.

Donnerstag, 27. Mai 2010: Den Vollmond spüren immer nur die anderen.

Mittwoch, 26. Mai 2010: In Unkosten stürzen sich immer nur die anderen.

Dienstag, 25. Mai 2010: Religion ist nicht das Gefüge. Sie ist die Scheisse, die die Welt zusammen und die Menschen auseinander hält.

Montag, 24. Mai 2010: Familie: Meist durch Blutsverwandtschaft begründeter, hausinterner Verein, dessen Fortbestehen wegen fehlender Statuten auf die Dauer unmöglich ist.

Sonntag, 23. Mai 2010: Die Leute begeben sich an die Sonne, als ob es kein Morgen geben würde, dabei ist Morgen bereits Sonntag.

Samstag, 22. Mai 2010: Ein neues Schlüsselerlebnis beweist: Ein aneinander Vorbeireden ist selbst aus nächster Nähe und unter nahen Verwandten möglich. Global gesehen ist das eine Entmutigung.

Freitag, 21. Mai 2010: Verlorenes dank 'Hündeler' wiedergefunden heisst auch, dass die These nicht ganz stimmt, die besagt, sie hätten nur Augen für den Hundekot der anderen.

Donnerstag, 20. Mai 2010: Zu dritt ist es eben doch am schönsten.

Mittwoch, 19. Mai 2010: Äussern Sie sich nie in einer Sprache, die ihnen nicht vollends geläufig ist. Sie könnten dabei ungewollt ihr Haus verkaufen.

Dienstag, 18. Mai 2010: Wenn ein Kind fällt, fallen die Eltern mit. So will es die Unaufmerksamkeit.

Montag, 17. Mai 2010: Iran und Uran: Allein schon die frappante Ähnlichkeit der Namen lässt auf eine bombastische Beziehung schliessen.

Sonntag, 16. Mai 2010: Das stetige gute Wetter, das hier bei uns NICHT herrscht, ist doch etwas Fantastisches.

Samstag, 15. Mai 2010: Sie hauen Gras, sie 'heuen' wild. Sie hauten dasselbe, sie häuten wild. Sie 'häueten' sozusagen wild. Die Wildiheuer!

Freitag, 14. Mai 2010: Es gibt keinen Grund, die Bedeutung des Wortes 'nein' anzuzweifeln. Das gilt auch für 'nein danke' und 'ein Andermal vielleicht'.

Donnerstag, 13. Mai 2010: Vergesslichkeit und Zerstreutheit werden allzu oft miteinander verwechselt. Dabei ist es eine Sache, etwas unabsichtlich zu vergessen, und eine andere, gar nicht erst auf den Gedanken zu kommen.

Mittwoch, 12. Mai 2010: Die viel gestellte Frage, weshalb wir unsere Geburtstage feiern, ist noch nicht einwandfrei beantwortet worden.

Dienstag, 11. Mai 2010: Es war einmal ein Ölbohrloch, das leckte auch am 11. noch.

Montag, 10. Mai 2010: Angesichts der ersten zehn Tage kann man nur vermuten, dass der Mai der äusseren Belastung, unbedingt der 'Wonnemonat' sein zu müssen, nicht länger standhält.

Sonntag, 9. Mai 2010: Der Umstand, am Sonntag im Wirtshaus plötzlich auf lauter Flüsterer zu treffen, ist schon hart genug. Aber dann kommen die einen von ihnen auch montags wieder!

Samstag, 8. Mai 2010: Erfrischend ist die Premierenmüdigkeit.

Freitag, 7. Mai 2010: Wir sind, was wir sind, wenn wir sind wie wir sind.

Donnerstag, 6. Mai 2010: Fremde, die sich auf heimischem Boden in unsere privaten Angelegenheiten einmischen, sollten eines wissen: Sie müssen nicht erst Deutsche sein, damit wir uns darüber aufregen.

Mittwoch, 5. Mai 2010: Die jüngste Katastrophe hat einmal mehr gezeigt, dass wir besser in der Nase als nach Öl bohren sollten. Arme Mangroven!

Dienstag, 4. Mai 2010: Der ideale Tresor sollte nicht mehr wiegen als das Haus, das ihn beherbergt, und nicht weniger als das Geld, das er beinhaltet.

