Aldo Betschart  
 

Archiv 2009

Mittwoch, 30. Dezember 2009: Im Supermarkt werden bereits Faschingskuchen angeboten. Das gibt Anlass zur Sorge, nicht zum Fest.

Dienstag, 29. Dezember 2009: Jetzt ist noch die Zeit, kleinere und grössere Familienprobleme aktiv zu bereden. Einfach nicht Uebermorgen.

Montag, 28. Dezember 2009: Jetzt ist die Zeit, sich keine guten Vorsätze zu machen.

Sonntag, 27. Dezember 2009: Der an und für sich redliche Benutzer von Bus und Tram wird besonders gerne dann gesucht und gebüsst, wenn sich die ganze Welt den Anschein von Toleranz, Frieden und Versöhnung gibt.

Samstag, 26. Dezember 2009: An dieser Stelle müsste man einmal fragen: Wer hat uns danke gesagt, wofür und weswegen? Und wer von all den Schleimern hat sich nicht bedankt?

Freitag, 25. Dezember 2009: Am schlimmsten sind all die schlechten Weihnachtslieder!

Donnerstag, 24. Dezember 2009: Vermutlich fällt es den wenigsten Leuten ein, ausgerechnet an Weihnachten sein Wohnzimmer zu streichen, so wie wir das getan haben. Um Farbe zu bekennen, gibt es schliesslich günstigere Tage!

Mittwoch, 23. Dezember 2009: Wir waren zwar mal Höhlenmenschen, aber heute lassen wir den Tisch im Dorf.

Dienstag, 22. Dezember 2009: Föhnige Weihnachten!

Montag, 21. Dezember 2009: Vandalen: Germanischer Stamm, der um 100 v.Chr. aus Skandinavien kam. Theaterleute: Vandalen, die vor 2100 Jahren aus Skandinavien kamen - heute auch mit Anzug, Krawatte und guten Umgangsformen getarnt.

Sonntag, 20. Dezember 2009: Etwas hinter sich zu haben ist manchmal fast so schön wie nicht zu wissen, was uns noch Schlimmes erwartet.

Samstag, 19. Dezember 2009: Es ist immer wieder faszinierend, was Politiker alles erfinden, um noch die misslungenste Aktion als Erfolg hinzustellen. Jetzt werden sie vermutlich sagen, der Schneefall in Mitteleuropa sei bereits ihr Beitrag zum Klimawandel.

Freitag, 18. Dezember 2009: Diesmal werden in Kopenhagen auf unsere Kosten Staatsgelder verjubelt. Aber die Politiker scheinen nichts zu fürchten; schliesslich bietet ihnen das dortige Klima Schutz.

Donnerstag, 17. Dezember 2009: Geld macht alles möglich - nur kein Talent.

Mittwoch, 16. Dezember 2009: Der Mensch muss streiten können, andernfalls ist er auf dem falschen Planeten geboren.

Dienstag, 15. Dezember 2009: Ein Abend mit Gerhard Polt und seinen Biermösl-Blosn, und Adventszeit und Weihnachten sind gerettet. Womöglich würden sie noch die Schweiz und ihren gefährdeten Ruf retten, weilten sie länger hier. Servus!

Montag, 14. Dezember 2009: Es ist das schwere Los der Arbeiterschaft, dass keine Weihnachtsfeier ohne Jahresbilanzen und visionäre Chef-Reden auskommt, ebenso wie es das Los der Chefetage ist, dass es im nächsten Jahr nicht ohne Arbeiterschaft geht.

Sonntag, 13. Dezember 2009: Serviceangestellte, die unsere Landes-Sprache nicht beherrschen, werden womöglich vom Chef schlechter bezahlt. Wollen wir es hoffen!

Samstag, 12. Dezember 2009: Der Schweizer Ornithologen-Verband muss sich noch ein wenig mit der Katalogisierung des Pierre Vogel gedulden.

Freitag, 11. Dezember 2009: Erst mit dem Ausgesperrt-Sein stellt sich die bedeutende Frage, ob Türen und Türschlösser nun das Nützlichste am Haus sind oder das Nervigste.

Donnerstag, 10. Dezember 2009: Dynamisch muss man sein, immer auf Zack und möglichst schnell im Grab, damit die Jungen auch etwas davon haben.

Mittwoch, 9. Dezember 2009: Im filmreifen Leben der Reichen und Mächtigen ist im richtigen Licht stehen oft wichtiger als die richtige Einstellung haben. Daran kann kein noch so guter Regisseur etwas ändern.

Dienstag, 8. Dezember 2009: Ohne Missverständnisse wäre das Leben endlos langweilig. Es gäbe zum Beispiel keinen Krieg oder kein Rührei anstatt eines sanften Schläfchens.

Montag, 7. Dezember 2009: Das Passfoto vom eigenen Säugling oder Kleinkind wirkt ganz besonders herzig auf der sonst so steifen Identitätskarte. Von daher kann Vorgeschriebenes durchaus auch mal überzeugen.

Sonntag, 6. Dezember 2009: Es würde uns schon interessieren, wie der heilige St. Nikolaus über die Minarett-Frage denkt. Vielleicht würde es höchstens seine bisherige jahrhundertealte Flugroute ein wenig durcheinander bringen ...

Samstag, 5. Dezember 2009: Manche Schauspieler sind verspielt und hart im Nehmen. Unerwarteten Showeinlagen der Kollegschaft treten sie gefasst entgegen, um den Spass ein Andermal mit noch verrückteren Scherzartikeln zu übertrumpfen.

Freitag, 4. Dezember 2009: Das Wort 'Toleranz' ist in den vergangenen Tagen allzu oft missbraucht worden. Nicht so scheinheilig und richtig verstehen tut es anscheinend nur Gerhard Polt.

Donnerstag, 3. Dezember 2009: Es ist jammerschade, dass die Busse der VBZ über keine Schleudersitze verfügen. Man hätte den selbstverliebten, lautstarken Redner diskret aus unserer Runde entlassen können. Sein Vortrag hätte sicherlich nicht darunter gelitten.

Mittwoch, 2. Dezember 2009: Ein Bundesrat, der sich im Ausland für einen demokratischen Volksentscheid quasi entschuldigt, hat in der Landesregierung nichts zu suchen. - Für wen arbeiten die eigentlich?

Dienstag, 1. Dezember 2009: 'Kriegsgetreidegesellschaft' und 'Reichskartoffelstelle'. - Es gab mal Zeiten, da war der deutschen Sprache kein Buchstabe zuviel.

Montag, 30. November 2009: Der erste Schnee wirft die Fragen auf, wie es war und wann es war, als es zum ersten Mal überhaupt geschneit hat, auf die gute alte Mutter Erde.

Sonntag, 29. November 2009: Die Weihnachtsbeleuchtung vor der Adventszeit gehört ebenso verboten, einfach, weil nicht jedermann die leuchtenden Geschmacklosigkeiten länger als einen Monat verträgt. - Ob das für eine Initiative reicht?

Samstag, 28. November 2009: Nein, es ist ganz und gar unumstösslich: Selbst die schönsten Frauen wirken lächerlich und geradezu wie angeschossene kleine Hunde, wenn sie in hochhackigen Schuhen 'auf Tempo' machen.

Freitag, 27. November 2009: Die Schweiz ist ein kleines Land, das sich zunehmend grossspurig über Dinge beschwert, die es sich selber eingebrockt hat.

Donnerstag, 26. November 2009: Noch verlogener als die 'Mangelware Impfstoff' ist nur noch die Propaganda über die Gefährlichkeit der Schweinegrippe. Leute, was hier abläuft ist unter jeder Sau.

Mittwoch, 25. November 2009: Mit 30 Jahren weiss man, was man nicht hat. Guten Abend!

Dienstag, 24. November 2009: Das vermeintlich gestohlene Militärfahrrad ist nicht gestohlen worden! Es wurde lediglich ausgeliehen und zurückgebracht. So verzweifelt sind die Zürcher Diebe also auch wieder nicht.

Montag, 23. November 2009: Es ist grauenhaft mit anzusehen, wie oft ein Kleinkind an einem einzigen Tag mit dem Kopf irgendwo anstösst. Andererseits werden die Verhaltensweisen des Erwachsenen dadurch plötzlich nachvollziehbar.