Montag, 3. Mai 2010: Dank der Emanzipation hat die Frau dem Mann in den vergangenen hundert Jahren immer ähnlicher werden dürfen. Niemand weiss, ob sie das auch wirklich so beabsichtigt hat.

Sonntag, 2. Mai 2010: Regen Sie sich ab wegen dem Regen. Es regnet sowieso.

Samstag, 1. Mai 2010: Die 'Lungenliga' hat gewonnen. Jetzt warten wir, bis eine 'Leberliga' krank genug ist, um uns auch noch das Trinken zu verbieten.

Freitag, 30. April 2010: Jubiläum: Gedenkfeier eines Ereignisses, an das zu erinnern sich in den seltesten Fällen lohnt.

Donnerstag, 29. April 2010: Oh Väter der Klamotte, wir danken euch - für jeden Tag den wir wir lachen dürfen, ohne das Leben komisch zu finden.

Mittwoch, 28. April 2010: Eines kann man der Menschheit zweifellos nachsagen: Würde das Rad nochmals erfunden werden, es wäre wieder rund.

Dienstag, 27. April 2010: Ein guter Schluss nimmt stets ein schnelles Ende.

Montag, 26. April 2010: Kafkaesk beginnt die Woche, um schliesslich nach Jack London aufzuhören.

Sonntag, 25. April 2010: Man hat der braven Milchkuh die Hörner genommen, anstatt ihr besser die Fliegen wegzunehmen!

Samstag, 24. April 2010: Seit Pizzaro um 1531 das Inkareich erobert hat, ist das Spanisch der Peruaner hörbar besser geworden.

Freitag, 23. April 2010: Ein Abend unter guten Freunden geht selten leer aus.

Donnerstag, 22. April 2010: Im Lexikon steht das Wort 'Kumpel' simpel für 'Bergarbeiter'. Kumpel ist bestimmt ein weit verbreitetes Wort, aber wer kennt schon einen Bergarbeiter.

Mittwoch, 21. April 2010: Vor dem Fitnessstudio warten zwei Katzen auf den Muskelkater. Das ist ein Witz.

Dienstag, 20. April 2010: Pseudokunst: Verkappte, nein verkümmerte und irregeleitete Form künstlerischen Ausdrucks, welcher es mit genügend Grossspurigkeit immer wieder gelingt, sich als wahre Kunst zu verkaufen.

Montag, 19. April 2010: Anno 2009 benötigte der Schall vom Zürcher Sechseläuten-Platz nach Höngg noch eine Sekunde weniger lange, nämlich nur 12 und nicht wie heute 13 Sekunden. Was sagt uns das? - Gegenwind!

Sonntag, 18. April 2010: Gute Ideen bringen einen selten weiter, aber wenigstens war die Idee gut.

Samstag, 17. April 2010: Dem Vulkan ist es egal, wie viele Flugzeugnationen seinetwegen auf dem Boden bleiben. Das macht diesen Vulkan auch nicht weniger sympathisch.

Freitag, 16. April 2010: Zu viel Arbeit schadet dem Vergnügen.

Donnerstag, 15. April 2010: Das 'Fieber-Zäpfchen': Synonym für erinnerungs-unwürdige Kindstage.

Mittwoch, 14. April 2010: Fieber ist wie der schlechte Geschmack: es greift schnell um sich.

Dienstag, 13. April 2010: Leichentourismus: Oft beobachtetes, globales, im Sommer in der Blütezeit stehendes Massen-Phänomen, das natürlichen Neigungen - besonders Stau und Sonnenbrand - unterworfen ist.

Montag, 12. April 2010: 'Wegen plötzlichem Reichtum vorübergehend geschlossen'. - Wir aber sind arm, offen und nicht davon betroffen.

Sonntag, 11. April 2010: Wir kamen zum 'Brunch' und gingen nach dem Abendessen.

Samstag, 10. April 2010: Die Schweizergarde in Rom ist nichts im Vergleich zur durchschnittlichen grossväterlichen Bereitschaft, den Enkel von allem weltlichen Übel fernzuhalten.

Freitag, 9. April 2010: Wie viele Meerschweinchen verträgt ein Kind? Und wie viele Kinder verträgt ein Meerschweinchen?

Donnerstag, 8. April 2010: Alles hat ein Ende - nur der Durst hat zwei.

Mittwoch, 7. April 2010: Kartesianisch, Katharsis, Korrelation ... Manchen Autorinnen und Autoren ist kein uraltes Wort zu vergessen, keines zu kompliziert, um es auf die verblüffte Menschheit loszulassen.

Dienstag, 6. April 2010: Nichts scheint so lange und gleichzeitig kurz zu dauern wie das erste Lebensjahr des ersten Kindes.

Montag, 5. April 2010: Akuter Schlafmangel als Vorteil: Man schläft einfach besser.

Sonntag, 4. April 2010: Man verpflichte keinen Taxifahrer, wenn man selbigen nicht bezahlen kann.

Samstag, 3. April 2010: Man traue keinem Hähnchen über dreissig.

Freitag, 2. April 2010: Was die Kirche an diesem Karfreitag mehr beschäftigen sollte als der Tod Christi, ist die Vertuschung ihrer Verbrechen gegen Abertausend Kinder und den Schluss, den viele Gläubige daraus ziehen werden.

Donnerstag, 1. April 2010: In 'Lasagne' we trust.

Mittwoch, 31. März 2010: Die Steuererklärung. Noch widerwilliger wird nur das eigene Testament in Angriff genommen.

Dienstag, 30. März 2010: Wind und hoher Wellengang am Brunner Kai. Beim Anblick des sich wild gebärdenden Vierwaldstättersees wird wieder deutlich, weshalb Wagner gerne da war, oder besser: warum seine Musik tönt, wie sie tönt.

Montag, 29. März 2010: Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät?...

Sonntag, 28. März 2010: Besser nie, als spät!

Samstag, 27. März 2010: Das 30'000 Jahre alte Fingerglied, welches man einer bisher unbekannten, dritten Menschengattung zuschreibt, wird einem frühest-christlichen Missionaren gehört haben, der infolgedessen den Neandertaler ausgerottet hat.

Freitag, 26. März 2010: Einst, als die Spezies Mensch noch ein aufrichtiges Säugetier war, ging es darum, ob man jemanden riechen kann oder nicht. Aber dann ging es plötzlich darum, ob man mit jemandem Geschäfte machen kann oder nicht.

Donnerstag, 25. März 2010: Nasenbluten: Riss eines Blutgefässes in der Nase aus sehr verschiedenen Ursachen. Wird jedoch vornehmlich durch allzu heftige Streicheleinheiten hervorgerufen.

Mittwoch, 24. März 2010: Die moderne Medizin ist die weitaus grösste Errungenschaft des Menschen für die Menschheit. Danach kommt lange nichts mehr.

Dienstag, 23. März 2010: Es kommt vor, dass ein Schreiber nach Vollendung eines Buchteils reif fürs Krankenhaus ist, auch wenn er sich dabei noch so gut fühlt.

Montag, 22. März 2010: Wie viel Fernweh, wie viel Sehnsucht und Abenteuerlust vermag das Schiff zu wecken, das schwimmende 'La Paloma'. Also Anker lichten und: Schiff ahoi im Korridor!

Sonntag, 21. März 2010: Er sass da wie ein Geist. Er ist gegangen, wiedergekehrt, und er wurde wieder gebeten zu gehen, der Geist. Wer war der Mann?

Samstag, 20. März 2010: Jodel-Freuden beim Friseur, dass einem die Haare zu Berge stehen. Im aktiven Schnitt kommt das kaum noch vor.

Freitag, 19. März 2010: Ganz im Gegensatz zu den Müttern sind die Väter auf dem Kinderspielplatz die schweigende Macht. Sie beäugen einander misstrauisch und hoffen, nicht näher miteinander in Kontakt treten zu müssen. Ganz wie schlimme Kinder.

Donnerstag, 18. März 2010: Als Medium taugt der Film hervorragend dazu, zu zeigen, wie bescheuert wir früher waren. Und irgendwann einmal wird er uns zeigen, wie bescheuert wir heute sind.