Sonntag, 22. November 2009: Eine zeitweilige Vermeidung jeglicher Massenmedien führt zu ungeahntem Optimismus, ja manchmal gar zu Frohsinn. Am zweiten Tag ist es schon fast Methode, wenn man die Nachrichten vergisst.

Samstag, 21. November 2009: Im Beinhaus von Douamont liegen die sterblichen Ueberreste von 130'000 nicht identifizierten Soldaten. Sie haben ihr Leben gelassen in einer der Schlachten bei Verdun. Es wurde auch mit Waffen aus Oerlikon getötet.

Freitag, 20. November 2009: Die Verbeugung des Schauspielers vor dem applaudierenden Publikum rechtfertigt sich allein schon mit dem Genuss, den sie dem Zuschauer beschert. Ansonsten sollte dies Zeichen der Unterwürfigkeit der Vergangenheit angehören.

Donnerstag, 19. November 2009: Vor genau 2 Jahren schrieb sie, dass es jetzt an ihr sei, es krachen zu lassen. Jetzt ist sie nicht mehr. Alles Gute zum Geburtstag, Karin!

Mittwoch, 18. November 2009: Wir wissen nicht, ob wir heute was tun sollen oder erst morgen - sicher ist, wir haben (andere) Sorgen.

Dienstag, 17. November 2009: Designerbrille und Damenbart passen nur bedingt zusammen. Optisch gesehen, wirft so ein Bart kein gutes Licht auf die Brille.

Montag, 16. November 2009: Jeder neue Geburtstag sollte uns dem Ziel näher bringen, das Leben friedlich und in vollen Zügen zu geniessen. Man gehe also freudig arbeiten und fahre in vollen Zügen.

Sonntag, 15. November 2009: Das Erdenrund täuscht über die Spitzfindigkeit seiner Bewohner hinweg. Manchmal arbeiten sie Sonntags, um am Montag so zu tun als ob schon Dienstag wäre.

Samstag, 14. November 2009: Kleine Kinder brauchen keinen grossen Bizeps, um einen Erwachsenen fertig zu machen; sie schaffen es ganz allein mit der Kraft ihrer Stimme. - Das macht einen Mann ganz schön fertig.

Freitag, 13. November 2009: Freitag der 13. - Das ist nicht nur ein Datum, das den Aberglauben entfacht oder den Pechvögeln auf dem Magen liegt, nein, so heisst auch einer der schlechtesten Filme aller Zeiten.

Donnerstag, 12. November 2009: Wer anständig ist und angestellt, der lässt Mainz am Donnerstag fahren. Willkommen in der Zwickmühle!

Mittwoch, 11. November 2009: Die Schweizer Armee sollte öfters mal den Drachen steigen lassen, als über neue Kampfflugzeuge nachzudenken.

Dienstag, 10. November 2009: Intrige: Ränkevolle Machenschaft zur Erreichung eines Zwecks. - Eines ist sicher: Solcherart Leute möchte man nicht im Haus haben.

Montag, 9. November 2009: 20 Jahre Mauerfall, und was ist passiert? Die Deutschen leben lieber in der Schweiz als in Deutschland.

Sonntag, 8. November 2009: Pünktlichkeit ist äusserst wichtig, es sei denn, man kommt zu spät.

Samstag, 7. November 2009: Die beiden schlimmsten psychischen Störungen des Menschen sind Arroganz und Ueberheblichkeit.

Freitag, 6. November 2009: Anstand ist leider ein Wort, das nicht jedermann buchstabieren kann.

Donnerstag, 5. November 2009: 7 Monate nicht in Tibet, aber fast, das ist ein - Verflucht, Verdammt und Halleluja, Pedro De Valdivia! Olé und Hurra!!!

Mittwoch, 4. November 2009: Warum nicht Vögel, die rückwärts fliegen?

Dienstag, 3. November 2009: Der Kern der Frage ist doch: Warum wurde das Geld erfunden, wenn wir im Grunde viel lieber zu Hause bleiben würden, anstatt zur Arbeit zu gehen?

Montag, 2. November 2009: Ein als 'oberster Disponent' bezeichneter Angestellter ist vom hohen Ross als gut genug befunden worden, seine Lampe aufzuhängen. Solcher Zynismus ist zum Erschiessen schön.

Sonntag, 1. November 2009: Ein nebelverhangener Morgen hat etwas wunderbar Gemütliches an sich, sofern man das Bild mit einer Tasse Kaffee in der Hand von diesseits des Fensters betrachtet. Nur draussen braucht ihn kein Schwein.

Samstag, 31. Oktober 2009: Es ist leider wahr: Beim Teenager kann der Erwachsene in groben Zügen bereits vorausgeahnt werden: Er weiss oft nicht, wann er Unsinn redet oder sich wichtigtuerisch benimmt. Er braucht nur das zu glauben, was er sagt.

Freitag, 30. Oktober 2009: Die eigentlich unzumutbare Erhöhung der Krankenkassen-Prämien verdeutlicht auf das Schönste die Unfähigkeit der zuständigen Politiker und ihr Desinteresse gegenüber den einfachen Leuten, die, anders als sie selbst, bluten müssen.

Donnerstag, 29. Oktober 2009: Jedes Gastspiel kommt früher oder später einmal zum Ende. Und wenn es aus ist, bleibt hoffentlich die Erinnerung daran, dass das Vergnügen gross und der Schaden klein geblieben ist.

Mittwoch, 28. Oktober 2009: Einer ausgefeilten Technik ist es zu verdanken, dass Brig nebst der herzigen kleinen Altstadt auch mit einem aufgemischten Barbetrieb bestochen hat.

Dienstag, 27. Oktober 2009: In Sursee scheint die Hotellerie auch nicht mehr zu sein, was sie mal war: offen.

Montag, 26. Oktober 2009: Das Thema 'Sex' ist ein Dauerbrenner und immer gross in den Schlagzeilen vertreten. Umso verwunderlicher ist es, weshalb man beharrlich behauptet, es sei die natürlichste Sache der Welt.

Sonntag, 25. Oktober 2009: Der Kabeljau ist ein Dorsch ist ein Kabeljau. Er wird bis zu 2 Meter lang, muss aber nicht, da er angeblich kleiner geraten besser in die Pfanne passt.

Samstag, 24. Oktober 2009: Bergler sind nur bedingt für die Stadt gemacht. Unter anderem neigen sie dazu, allzu oft zu grüssen.

Freitag, 23. Oktober 2009: Es gab einmal Zeiten, als Theater noch Theater war und der Mensch darin noch Mensch sein durfte. Das war bis heute so.

Donnerstag, 22. Oktober 2009: Im St. Gallener Wil halten sich ein ungeheiztes und dem Konkurs zuwinkendes Restaurant und zwei gute Brockenhäuser die Waage. Erst die vielen Verkehrskreisel bringen das Fass zum Ueberlaufen.

Mittwoch, 21. Oktober 2009: Wenn Kinder auf die Beine kommen, ist die Freude zweigeteilt - es sei denn man rennt gerne.

Dienstag, 20. Oktober 2009: Langental zu besuchen lohnt; es verfügt über gute Hotelbetten.

Montag, 19. Oktober 2009: Der ideale Spaziergang findet an der kühlen Herbstluft statt. Er dauert maximal eine Stunde und nicht weniger als 60 Minuten.

Sonntag, 18. Oktober 2009: Dreimal Cordon bleu und einmal Fritten bevor es allzu spät nach Hause ging. Hey Boss, ich brauch mehr Geld!

Samstag, 17. Oktober 2009: Für Dich, Ernesto, sind wir auch gerne zweimal nach Luzern gefahren. (Die Nacht der Nächte, Hommage an Ernesto Pal)

Freitag, 16. Oktober 2009: Den Säugling interessiert es am nächsten Tag nicht, wie gut der 'Cuba Libre' geschmeckt hat. - Und er hat leider sehr sehr gut geschmeckt.

Donnerstag, 15. Oktober 2009: Wild lebt nicht, wer Wild isst.

Mittwoch, 14. Oktober 2009: Wer im Beruf verbissen Karriere machen will, der schadet dem gesunden Arbeitsklima, das durch den gelassenen Einsatz der Alteingesessenen eine optimale lethargische Wohligkeit vermittelte. - Willkommen in der Gegenwart!