Mittwoch, 17. März 2010: Als Mitglied der Tiergarten-Gesellschaft Zürich und des Fördervereins des Zoo Zürich fühlt man sich dem Affen unverschämt nahe, egal, ob man nun Darwinist ist oder an Gott glaubt.

Dienstag, 16. März 2010: Ein aus massivem Holz geschnitztes Modell der 'Titanic' ist im Verkauf vorerst als preislos angegeben worden. Man glaubt nicht, dass der Preis sinkt.

Montag, 15. März 2010: Die UBS ist gewissermassen beides: Boni UND Clyde.

Sonntag, 14. März 2010: Nach einer wenig erholsamen Nacht darf man auch mal mit dem linken Fuss aufstehen. - Fehlte grade noch, dass jetzt schon die schlechte Laune zum Luxus verkommt!

Samstag, 13. März 2010: Ein gut gemeinter Ratschlag ist spätestens dann absurd, wenn die Person, welche den Ratschlag erteilt, diesen augenscheinlich selbst am nötigsten hätte

Freitag, 12. März 2010: Wir haben das Internet, die Telekommunikation und einen Riesenhaufen Satelliten im Weltall verteilt; aber dass die zwischenmenschliche Kommunikation gleichzeitig immer schlechter wird, das scheint niemanden zu interessieren.

Donnerstag, 11. März 2010: Es kann durchaus lohnen, länger am Tisch zu verweilen. Fünf Minuten früher vielleicht nicht.

Mittwoch, 10. März 2010: nA nehcnam netug negaT sed snebeL tröh nam ginew nov ned netiekgiueN, eid fua red tleW nereissap, theis ginew nov rhi dnu tmmin nohcs rag thcin ma nehehcseG liet.

Dienstag, 9. März 2010: Wahrer und dauerhafter Erfolg wird durch Innovation und harte Arbeit begründet. Eine Regel, die der durchschnittlichen Prominenz von heute offenbar unbekannt ist.

Montag, 8. März 2010: Mit dem drohenden Staatsbankrott haben die Griechen bewiesen, dass der Euphemismus zwar eine Beschönigung darstellt, aber leider ziemlich wertlos ist.

Sonntag, 7. März 2010: Wenn es bei der Wahl der Politiker um die richtige Wahl geht, darf man nicht allzu wählerisch sein. Es führt zwangsläufig zu einer Enttäuschung.

Samstag, 6. März 2010: Ein heftiger neuer Wintereinbruch bringt das Chaos auf die Strasse. In einer geordneten Welt wie der unseren kann so ein Anblick schon mal erfreuen.

Freitag, 5. März 2010: 62 Jahre hier, 11Monate da, und dazwischen keinerlei emotionelle Distanz. So etwas gibt's nur bei Grosseltern und Enkelkindern.

Donnerstag, 4. März 2010: Massenmedien: Oftmals vom Staat finanzierte Organisationen mit Mafia-ähnlichen Zügen, die für Geld und gute Einschaltquoten jeden Mist zum Kult hochstilisieren.

Mittwoch, 3. März 2010: Wenn zwei miteinander spielen, freut sich der Dritte.

Dienstag, 2. März 2010: Die These, auf dem ganzen Erdball über 7 Ecken auf jemand Bekannten zu treffen, entbehrt nicht jeglicher Wahrheit. Wer also Ruhe sucht, der sollte anstatt der Abkürzungen besser die Umwege nehmen.

Montag, 1. März 2010: Das Datum des 1. März stimmt in doppelter Hinsicht hoffnungsvoll. Der Frühling ist im Anzug, und dann gibt es hin und wieder Sitzungen, die das Toilettenpapier wert sind.

Sonntag, 28. Februar 2010: Bei gutem Wind bleibt der Drache oben. Unterstes Niveau aber bleibt unterstes Niveau.

Samstag, 27. Februar 2010: Spätestens wenn der Laie sich ans flächendeckende Bepinseln der heimischen Wände macht, wird klar: an ihm ist ein Künstler verloren gegangen.

Freitag, 26. Februar 2010: Vorgenommenes: Eine in der Regel durchführbare Aktion, die mit zunehmender symbolischer Bedeutung immer weniger stattfinden wird.