Dienstag, 13. Oktober 2009: So wie die Taube für 'Frieden' steht, so müsste der Babysitter für 'Freiheit' stehen.

Montag, 12. Oktober 2009: Herbstes Wetter, rouge Blätter, kühler Wind, Menschenskind.

Sonntag, 11. Oktober 2009: Wirklich gute Abendunterhaltung findet nicht vor dem Fernseher statt.

Samstag, 10. Oktober 2009: Eine Stadt, die das Bier einer Rockband in den Sommermonaten warm werden lässt, ist der Idee eines Kühlschranks ebenso abgeneigt, wie der Regung des Mitleids und der Gnade.

Freitag, 9. Oktober 2009: Das Credo 'Immer mit der Ruhe' verhindert keine Explosionen, es zögert sie nur hinaus.

Donnerstag, 8. Oktober 2009: So gut wie jeder Tag hat etwas Erfreuliches zu bieten. Wer einfallsreich und unvoreingenommen ist, wird erkennen, worum es sich jeweils handeln könnte.

Mittwoch, 7. Oktober 2009: 'Ratlosigkeit machte sich breit ...' (Ein Basler Gymnasiast äussert sich nach dem obligatorischen Besuch eines Theaterstücks wortgewaltig über die gewonnene Einsicht, was moderne Theaterkunst bei Jugendlichen anrichten kann)

Dienstag, 6. Oktober 2009: Wer spontan bleibt und immer für eine Ueberraschung gut ist, der lässt sich so schnell nicht aus der Fassung bringen. Auch nicht, wenn man anstatt in Freiburg (im Breisgau) in Fribourg landet.

Montag, 5. Oktober 2009: Wann fühlt der Mensch sich mehr mit dem Universum und seinen Kräften verbunden, als während einer schlaflosen Nacht im kalten Schein des Vollmonds?

Sonntag, 4. Oktober 2009: Anders als der so genannte 'moderne Mensch' nimmt sich der Nostalgiker die Zeit, die er nicht hat.

Samstag, 3. Oktober 2009: Wieder einmal eingebettet in die beständige Gleichheit der heimatlichen Bergwelt, kann kein noch so grossartiges Freudengefühl den Gedanken an des Menschen Kurzlebigkeit verscheuchen. - Die Natur wird immer siegen, was gut ist!

Freitag, 2. Oktober 2009: Es kann höchstens eine Handvoll Dinge geben, die noch besser sind als ein wärmendes Feuer inmitten einer abgeschiedenen Naturkulisse, und die Dunkelheit der Nacht, die darüber hereinbricht.

Donnerstag, 1. Oktober 2009: Das Leben ist zu lang um schlechtes Zeug zu rauchen.

Mittwoch, 30. September 2009: In Indonesien und Samoa zeigt sich einmal mehr, dass wahre Not zunächst einmal nichts mit Geld zu tun hat.

Dienstag, 29. September 2009: Laune gut, alles gut!

Montag, 28. September 2009: Das gelassene Nicht-bemerken einer unliebsamen Person, die in nächster Nähe ist, ist eine Kunst und nicht allen gegeben. Aber dafür hat man wieder andere Vorzüge.

Sonntag, 27. September 2009: Erst die wahrhaft fühlbare Elternfreude räumt der Zuversicht Platz ein, indem sie sagt, die Erde sei zwar überbevölkert, aber dennoch auf jedes Kind angewiesen.

Samstag, 26. September 2009: Das Spektakel, das in der abendlichen Dunkelheit mit zwei gewaltigen Lichtsäulen auf sich aufmerksam macht, hat sich wohl einzig zum Ziel gesetzt, pro Stunde mehr Strom zu verbrauchen als ein durchschnittlicher Haushalt pro Jahr.

Freitag, 25. September 2009: Gern flögen wir hinweg über frisch gestrichene Böden, um das zu holen, was in unerreichbare Ferne gerückt. Nun sind wir halt zu Fuss gegangen, haben Spuren hinterlassen, so wie Armstrong auf dem Mond ...

Donnerstag, 24. September 2009: Jetzt, wo die Zeit der guten Suppen wieder angebrochen ist, kommt uns das zukünftige zahnlose Dasein, welches das Greisenalter mit sich bringen mag, mit jedem Löffel weniger tragisch vor.

Mittwoch, 23. September 2009: Die besten Romane sind im nüchternen Zustand geschrieben worden, die allerbesten auch mal im Zustand der Ausnüchterung.

Dienstag, 22. September 2009: Mit dem totalen nächtlichen Stromausfall hat Höngg seine Selbstständigkeit unter Beweis gestellt. Dem Taxifahrer allerdings war soviel Dunkelheit nicht geheuer.

Montag, 21. September 2009: Wenigstens hügelan müssten die Lenker eines Elektrofahrrades den natürlichen Radlern mit allem gebührenden Respekt begegnen und daher nicht überholen dürfen, würde ich vorschlagen. Alles andere ist nicht lustig.

Sonntag, 20. September 2009: Nach einem annähernd 4 Stunden langen Telefonat darf man sich nicht nur der Mitteilsamkeit und des offenen Ohres wegen rühmen, sondern auch der Hartnäckigkeit der Zeit gegenüber.

Samstag, 19. September 2009: Die wir lieben, die hassen wir, und wir hassen es wirklich, sie zu hassen.

Freitag, 18. September 2009: Der schiere Höhepunkt eines jeden Tages beginnt mit dem morgenfrischen Blick in den Spiegel und der Frage: 'Wer bist du?'

Donnerstag, 17. September 2009: Im Uebermut koten Jugendliche auch mal in jemandes Vorgarten, so wie heute hier in der Nähe. - Man kann also sagen, dass der Spieltrieb der Adoleszenz sich in den letzten 20 Jahren nur unwesentlich weiterentwickelt hat.

Mittwoch, 16. September 2009: Für häusliche Unannehmlichkeiten finanzielle Entschädigung zu fordern, obwohl sie schon lange schriftlich zugesichert worden ist! das zeugt von blinder Einfalt einer ausgewählten Mieterschaft, deren Namen jetzt allen Bewohnern geläufig sind.

Dienstag, 15. September 2009: Bei tüchtiger Zurückhaltung gehen in 19 Jahren Anstellung eine Menge Dinge kaputt und vor die Hunde. Wir standen jedenfalls nur staunend vor diesem Abwart des Gymnasiums, der es sich lachend gut gehen liess.

Montag, 14. September 2009: Das beste Theater macht immer noch die Technik. (Diesmal festgestellt vom Bühnentechniker, während des Abendessens in der Schützenstube zu Liestal BL, unterwegs für 'Die Leiden des jungen Werther').

Sonntag, 13. September 2009: Die Appenzeller sind - soviel kann man sagen - stolz auf ihren 'Appenzeller'. Sie haben uns keinen spendiert.

Samstag, 12. September 2009: Das einfache Volk bezahlt immer am meisten, während staatliche Institutionen sich gegenseitig die goldenen Bälle zuspielen und natürlich vorsichtig darauf bedacht sind, vor dem Volk gerade dazustehen.

Freitag, 11. September 2009: Die Frage sollte nicht lauten, was wir heute vor 8 Jahren gemacht oder getan haben. Viel wichtiger ist doch, was wir heute vor 8 Jahren NICHT gemacht oder getan haben.

Donnerstag, 10. September 2009: Beim Escher-Wyss Platz wird der korrekt fahrende Velofahrer vom korrekt fahrenden Autofahrer angefahren. Schuld ist das dortige Strassenbau-Chaos, an dem niemand Schuld haben will, schon gar nicht nach Feierabend.

Mittwoch, 9. September 2009: Das Traurigste, das es gibt, sind Macho-Typen, die sich bei allen Gelegenheiten für unwiderstehlich halten, Frauen wie eine Ware behandeln und zu Hause von einer Mama bekochen lassen, die selber auf den Falschen hereingefallen ist.

Dienstag, 8. September 2009: Der Test eines sogenannten 'Babyfones' kann an den Eltern einen derart verjüngenden Effekt zeitigen, dass sich daneben selbst der Säugling alt vorkommt.