Donnerstag, 25. Februar 2010: Was früher einmal war, kann später nicht mehr sein.

Mittwoch, 24. Februar 2010: Für Menschen vom Schlag der Saboteure von Monza reichen 10 Millionen Ohrfeigen nicht aus, um sie klüger zu machen. Hoffentlich wird ein baldiger, langjähriger Knast-Aufenthalt ausreichen.

Dienstag, 23. Februar 2010: Besser nichts zu tun, als das fünfte Rad am Wagen.

Montag, 22. Februar 2010: Wann haben bedeutende Männer je gesagt, dass wahre Unabhängigkeit im vorübergehenden Dasein des Strohwitwers ihre höchste Vollendung findet?

Sonntag, 21. Februar 2010: Madeira, deine viel bewunderten, pittoresken Steilhänge sind dir für einmal zum Verhängnis geworden. Sie werden dich auch wieder aufrichten.

Samstag, 20. Februar 2010: Da sich Fasnachtskuchen und Osterhasen in den Verkaufsregalen der Supermärkte bereits ganz selbstverständlich kreuzen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch der Samichlaus zum Langohr verkommt.

Freitag, 19. Februar 2010: Und er singt auch nach dreissig Jahren weiter, AC/DC sei Dank. (Ronald Belford 'Bon' Scott, legendärer Sänger von AC/DC, 9. Juli 1946 - 19. Februar 1980)

Donnerstag, 18. Februar 2010: So genannte schicksalhafte Begegnungen werden spätestens nach dem fünften Glas anstrengend.

Mittwoch, 17. Februar 2010: Der mit Micro-Cassette ausgestattete Anrufbeantworter entwickelt seinen besonderen Reiz erst nach 10 bis 15 Jahren. Aber dann hilft er begreiflich zu machen, was einer Zeitreise nahe kommt.

Dienstag, 16. Februar 2010: Fällt einem nichts Besseres ein, lässt man's besser sein.

Montag, 15. Februar 2010: Den neusten Neuigkeiten nach ist die Tali-Bahn rund um die Opiumwiese vorübergehend ausser Betrieb. Reisende sollten deshalb auf US-Panzerfahrzeuge ausweichen.

Sonntag, 14. Februar 2010: Bis unsere Kinder endlich laufen lernen, ist der elterliche Rücken am Dauerschmerzen und nur noch die Hälfte wert. Allgemein nennt man das einen entscheidenden familiären Erfolg, der gefeiert werden muss.

Samstag, 13. Februar 2010: Um als älterer Zeitgenosse Sympathien für die Jungend von heute aufbringen zu können, lebt man in Zürich ganz klar in der falschen Stadt. Des Weiteren in Genf, Basel, Luzern und so weiter und so fort.

Freitag, 12. Februar 2010: Der Unterschied zwischen Jung und Alt ist ganz offensichtlich und einfach zu erklären: Die Alten haben alte Freunde.

Donnerstag, 11. Februar 2010: In den allermeisten Fällen ist es wirklich besser, nicht zu wissen, was für welche Leute die eigene Wohnung zuvor bewohnt haben und wie. Darum gilt auch hier: Man freue sich an der Ausnahme, die die Regel nicht bestätigt.

Mittwoch, 10. Februar 2010: Blut: beliebte, den ganzen Körper durchströmende, rote Ernährungsflüssigkeit. Falls verschüttet, sogleich mit nassem Lappen aufwischen und danach hinlegen.

Dienstag, 9. Februar 2010: Bei den Schweizer Krankenkassen bedeutet die obligatorische 'Grundversicherung': im Grunde schlecht versichert oder aber Pech gehabt, wenn man sich anderswo als im Wohnkanton den Hals bricht.

Montag, 8. Februar 2010: Kunst ist, wenn etwas mehr kostet als es wert ist; und ein Künstler ist, wer den Schrott auch noch teuer verkaufen kann.

Sonntag, 7. Februar 2010: Die dringende Annahme, dass die Regeln rund um den Fussball-Sport hoffnungslos missverstanden werden, bestätigt sich je länger je mehr mit der blinden Zerstörungswut gelangweilter Fans. Die schiessen lieber Eigentore.