Montag, 7. September 2009: Es ist ungewiss, ob die Feuerwehr von Laufental den Brand, dem sie entgegenjagte, rechtzeitig bezwungen hat. Sicher ist, dass sie mit dem spektakulären Aufgebot den Eindruck vermittelte, sie sei selbst dem griechischen Feuer gewachsen.

Sonntag, 6. September 2009: Die Autobiografie, die es wert ist gelesen zu werden, wird nicht alle Tage verfasst. Genau so wenig wie eine Persönlichkeit von Format es nötig hat, für Geld vor der Welt in den Beichtstuhl zu treten.

Samstag, 5. September 2009: Dem Ende einer jeden Aera folgt die Aufbruchstimmung und damit ein neuer Sonnenaufgang im Wandel der Zeit. Einfacher gesagt: Keine Sorge! Sie haben nichts falsch gemacht, was nicht andere noch falsch machen werden.

Freitag, 4. September 2009: Es gibt Hochzeiten, an die man sich selbst nach 10 Jahren gerne und gut erinnern kann. In der Regel ist es nicht die eigene gewesen.

Donnerstag, 3. September 2009: Die multikulturelle Schweiz hat mehr als die meisten Länder der Erde einen Punkt erreicht, wo eine unangepasste Ausdrucksweise sich allzu schnell nachteilig auswirken kann - für die Schweizer.

Mittwoch, 2. September 2009: Den Hunger auf der Welt kann man unschwer anhand des gesunden Appetits eines einzelnen Säuglings erahnen. Mit 7 Milliarden multipliziert, kann das schon mal ein schlechtes Gewissen hervorrufen.

Dienstag, 1. September 2009: Auf den Tag genau vor 70 Jahren begann das Deutsche Reich mit Polens Bombardierung den 2. Weltkrieg. Jetzt, 70 Jahre später, wünscht man sich beim Morgenkaffee, die Nazis hätten einfach nur Libyen in die Luft gejagt.

Montag, 31. August 2009: Das Baugerüst, das die Aussicht vom Balkon lange beeinträchtigt hat, ist am Vormittag abgebaut worden. Vielleicht auf Gaddafis Befehl, der gewiss sichergehen will, dass wir Schweizer morgen gute Sicht auf Libyen haben.

Sonntag, 30. August 2009: 'Vor Gott sind alle Menschen gleich' lautet eine viel zitierte Annahme von uns Nichtwissern; aber kämen wir einmal dazu, IHN SELBST zu fragen, würde ER vermutlich grosse Augen machen und wissen wollen, wo wir unser Fell gelassen haben.

Samstag, 29. August 2009: Es scheint auf der Welt kein Mehrfamilienhaus zu stehen, das nicht mindestens einen unmöglichen Mieter beherbergt. In der Regel ist die Person rasch eruiert. Es ist diejenige, an der man grüssend vorbeirennt.

Freitag, 28. August 2009: Der Bezug von Arbeitslosengeld ehrt den Realismus, nach dem Motto: 'Denk nicht darüber nach, was du für den Staat tun kannst. Denk darüber nach, was der Staat für dich tun kann'.

Donnerstag, 27. August 2009: Man ist Zeuge eines Geniestreichs gegen die Zeit, wenn ältere Menschen bei einem seltenen Wiedersehen den lebhaften Eindruck vermitteln, es seien seit dem letzten Mal, anstatt eines Vierteljahrhunderts, nur 25 Jahre vergangen.

Mittwoch, 26. August 2009: Wer ernstlich krank ist, der jammert nicht. Es sind stets die Gesunden, die sich über alles und jeden beschweren.

Dienstag, 25. August 2009: Viel schlimmer als die selbstbekennenden Faulenzer sind diejenigen, die vorgeben fleissig zu sein.

Montag, 24. August 2009: Mit dem Verkauf von vakuumverpacktem Käse zeigt die Lebensmittel-Industrie ihr wahres Gesicht - ein idiotisches, das sich freut, während wir Konsumenten ob der hirnverbrannten Enge der Verpackung in Rage geraten.

Sonntag, 23. August 2009: Genau betrachtet, ist der allseits bekannte Kinderwagen ein bizarres und oft auch ärgerliches Gefährt, mit welchem Kleinkinder durch die Gegend geschoben werden, die zum Glück noch zu jung sind, sich ihrer Lage zu schämen.

Samstag, 22. August 2009: Das Handwerk ist eines der schönsten. Das Blendwerk eines der am meist frequentierten.

Freitag, 21. August 2009: Die Opferbereitschaft des loyalen Angestellten geht mindestens soweit, dass er sich bei mangelnder Beschäftigung des Umstands erfreut und frei nimmt bzw. den Tag schon vor dem Abend lobt.

Donnerstag, 20. August 2009: Mit dem Ausgang der Gaddafi-Affäre ist das kleine Selbstbewusstsein der Schweiz ein weiteres Mal in Bronze gegossen worden. Man hat sich pragmatisch gezeigt und bei einem Erpresser entschuldigt. Ich schäme mich für die Schweiz.

Mittwoch, 19. August 2009: Fehleinschätzungen, die zur Kündigung eines Arbeitsverhältnisses führen, sind mitunter ein wichtiger Beitrag, der Gesellschaft auf den rechten Weg zu helfen.

Dienstag, 18. August 2009: Wenn ein 98 Meter langes Frachtschiff während 3 Wochen mir nichts dir nichts von der Bildfläche verschwinden kann, wird man vermutlich nicht richtig hingesehen haben. Die Russen schauen ja bekanntlich besonders gerne tief ins Glas.

Montag, 17. August 2009: Der übersinnlichen Intuition muss während des Schreibens nachgegeben werden, auch wenn es nicht immer einfach ist, und manchmal sogar eine Lüge. Am Ende des Tages steht dann auch mal der Satz: 'Ich wünschte, ich wäre in Istanbul!'

Sonntag, 16. August 2009: An sonnigen Sonntagen ist die häusliche Ruhe am vollkommensten. Man bekommt direkt Lust auf ein Einfamilienhaus.

Samstag, 15. August 2009: So verdammenswert mehrstöckige Häuser ohne Fahrstuhl sein mögen, bringen sie andererseits auch immer wieder jene spezielle Sorte Mensch hervor, die es versteht, mit Problemen stufenweise fertigzuwerden.

Freitag, 14. August 2009: Es gibt Reformhäuser, die ihre hohen Warenpreise mit einer besonderen Geräuschkulisse teilweise rechtfertigen wollen. Dabei dient die Klassische Musik offenbar vor allem dazu, die Leere des Geschäfts zu rechtfertigen.

Donnerstag, 13. August 2009: Jacksons Leiche war noch warm, als die beispiellose Kunde seines Todes um die Welt ging. Ein Glück für Willy DeVille! Die Geier zeigen sich weitestgehend satt und die Leichenfledderer ausgelaugt, sodass ER zumindest tot bleiben darf.

Mittwoch, 12. August 2009: Auf der Baustelle Stadt Zürich einen sandfarbenen Chihuahua zu verlieren, das ist ein Debakel; mehr noch, wenn das Tier laut Vermisstenanzeige 'geschippt' ist. - Das arme Hündchen kann buchstäblich überall begraben liegen!

Dienstag, 11. August 2009: Palma de Mallorca: Mindestens beim 'Ballermann' ist die Bombenstimmung keineswegs getrübt. Bei soviel Ignoranz sollte die ETA ihre Strategie besser ändern und versuchen, das Baskenland unabhängig zu saufen.

Montag, 10. August 2009: Die Wiederaufnahme des Berufslebens ist nach den Sommerferien dazu geeignet, etwaige Lügen über den unternommenen Urlaub gelten zu lassen. Solange alle sagen, dass das Essen miserabel war, ist alles in bester Ordnung.

Sonntag, 9. August 2009: Nachdem die lästigen häuslichen Sanierungsarbeiten nach vielen Wochen endlich so gut wie überstanden sind, hat das Credo 'Einmal und nie wieder' einen neuen besten Freund bekommen. - Ich wiederhole: Einmal und nie wieder!

Samstag, 8. August 2009: Mit grosser Wahrscheinlichkeit ist mit der heutigen Massenveranstaltung - der Zürcher Street Parade - dem Grippevirus H1N1 das 'raven' beigebracht worden. Das macht es erst recht gefährlich.

Freitag, 7. August 2009: Die Dinosaurier sind ausgestorben; das Mammut ist ausgestorben, und es bleibt zu hoffen, dass die sogenannte 'Performance Art' auch bald aussterben wird. Ich als Steuerzahler werde aufatmen.

Donnerstag, 6. August 2009: Die Möglichkeiten, im Leben Unmögliches zu erreichen, sind vielfältig. So kann man etwa zum Veganer werden, mit dem Trinken aufhören und anderen den Nerv töten, indem man unentwegt sagt, wie schön das Leben ist.

Mittwoch, 5. August 2009: Tote haben weder Anstand noch Zeitgefühl. Wäre es anders, dann würde ein braver Coiffeur wie der meinige nicht wegen einer Beerdigung einstweilen vom wohlverdienten Urlaub abgehalten werden.

Dienstag, 4. August 2009: Nach Hause zu kommen und festzustellen, wie die Umgebung unter der Sommersonne döst, weil viele Bürger noch im Urlaub weilen, ist fast noch schöner als weggewesen zu sein.

Montag, 3. August 2009: Dass gefährliche Jugend-Banden immer jünger auftreten, wird nicht nur daran liegen, dass WIR immer älter werden. - Also was läuft schief, o schiefe Eltern?

Sonntag, 2. August 2009: Ob wir mit den persönlichen Lebensumständen hadern oder nicht, zeigt sich verlässlich am letzten Tag eines gelungenen Aufenthaltes in der Ferne.

Samstag, 1. August 2009: Es war ein lautloses, an die biblischen Engel gemahnendes Schauspiel, als die beflaggten Paraglider langsam und stetig dem Talboden zuflogen. Aber auch sonst schafften es die Schweizer einmal mehr, selbst aus der Nationalfeier eine Trauerfeier zu machen.

Freitag, 31. Juli 2009: Die Vorbereitungen für die morgige Bundesfeier sind voll in Gang. Auf der Dorfwiese hat man einen stattlichen Scheiterhaufen errichtet. Die erwarteten Parlamentarier haben noch 24 Stunden Zeit, abzusagen.

Donnerstag, 30. Juli 2009: Alte, oder zumindest ältere Männer, die gegenüber den Jüngeren ein ausgeprägt joviales Verhalten an den Tag legen, sind in der Regel weit gegangen. Die Frage ist nur: Wie weit noch?

Mittwoch, 29. Juli 2009: Dass dümmere Menschen oftmals eine deutlichere Körpersprache herzeigen, ist ein offenes Geheimnis. Da braucht's kein 'Waldhaus', um es von den Blicken abzulesen.

Dienstag, 28. Juli 2009: In Kandersteg steht dem gemeinen Pfadfinder die Ueberwindung ins Gesicht geschrieben, die ihn das Ausweichmanöver mit dem entgegenkommenden Spaziergänger kostet. - Wer will sich schon im Dorf verirren!

Montag, 27. Juli 2009: 'Zum fachgerechten Vorsingen eines Kinderliedes ist die Zuhilfenahme einer Spieldose unerlässlich. Bei musikalischen Sprösslingen wird der Elternschaft darüber hinaus ein Gesangskurs nahegelegt'. Freundlich: Ihre Kinderspieldosen Lobby

Sonntag, 26. Juli 2009: Der stolze Ausruf 'Ich bin schwanger!' ist so alt wie die Menschheitsgeschichte. Erstaunlich, dass er bis heute nie von einem Mann gesagt werden durfte.

Samstag, 25. Juli 2009: Der geniesserische Spaziergänger weiss mehr noch als die anderen, dass der Weg das Ziel ist. Der Arbeitsweg natürlich ausgeschlossen.

Freitag, 24. Juli 2009: Die Leere Versprechung als fester Bestandteil gesellschaftlicher Ausdrucksform ist fest etabliert. Dagegen hilft auch kein 'Danke und auf Wiedersehen'.

Donnerstag, 23. Juli 2009: Canico, Madeira, am 23. Juli 2008: Man erfährt nicht jeden Tag, dass man vermutlich Vater wird. - Kandersteg, Schweiz, am 23. Juli 2009: Man erfährt nicht jeden Tag, dass es vermutlich regnen wird.

Mittwoch, 22. Juli 2009: Die Luft-Seilbahn vermag ein zündendes Hochgefühl von Imposanz und gemütlicher Waghalsigkeit zu suggerieren, wie es seit dem Absturz der 'Hindenburg' unter Transportmitteln kaum noch anzutreffen ist.

Dienstag, 21. Juli 2009: Die Art der überfreundlichen Kundenbedienung hat etwas unangenehm Unverschämtes, zumal einem wildfremde Leute aus nicht nennenswerten Gründen in den Hintern kriechen.

Montag, 20. Juli 2009: Die 1. Mondlandung von 'Apollo11' - am 20. Juli 1969 - hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auch auf die Alpinisten gehabt. Danach war ein 8000er nur noch ein 8000er.

Sonntag, 19. Juli 2009: Tage, an denen man wunschlos glücklich ist, verdienen ein besonderes Augenmerk. Dem ist nicht zu trauen.

Samstag, 18. Juli 2009: Nachdem jetzt der eigentliche Wert des 1962 in Barcelona gedruckten Stierkampf-Plakates mit einem TV-Film über 'El Cordobes' offenbart worden ist, verspürt man der 'Billag' gegenüber vorübergehend etwas weniger Trübsal.

Freitag, 17. Juli 2009: Dafür, dass sich hierzulande keine verblendeten Selbstmord-Attentäter neben uns in die Luft jagen, sitzen wir doch gerne ein bisschen in der Regenpatsche.

Donnerstag, 16. Juli 2009: Wenn der Mensch bis heute etwas perfektioniert hat, dann ist es zunächst die Fähigkeit, allem gesichteten Idyll den Todesstoss zu versetzen, natürlich, um danach dem Rest der Welt das gewesene Idyll als vorhandenes zu verkaufen.

Mittwoch, 15. Juli 2009: Erwachsene Väter, die, vor der Backwaren-Vitrine stehend, allen ernstes fragen, ob dies ein Nussgipfel sei und jenes ein Mandelgipfel, sollten sich ihrem Ruf zuliebe einen Gefallen tun, und derlei Erledigungen künftig wieder den Kindern überlassen.

Dienstag, 14. Juli 2009: Wir haben den Bus an den wartenden Pfadfindern vorbeifahren sehen. Es war ein niederschmetternder Anblick. - Was ist nur aus der Welt geworden!

Montag, 13. Juli 2009: Der Unterschied der beiden Geschlechter kommt speziell beim Kauf neuen Schuhwerks zum Tragen, wobei die Frauen diesen Fakt besonders oft und gerne unter Beweis stellen.

Sonntag, 12. Juli 2009: Angesichts des Hochbetriebs im Kandersteger Luftraum, scheint die Gleitschirmfliegerei sich einer vorher nie dagewesenen Beliebtheit zu erfreuen ... Jedenfalls sind dem einfachen Naturfreund echte Vögel lieber.

Samstag, 11. Juli 2009: Das Kandersteger-Tal liegt ganze 120 000 cm über Meer. Wohl deshalb sehen hier die Kühe wie Pferde aus und werden über Hürden geritten.

Freitag, 10. Juli 2009: Der 'Cisalpino' müsste richtiger 'Kalkutta-Express' heissen. Inniger werden nur in Indien die Fahrgäste aufs Zugdach gewünscht.

Donnerstag, 9. Juli 2009: Denkt man beim heutigen Stress darüber nach, wie kinderleicht es ist, schon morgen auf den Friedhof zu kommen, so wird einem direkt leicht ums Herz.

Mittwoch, 8. Juli 2009: Die gebührenpflichtigen Züri-Abfallsäcke werden neuerdings viel kostengünstiger von geschäftstüchtigen Serben hergestellt. Nun fragt sich noch, ob auch wir Schweizer sie benutzen dürfen.

Dienstag, 7. Juli 2009: Falls Sie ein Tierfreund sind und während Ihres Waldspaziergangs einem Eichenprozessionsspinner begegnen, sollten Sie ihm vorsichtshalber die giftigen Brennhärchen wegbürsten. Alle anderen können ihn getrost zertreten.