Samstag, 6. Februar 2010: VBZ: Organisation mit Hang zu Schikanen, die zB. bei viel befahrenen Haltestellen bewusst an Münzapparaten festhält, um mit der typischen Kleingeld-Not des Kunden Bussen einzuheimsen und so den Gewinn zu erhöhen.

Freitag, 5. Februar 2010: Wiederholung: Wiederkehrendes Ereignis, sprich: 'Wieder holen', sprich: unvermeidliche Tätigkeiten wie zB. Nahrungsaufnahme und schlafen. Nachteil: Es gibt noch andere infrage kommende Tätigkeiten.

Donnerstag, 4. Februar 2010: Schadenfreude: Zustand freudiger Erregung, gepaart mit der Überzeugung, nicht ganz so unintelligent zu sein wie bisher angenommen.

Mittwoch, 3. Februar 2010: Anthropoiden: kommt aus dem Griechischen und steht für 'Menschenaffen'. Als Schimpfwort im Alltag benutzt und ausgeteilt, dürften sich nur echte Affen beleidigt fühlen.

Dienstag, 2. Februar 2010: Die Japaner sind ein seltsames Volk. Sie jagen und töten vom Aussterben bedrohte Wale und möchten uns gleichzeitig immer noch Glauben machen, das Walfisch-Sushi nur wegen der Tierforschung essen zu müssen.

Montag, 1. Februar 2010: An der Cote d’Azur freut man sich ausnahmsweise auch über jene Art von Schnee, die man - Gerüchten zufolge - nicht einfach wegschnupfen kann.

Sonntag, 31. Januar 2010: Trottoir: Parallel zur Strasse verlaufender, mit Eis und Schnee bedeckter Personenweg für Jung und Alt. Wird gegenwärtig nur selten benutzt oder aber schrittweise verflucht.

Samstag, 30. Januar 2010: Zu viel Salz ist ungesund.

Freitag, 29. Januar 2010: Die herzerfrischende unschuldige Anhänglichkeit unserer Kinder gibt uns das Wohlwollen zurück, an die Menschheit zu glauben, deren grösste Schwierigkeit es ist, sich ihrer Menschlichkeit zu erinnern.

Donnerstag, 28. Januar 2010: Keine Frage: Obama verfügt über einen attraktiven Zeigefinger. Wollen wir hoffen, dass wenigstens der gut versichert ist.

Mittwoch, 27. Januar 2010: Mit der Wiege fängt es an; mit dem Sarg endet es. Dazwischen ist das Auto - zur Sterbehilfe allzeit bereit.

Dienstag, 26. Januar 2010: Entscheidend ist niemals der Tag, sondern nur das, was vom Tag übrig bleibt. Wie könnte ein hart arbeitender Angestellter in dieser Welt sonst glücklich sein?

Montag, 25. Januar 2010: Wer Erfolg will, muss früher aufstehen. Wer leben will, geht lieber später schlafen.

Sonntag, 24. Januar 2010: Es gibt Kellner und Kellner, so viel wissen wir. Dass man aber, während man eine Suppe bestellen will, zum Salat genötigt wird, das ist neu und lässt den unfreundlichen Kellner auf einmal ganz vielschichtig erscheinen.

Samstag, 23. Januar 2010: Die tägliche Arbeit zählt zu den gefährlichsten Berufsrisiken. Vor allem dann, wenn man gerade einen Monat frei hatte.

Freitag, 22. Januar 2010: Mobbing: ein grauenhaftes, aus dem Englischen entlehntes Unwort, das ungefähr gleichbedeutend mit der Verschwörung ist und besonders gern auf Kosten Begabterer angewandt wird. Es ist das Spiel der Verlierer.

Donnerstag, 21. Januar 2010: 'Kündigungsandrohung infolge Zahlungsverzuges' - Das ist wohl einer der originellsten Brieftitel, die ich je von einer Liegenschaftsverwaltung per Post bekommen habe. Dabei sind wir nicht mal per Du.

Mittwoch, 20. Januar 2010: Nachdem nun der mächtige Vogel gelandet ist, wird sich das Puppenhaus, das bisher als Flughafen Kloten bekannt war, neuen Dimensionen stellen müssen; sonst fliegt der Fortschritt künftig anderswo hin.