Montag, 6. Juli 2009: Erst mit Beginn der 1. Unterhalts-Zahlung kann der Vater die nachhaltige Wucht seiner Männlichkeit ermessen. Nicht, dass ihn das schlauer machen würde!

Sonntag, 5. Juli 2009: Ameisen sind auch ausserhalb des Ameisenhaufens Herdentiere. Sie sammeln sich zahlreich und bilden - wo Ruhe und Stille es zulassen oder für eine Weile niemand wohnt - ganze Kolonien ... - Parasiten wie wir!

Samstag, 4. Juli 2009: Der Verdacht erhärtet sich, dass die heutige Jugend immer öfter von Spass keine Ahnung mehr hat. Was das angeht, hat er für uns Erwachsene freilich schon lange aufgehört.

Freitag, 3. Juli 2009: An einem so wunderbaren Ort wie in Muotathal aufzuwachsen - das ist leider ein Geschenk, das man nicht jedem Kind machen kann. Dazu ist die eigentlich grosse Gemeinde einfach zu klein.

Donnerstag, 2. Juli 2009: Ein nützlicher Beitrag zur Senkung der allgemein hohen Lärmbelastung ist besonders den Garten- und Rasenbesitzern ein grosses Anliegen geworden: Sie tragen öfter als früher einen Gehörschutz, wenn sie den Benzinmotor anwerfen.

Mittwoch, 1. Juli 2009: Der Lebenslauf ist immer auch eine Frage des Parketts, auf dem man sich bewegt; und mag der Boden auch manchmal alt und abgenutzt erscheinen: besser draufzahlen und leben, als dem aalglatten Linoleum den Vorzug geben.

Dienstag, 30. Juni 2009: Der Goldbrassen als Speisefisch ist nun schon mehrfach gegessen und jedes Mal mit der Note 'ausgezeichnet' befunden worden. Das ist optimal und wird auch dem Thunfisch mit seiner desolaten Laune wieder auf die Sprünge helfen!

Montag, 29. Juni 2009: Die Polizei hat bei Personenkontrollen schon manchem Mistkerl Handschellen verpasst. Hin und wieder ist aber auch eine Enttäuschung in Form eines anständigen Menschen dabei. Ich lache immer noch.

Sonntag, 28. Juni 2009: Man munkelt, dass ausgiebiges Joggen weitaus ungesünder ist als allgemein angenommen. Das mag der Grund sein, weshalb die Ausübenden besonders gerne die gesunde Waldluft suchen.

Samstag, 27. Juni 2009: Falls Ihnen in der Nachbarschaft ein stets eingeschaltetes Fernsehgerät auffällt und weiter nichts, sollten Sie vielleicht die Polizei verständigen. Mit etwas Glück kriegen Sie womöglich den Fernseher.

Freitag, 26. Juni 2009: Mit dem plötzlichen Tod des 'King of Pop' sehen die Massenmedien ihr gefürchtetes Sommerloch hundertfach gestopft. Wir fahren trotzdem weg.

Donnerstag, 25. Juni 2009: Die praktische Hausfrau verlässt sich beim Frischhalten der Speisen unbedingt auf Tupperware, da ihres Erachtens erst ein leichter Beigeschmack von Plastik dem Essen die wahre Note der 'modernen Küche' verleiht.

Mittwoch, 24. Juni 2009: Solcherart alte Leute, die irgendwelchen Kindern sagen, sie sollen gefälligst zu Hause herumschreien und nicht in ihrer Gegenwart, trifft man nur noch selten an. Das erklärt die immer grössere Zahl der Kinder, die es ebenfalls anginge.

Dienstag, 23. Juni 2009: Inzwischen werden in den Kühlregalen der Supermärkte auch vor-angebratene Bratwürste angeboten ... Für wie dumm halten die uns eigentlich!

Montag, 22. Juni 2009: Es gibt noch umsichtige und freundliche Handwerker, die etwa anklopfen anstatt zu klingeln, und mit dem Lärm erst beginnen, nachdem sie sich vorgestellt haben. - Aber am meisten gefreut hat der Abschiedsgruss.

Sonntag, 21. Juni 2009: Dass mit dem Beginn des astronomischen Sommers am 21. Juni gleichzeitig die Tage wieder kürzer werden, ist eine originelle, zynische Einrichtung des Universums, die den Menschen selbst nach einer Million Jahren noch in Staunen versetzt.

Samstag, 20. Juni 2009: Man sollte Missverständnissen mehr Wertschätzung entgegenbringen, schliesslich fördern sie die Kommunikationsfreude.

Freitag, 19. Juni 2009: Warum zum Teufel muss man sich heutzutage auf jedem Postbüro durch irgendwelchen Kaufhaus-Ramsch zum Schalter durchkämpfen? - Die Post hat fürwahr eine seltsame Auffassung von Kundenfreundlichkeit.

Donnerstag, 18. Juni 2009: Ein Fitnesscenter, welches das Credo: 'Stark macht schön' zum Aushängeschild nimmt, hat seine Glaubwürdigkeit von vorne herein verwirkt. Das wäre wie: 'Erfahrung macht klug' bei Glanz u. Gloria.

Mittwoch, 17. Juni 2009: Die Art der Wunder, die eine junge Mutter jeden Tag ganz selbstverständlich tut, kann ein Mann erst vollends begreifen, wenn er zum ersten Mal einen Abend lang mit seinem Säugling allein gelassen wird.

Dienstag, 16. Juni 2009: Ein Schnupfen ist an sich nichts besonderes. Erhöhte Aufmerksamkeit verdient er erst, wenn die Nase derart läuft, dass man sie am liebsten beim Olympischen Komitee für den 100 Meter-Sprint der Männer anmelden würde.

Montag, 15. Juni 2009: Diejenigen unter uns, die sich noch an die Zeiten ohne Natel erinnern, sind heute allgemein beeindruckt von der damaligen Fähigkeit, den Alltag ohne ein mobiles Telefon gemeistert zu haben. Das ist bedenklich.

Sonntag, 14. Juni 2009: Ein Fondue als Konsequenz von drei Mal 19 Jahren beweist die erhabene Bescheidenheit und Stärke eines Menschen, der mit 57 nicht mehr bereit ist, jeden Käse mitzumachen. Sein Name ist Martin.

Samstag, 13. Juni 2009: Es gibt Münder die den Satz: 'Yes we can!' niemals aussprechen dürften; dazu gehören all jene Leute, die im Leben auch nicht einen Moment die Klappe halten können.

Freitag, 12. Juni 2009: Politiker haben es gut. Sie können Scheisse bauen, dem Volk mit ihrem Rücktritt recht geben und sich anschliessend gemütlich ins sorglose Leben stürzen mit dem Wissen, dass ihre Nachfolger nur allzu gerne im hinterlassenen Mist waten.

Donnerstag, 11. Juni 2009: Ob man nun 'Kochschürze' schreibt oder besser 'Küchenschürze': Gemeint ist eine Schürze, die man beim Kochen in der Küche trägt, oder aber in der Küche beim Kochen anhat.

Mittwoch, 10. Juni 2009: Wo aus idealistischen Gründen kein gutes Trinkgeld angenommen wird, da hat man vielleicht ein Stück Heimat gefunden.

Dienstag, 9. Juni 2009: Die Frage, warum brauchbare Kommoden mindestens soviel wie ein mittelgrosser Stahltresor wiegen müssen, ist ungeklärt. Das Problem wird verdrängt, indem die Kommoden jahrhundertelang an ein und derselben Stelle stehen bleiben.

Montag, 8. Juni 2009: Die Provinz verblüfft mit einem Mittagsmenü für 15 Schweizer Franken. In der Hinsicht haben unsere 'grossen Städte' wirklich grauenhaft wenig zu bieten.

Sonntag, 7. Juni 2009: Ein Konzert dürfte schon alleine wegen der Rücksicht auf die Besucher niemals an einem Sonntag stattfinden - schon gar nicht bei Vollmond! Trotzdem kommt es vor, und anderntags heulen die Werwölfe ...

Samstag, 6. Juni 2009: Auf den Tag genau 65 Jahre nach der Invasion der Alliierten Truppen, die in der französischen Normandie den Anfang vom Ende des 2. Weltkriegs ankündigte, wird man den Gedanken nicht los, es sei so gut wie gestern gewesen.

Freitag, 5. Juni 2009: Paraden sind doof. Noch doofer ist, wenn man die Teilnehmer schon am Vortag erkennt. Am doofsten aber sind Hit-Paraden, da besteht kein Zweifel.

Donnerstag, 4. Juni 2009: Ich weiss gar nicht, was die Leute immer gegen zuviel Knoblauch haben. Knoblauch ist etwas vom geradlinigsten und ehrlichsten, was die Welt zu bieten hat. Knoblauch ist effektiv, aussagekräftig und kennt beim Menschen keinen Unterschied.

Mittwoch, 3. Juni 2009: Es gibt doch tatsächlich Leute, die einen Telefonanruf entgegennehmen, nur um dem Anrufer im nächsten Augenblick an den Kopf zu werfen, dass es 'jetzt gerade ganz schlecht' passt.

Dienstag, 2. Juni 2009: Heutzutage ist der Gebrauch eines Pressluftbohrers an Häuserfassaden barbarisch, um nicht zu sagen stillos. Wo bleibt da die moderne Innovation? Wo der Laser, sein feiner Schnitt, von Geräuschlosigkeit hundertfach gekrönt?

Montag, 1. Juni 2009: Mindestens auf die Meteorologen scheint der Heilige Geist am diesjährigen Pfingstmontag herabgekommen zu sein; sie sind sich einig und sprechen dahingehend dieselbe Sprache, dass in aller Welt der Sommer schon am 1. Juni beginnt.

Sonntag, 31. Mai 2009: Der Quecksilbergehalt eines schönen Thunfisch-Steaks darf mindestens beim Verzehr nicht allzu hoch gewertet werden. Allenfalls kann nach etwa 20 Minuten eine langsam einsetzende Blindheit eine Veränderung der Wetterlage ankündigen.

Samstag, 30. Mai 2009: 'Ausgerenkter Kiefer, eine beim Zunähen fallen gelassene Nadel im Rachen ...' - Bei einem solchen Erlebnisbericht von ein und derselben Person erleidet der gute Ruf der Zahnärzte einen Herzinfarkt.

Freitag, 29. Mai 2009: Tiere auszustopfen hat zumindest einen entscheidenden Vorteil: Sie wiegen weniger! Mit seinen 800 Kilo Lebendgewicht hätte uns der Bison-Bulle auf dem Weg zur Theaterbühne vermutlich eine Menge weiterer Probleme gemacht.

Donnerstag, 28. Mai 2009: Ein Haushalt ohne Elektrizität macht mehr denn je erfinderisch. So erlebt zum Beispiel die Auswahl von originellen Kraftworten eine nie gekannte Vielfalt.

Mittwoch, 27. Mai 2009: Wenn Sie erst einmal um die 7 Kilo wiegen, so kommen Sie im A-Postpaket innert 4 Arbeitstagen für nur 69 Schweizer Franken nach Madeira! Andererseits: Natürlich bringt man Sie auch hier unter die Erde.

Dienstag, 26. Mai 2009: Das Perpetuum mobile der jährlich steigenden Krankenkassen-Prämien macht die Bürger zwar nicht kränker, aber immerhin mutig genug, im Krankheitsfall den vollen Service zu beanspruchen. Mit Recht!

Montag, 25. Mai 2009: Die Atombombentests in Nordkorea erinnern irgendwie an das Haar in der Suppe, das uns zuletzt im grossen Stil von den Franzosen serviert worden ist. - Wird der Haarausfall jemals aufhören?

Sonntag, 24. Mai 2009: Wie sich Menschen an einem heissen Tag wie diesem im Gedränge der öffentlichen Badeanstalten wohlfühlen können ist mir ein unlösbares Rätsel. Ich habe Ruhe und Schatten, dem Schicksal sei Dank.

Samstag, 23. Mai 2009: Laut Radio DRS 1 kommt heute bereits jedes 7. Paar durch irgendeine Internet-Plattform zusammen. Das legt die Vermutung nahe, dass die restlichen 6 Paare sich noch nicht per Computer begatten.

Freitag, 22. Mai 2009: Ein 6-einhalb Wochen altes Kind, das nicht in Stimmung ist, bringt nur sehr wenig Interesse für den 60-sten Geburtstag der Bundesrepublik Deutschland auf. Das muss man ihm wiederum zugute halten: Es ist unbedingt ehrlich.

Donnerstag, 21. Mai 2009: Bei annähernd 30 Grad Celsius und intensiver Sonneneinwirkung überrascht die Christi Himmelfahrt nicht weiter. Insbesondere, da manch einer bei den Temperaturen selber gerne in die Luft gehen würde.

Mittwoch, 20. Mai 2009: 'Schildkröte Hubert wieder flüchtig! ...', liest es sich vom öffentlichen Steckbrief eines Schildkröten-Besitzers. - Ich hatte also recht: Das Leben dieser armen Tiere ist doch zum Davonlaufen.

Dienstag, 19. Mai 2009: Der Entdeckung eines platten Reifens am eigenen Automobil begegnet man am besten mit stoischer Gelassenheit. In unserem Fall stand das Gefährt seit Stunden still und die Garage 'Egger Pneu' winkte gleich um die Ecke.

Montag, 18. Mai 2009: Die un-sichere Stadt Birsfelden ist so nett, ihre Besucher mittels Plakaten über den Fakt zu informieren, dass es kein hergelaufenes Theater braucht, um etwa im 'Casablanca' schlechte Stimmung zu verbreiten.

Sonntag, 17. Mai 2009: In Anbetracht des ausgetragenen 'Fussballspiels der Superlative!' liegt das Letzigrund-Stadion von oben betrachtet äusserst friedvoll im Abenddämmer. - Als wäre es ein Trauerspiel gewesen.

Samstag, 16. Mai 2009: In Anbetracht des bevorstehenden 'Fussballspiels der Superlative!' liegt das Letzigrund-Stadion von oben herab betrachtet so friedvoll in der Sonne, als ob morgen Nachmittag lediglich der FCZ gegen den FC Basel antreten würde.

Freitag, 15. Mai 2009: Weniger beten und stattdessen den Mitmenschen gegenüber mehr Toleranz beweisen wäre ein erster grosser Schritt in die richtige Richtung. - Möglich? - Ja. Doch vorher geht die Welt unter.

Donnerstag, 14. Mai 2009: Die Angewohnheit, zu spät zur Arbeit zu kommen, hat sich in der Schweiz leider noch nicht völlig durchgesetzt. Wir, die Unternehmungslustigen, werden daran arbeiten und es erreichen! - besser spät als nie!

Mittwoch, 13. Mai 2009: Das Gefühl des entschlossenen Aufbruchs wurde von einer leeren Autobatterie jäh unterbrochen. 30 Minuten später konnte das Gefühl des entschlossenen Aufbruchs mit einer wieder leistungsfähigen Batterie neu gefeiert werden.

Dienstag, 12. Mai 2009: Ich hege den Verdacht, dass die Stadt Zürich vor einigen hunderttausend Jahren über dem versunkenen Atlantis gebaut wurde. Anders kann ich mir die vielen Ausgrabungsstätten mit den fremden Archäologen nicht erklären.

Montag, 11. Mai 2009: Von anfänglichen 2830 Gramm auf 4200 Gramm in 5 Wochen, das bedeutet soviel wie die Muttermilch mundet, und der Vater ist gut genug, dem Kindchen den Schmaus nicht zu verderben.

Sonntag, 10. Mai 2009: Der Muttertag: Ein Tag, an dem sich vor allem Familienväter bemüssigt fühlen, für einmal Neues zu wagen, indem sie etwas Würdevolles zu ihren Frauen sagen.

Samstag, 9. Mai 2009: Ein plötzliches Gewitter, ein plötzlicher Sturm an einem heissen Tag hat etwas zutiefst Romantisches an sich. Als Mann ist man geneigt, jede Frau zu retten, die im Freien mit einem Regenschirm kämpft.

Freitag, 8. Mai 2009: Heute vor 64 Jahren war der Zweite Weltkrieg mindestens in Europa endlich Geschichte, und irgendwie weiss man nicht, ob es gut ist oder schlecht, dass bald niemand mehr da ist, der als neuer Mensch daraus hervorgegangen ist.