Dienstag, 19. Januar 2010: Die obligatorischen Krankenkassen mit ihren verlogenen Werbesprüchen von 'Sicherheit und Vertrauen' sind in menschlicher Hinsicht das Klopapier nicht wert, auf dem ihre Policen abgedruckt sind. - So viel ist schon mal sicher.

Montag, 18. Januar 2010: Die Grosszügigkeit der hiesigen Stadt erstreckt sich soweit, dass sie ihrer Mieterschaft günstige Räume anbietet und sie im Winter darin erfrieren lässt.

Sonntag, 17. Januar 2010: Es ist immer wieder schön, sich Sonntags die Kirche zu schenken.

Samstag, 16. Januar 2010: Nichts ist so schlecht wie schlechte Angewohnheiten, solange man sie nicht zu geniessen vermag.

Freitag, 15. Januar 2010: Gott: höchstes Wesen, Weltschöpfer. In der historischen Offenbarung oder im religiösen Grunderlebnis dem Gläubigen erfassbar. - Wer's glaubt, wird selig!

Donnerstag, 14. Januar 2010: Zug ist ein Happening, ein Geierfrass, ein Frassgeier, ein Ort wo man nicht als Unvogel. Drum sank der Steuerfuss unwesentlich zu unseren Ungunsten, als die Grenzen sanft überschritten wurden.

Mittwoch, 13. Januar 2010: Lawine: grösseres, plötzlich ins Gleiten kommendes und beim Herabstürzen wachsendes Problem, das bekanntermassen vor allem Golfer, italienische Politiker und kopflose Tiefschneefahrer überfällt.

Dienstag, 12. Januar 2010: Wirtschaftskrise ist, wenn Millionäre einmal weniger oft nach Dubai fliegen.

Montag, 11. Januar 2010: Die Sardine ist ein kleiner schmackhafter Heringsfisch des Mittelmeers und Atlantischen Ozeans und tritt in freier Natur ohne Büchsenkleid in Erscheinung. Aber Achtung: Nach dem Grillieren stechen die Gräten im Hals.

Sonntag, 10. Januar 2010: 'Antrieb ist die beste Verteidigung' ist das bohnenhafte Motto der mexikanischen Küche uns Nichtmexikanern gegenüber. Aber wir lieben das Zeug trotzdem.

Samstag, 9. Januar 2010: Europa: In der griechischen Sage von Zeus in Stiergestalt von Theben nach Kreta entführt. - Diese kühne Tat darf heute als origineller Startschuss der weltweiten Globalisierung angesehen werden.

Freitag, 8. Januar 2010: 'Love is emotion' heisst es in einem äusserst schlechten Liedchen, das regelmässig im Radio läuft, und man fragt sich, ob der Interpret auch einen Schimmer von den Emotionen der Musikkenner hat, wenn sie sein übles Lied hören.

Donnerstag, 7. Januar 2010: Meinungen gehen auseinander, aber solange die Musik zwischen zwei Menschen stimmt, bleibt man verbunden.

Mittwoch, 6. Januar 2010: Lieber drei gerechte Könige als ein selbstgerechtes Parlament.

Dienstag, 5. Januar 2010: Die USA sind eine Nation geworden, die heute schon den Dreikönigskuchen durchleuchtet, um anstatt des Königs einen Terroristen zu finden.

Montag, 4. Januar 2010: Es gibt mindestens eine Beobachtung vom Verlauf des durchschnittlichen Menschenlebens, die als belegt gilt: Wer über einen längeren Zeitraum früh schlafen geht, wird alt - und vernünftiger.

Sonntag, 3. Januar 2010: Faszinierend ist weniger die Entstehung des Kindes als vielmehr die Speichelproduktion desselben, wenn es auf der Welt ist.

Samstag, 2. Januar 2010: Ein Jahr hat dann gut angefangen, wenn man zwar krank ist, es einem aber nicht schlecht ist.

Freitag, 1. Januar 2010: Der Pessimist spricht von einem miserablen neuen Jahr. Der Optimist spricht von seinem miserablen neuen Kater.

Donnerstag, 31. Dezember 2009: Es war ein grossartiges Jahr. Hoffentlich wird das näxte besser.