Donnerstag, 7. Mai 2009: So viele Pfeifen wie einen umgeben gibt es nicht, und wenn doch, so ist die Welt eine Orgel mit 7 Milliarden Pfeifen. - Eine, die derart misstönend klingt, dass die Ausserirdischen sich den Schnaps lieber anderswo besorgen.

Mittwoch, 6. Mai 2009: Ich weiss ja nicht, was die FIFA dazu meint, aber ich bin doch sehr dafür, dem unaufhörlichen und äusserst unappetitlichen Spucken auf dem Rasen den Kampf anzusagen. Ein Spucknapf für jeden Fussballspieler und das Problem wäre gelöst!

Dienstag, 5. Mai 2009: Im Theater hat man sich ausgiebig gegen das Klavier und seinen gesundheitsschädigenden Transport ausgesprochen, da 'ein Klavier in Gottes Namen nicht von selbst die Treppe hochfliegt! ...' - Dramen über Dramen.

Montag, 4. Mai 2009: Was heisst schon Prestige! Was heisst Erfolg!? Wohl kaum, einen möglichst teuren Schlitten zu fahren. - Wirklich geschafft hat man's erst, wenn man im Schlafzimmer ganz ohne Vorhänge auskommt.

Sonntag, 3. Mai 2009: Wer das vollkommene Gefühl von Langsamkeit erfahren will, der setze sich an einem Sonntagnachmittag in ein Stadtzürcher Tram. Wer sich über nichts mehr aufregen kann, tue eben dasselbe.

Samstag, 2. Mai 2009: Der Dreck, der uns und unseren Kindern so oft eingeimpft wird, soll uns noch in tausend Jahren vor Krankheiten schützen, die schon zehntausend Jahre ausgerottet sind. Warum? - Pharmakonzerne wissen, was sie tun.

Freitag, 1. Mai 2009: Der Umfang der Sonne misst ungefähr 4.379 Millionen Kilometer. Wie kläglich ist da das bisschen 1. Mai Krawall verglichen mit dem beobachteten Sonnenuntergang - das Licht dieses Giganten, untergehend in leuchtendem Rot.

Donnerstag, 30. April 2009: Es geschah in der Walpurgisnacht - seitdem war's wie verhext. Herzallerliebste! Ich danke Dir für die vergangenen vier Jahre!

Mittwoch, 29. April 2009: Nach Mexiko zu reisen ist im Moment nicht ratsam. Nicht nach Aegypten zu reisen ist immer ratsam.

Dienstag, 28. April 2009: Goethe und Kinski zusammen am selben Tisch - es wäre ein herrliches Schreien gewesen. Besser noch als im Parlament, wenn auch politisch allzu visionär: "Mal reinen Tisch machen, hier!..."

Montag, 27. April 2009: Wie die Erdbevölkerung soeben erfahren hat, hat Mexiko mit der Schweinegrippe zu kämpfen. In einer Zeit, wo alle Welt nur von der Finanzkrise redet, kommt die neue Panik wie gerufen! Der Mensch braucht Abwechslung.

Sonntag, 26. April 2009: Es gibt Milliardäre, die Hungerlöhne zahlen, obschon sie voll des Lobes für ihre Angestellten sind. Vermutlich verteilen sie Lob, weil sie selber keines ernten.

Samstag, 25. April 2009: Präsident Obamas Töchter sind auf den Hund gekommen. Der Hund ist schwarz, mit zwei weissen Pfoten, wenn ich nicht irre. Auch hat er eine astreine weisse Weste, wenn ich nicht irre. Und wenn ich irre? - Macht auch nichts!

Freitag, 24. April 2009: Das Impfen von Säuglingen wird von der Schulmedizin allzu häufig als ein Sport betrieben wie etwa das Tontauben-Schiessen. - Hin und wieder wird auch ein echter Vogel abgeschossen.

Donnerstag, 23. April 2009: Die Tornado-Rockgruppe 'Despu Palliton' hat in der Stadt Zürich einen neuen Proberaum bezogen! - Lassen Sie sich von der Bedeutsamkeit dieser schönen Schlagzeile einlullen.

Mittwoch, 22. April 2009: Eine erfolgreich entrümpelte Wohnung muss am Schluss einen Tisch, vier Stühle und eine Pfeffermühle vorweisen können. Das Bett ist verzeihbar.

Dienstag, 21. April 2009: Die sicherste Methode seine neuen Hausnachbarn baldmöglichst kennenzulernen - richtig kennenzulernen - ist der eifrige Gebrauch einer Schlagbohrmaschine. Spätestens ab dem fünfzigsten Loch wird auch der letzte Mieter den Kontakt suchen.

Montag, 20. April 2009: 12 Sekunden - das ist die Zeitdauer, die der Schall vom Zürcher Sechseläuten Platz bis zum Hönggerberg benötigt. - Mindestens aus wissenschaftlicher Sicht ist die Böögg-Verbrennung vertretbar.

Sonntag, 19. April 2009: Das erdrückende Chaos einer soeben bezogenen Wohnung darf sich nicht auf den mentalen Zustand des darin Wohnenden übertragen. Man bündle die Wut! und verarbeite sie zu Kleinholz - wird angeraten.

Samstag, 18. April 2009: In ein luftiges Schwalbennest einziehen ist bestimmt herrlich - solange man die Strapazen des Hochfliegens mit schweren Materialien subtrahiert.

Freitag, 17. April 2009: Der Mensch ist immer mehr am Verweichlichen. So zeigt er heutzutage etwa in der Nacht vor einem umfangreichen Umzug dieselbe Schlaflosigkeit, dieselben Emotionen wie unsere Urahnen in der Nacht vor der Schlacht.

Donnerstag, 16. April 2009: An alle Arbeitgeber: Achtung! - Verzückte Gesichter am Arbeitsplatz gesichtet! Der verantwortliche Säugling ist sich keiner Schuld bewusst. Die Eltern plädieren auf Freispruch ...!

Mittwoch, 15. April 2009: Während eines Menschenlebens sammelt sich viel Gerümpel an. Es empfiehlt sich, kostbare Gegenstände zu sammeln! Sie werden besser abgestaubt - besonders, wenn man einmal tot ist.

Dienstag, 14. April 2009: Die Schweiz übt - mehr als die meisten anderen Länder der Erde - eine volksnahe Politik. Das konnte ich heute wieder ganz deutlich am neunmalklugen Schwachsinn erkennen, der hinter meinem Rücken von 'Teenagern' gesagt wurde.

Montag, 13. April 2009: Seinen Eltern ein Enkelkind zu präsentieren ist eine feine Sache. Man könnte sich an das Gefühl gewöhnen - und den Wunsch hegen, abermals produktiv zu sein.

Sonntag, 12. April 2009: Für den gewöhnlichen Arbeiter gibt es höchstens einhundert Dinge, die schlimmer sind als ein Sonntag: namentlich all die Sonntage, auf die ein Feiertag fällt.

Samstag, 11. April 2009: Die Wichtigkeit eines voll fahrtüchtigen Fahrrades darf niemals unterschätzt werden. Ab einem Fahrtwind von 100 Km/h sollte man es deshalb auf dem Autodach festzurren.

Freitag, 10. April 2009: Ich möchte behaupten, dass ein Karfreitag ohne 'Ben Hur' wie eine leere Bierflasche wäre. Der Osterhase wird dem Film nie das Wasser reichen können. Ostern ist Wagenrennen und Bier!

Donnerstag, 9. April 2009: Zu Grossmutters Zeiten mögen Grossväter nicht gekocht haben. Heute kochen sie. Eine erfreuliche Entwicklung! - So übel kann die Gegenwart nicht sein.

Mittwoch, 8. April 2009: Dreimal am Tag vorzüglich gespiesen. Der Kleinste von uns trinkt ununtebrochen. Das Geburtshaus Delphys macht's möglich.

Dienstag, 7. April 2009: Mit dem neugeborenen Kind im Arm ist die Heimkehr der offizielle Start für ein grosses Abenteuer. Die Fanfaren werden geblasen!

Montag, 6. April 2009: Nach neun Stunden Wehen ist endlich gekommen, was hoffentlich bleiben wird: ein wunderbarer Sohn. Willkommen im Schwalbennest!

Donnerstag, 2. April 2009: Es ist seltsam, auf ein Kind zu warten, das zwar da, aber noch ungeboren ist.