Aldo Betschart  
 

Wie das Leben beizeiten verläuft!

Ein Lebenslauf der sonderbaren Art.

Schreibtisch Aldo Betschart

Die nachfolgende, autobiografische Geschichte ist von einer besonderen Innerschwyzer Krähe und einer Herde Schafe überliefert worden. Erstere ist einem Schützen, Letztere sind dem Schlachter zum Opfer gefallen. Mit den nachfolgenden Zeilen möchte Aldo Betschart denn auch den wackeren Tieren gedenken.

Wie die Krähe sagte, trug es sich in Schwyz zu, am Dienstagnachmittag den 16. November 1971.

Rund um das alte Spital (das seinerzeit noch über der schnurgeraden Grundstrasse thronte wie eine langgezogene, in Jod getunkte Trutzburg) blökten die Schafe an der nasskalten Luft der umliegenden Weiden, natürlich, um einander im dichten Nebel wiederzufinden und gegebenenfalls ein munteres Schwätzchen zu halten. Um ein Schwätzchen waren die Schafe niemals verlegen, niemals! und ganz besonders jetzt nicht. Die wollenen Tiere blökten gar aufgeregt, weil eine neugierige Krähe ihnen soeben die neuesten Neuigkeiten verkündet hatte:

Von Muotathal her war, vor einigen Minuten nur, ein Personenwagen herangerauscht, um endlich vor dem Spitaleingang des Spitals abrupt zum Stillstand zu kommen, und wie die Krähe weiter berichtete, waren eine dickbäuchige junge Frau mit Turmfrisur und ein dunkelhaariger schlanker Mann mit ausgeprägtem Backenbart aus dem Gefährt ausgestiegen. „... Ins Innere des Spitals sind sie verschwunden!", krächzte die Krähe noch, bevor sie sich - im Nebel für die Augen der Schafe unsichtbar - vom knarrenden Ast des nächsten Apfelbaumes abstiess und eilig in die Lüfte davonschoss.

Übrigens hatte die Krähe den Schafen noch versprochen, die weiteren Begebenheiten gut im Auge zu behalten.

Kaum eine Stunde später. Vom verbindlichen Blöken war nicht mehr viel zu hören. Die Novemberkälte: sie forderte ihren Tribut, sie hatte die Mitteilsamkeit nach und nach ersterben lassen. Die Schafe waren endlich ganz um die gute Stimmung gebracht, die, nebenbei bemerkt, im August bereits im Abnehmen begriffen war, da sie von der Alp mussten. Es war kalt - und trist! Darum tat es jetzt ein Schaf dem anderen gleich, indem bald jedes einzelne eifrig die Klauen an der eignen, dicken Wolle rieb.

„Ein selten trostloses Wetter, Herrgott noch mal!", blökte Schafbock Eduard.

„Zumindest nicht ganz unproblematisch", gab Schäfchen Lotti zurück, „wie soll man bei dem Nebel je sauber grasen können!"

„Sauber grasen!", blökte unversehens Schafbock Laurenz. Er befand sich irgendwo drüben beim Zwetschgenbaum, wo sich seine Wolle wie so oft an der groben Rinde verfangen hatte. „An so einem Tag schickt man keine Kuh auf die Weide! Aber uns, määäääh, uns schon!"

„Määäääääää-ä-ä-ä-ä-ääh!", gab man ihm einhellig Recht, „määääää-ä-ä-ä-äääää-määäääää-ä-ä-ä-ääh!"

 

Schreibtisch Aldo Betschart Da plötzlich! Es erschall der dumpfe Klang der Kirchenglocken vom nicht allzu fernen Hauptplatz her. Die Anzahl Schläge und auch die Kirchenuhr besagte, es sei halb fünf, und so war es denn auch, als man - kaum dass der letzte Glockenschlag im Nebel verhallte - aus dem Inneren des Spitals den ganz ungehaltenen Jauchzer eines Neugeborenen vernahm. Davon wie getroffen floh eine bisher unerwähnte Handvoll Krähen hysterisch kreischend vom kahlen Geäst, und auch die Schafe schreckten auf wie durch einen unvermuteten Büchsenschuss. Sie verschluckten sich am Gras, das sowieso viel zu kalt war, stieben durch den Nebel und fanden sich mehrfach in der Wolle eines anderen Schafes wieder. - Aber da schoss auch schon die eine, neugierige Krähe mutig und laut krähend aufs Weideland herab, um noch beim Sausen ihrer Flügel auszurufen:

„Na na. Keine Panik! So beruhigt euch! Es ist doch nur ein Kindlein! Wohl ein ganz schön lautes, aber doch nur ein Kindchen. Ich schwör euch, ich hab's gesehn."

 

Fünf Minuten nach halb fünf am späten Nachmittag. Das Geschrei des Neugeborenen war bereits in eine Rakete gestiegen und unterwegs zum Himalaya, von wo es anschliessend die Reise zum Mond antreten und diese ein paar Jahre später nach der Venus fortsetzen würde. Indessen versuchte die sorgsame Krähe, die Schafe durch den Nebel zu beruhigen. Sie log ganz phänomenal, sagte, das Kind sei bestimmt nichts als ein Segen und die reinste Freude für alle, und sie fehlte auch nicht darin, zu erwähnen, dass das Kind durchaus schafgerecht aus dem Mutterleib gerutscht war.

 

„Sowas!", blökte Schafbock Eduard. „Wenn dem so ist, sollte man meinen, dass das Menschenkind Grund zum Lachen hätte, schliesslich hat das erste Geschrei bereits in die Rakete steigen dürfen, und sowas kommt nicht alle Tage vor! Aber hört: es schreit immer noch. - Warum brüllt das frische Kerlchen nur derart?", wollte er von der Krähe wissen.

„Du bist auch ein Schaf!", sagte die Krähe, schüttelte halb im Lachen den gefiederten Kopf und betrachtete dabei alle Schafe, ohne sie allerdings im dichten Neben zu sehen. „Es ist nicht das erste Kind, das schreit, wenn es durstiger ist als die Brust der Mutter Milch hergibt, und ebenso wenig ist das Kerlchen das erste, das schreit, wenn man es zum ersten Mal ins Wasser taucht."

Die Schafe verstanden nicht. Es waren halt nur Schafe.

„Würdet ihr einmal zuhören, ein einziges Mal genau hinhören!", seufzte die Krähe, „dann würdet ihr in diesem Augenblick begreifen, dass das Kindchen sich gerade um den Ärmel der Hebammen-Frau bemüht. Und warum tut es das? - Es will nicht ertrinken, kaum dass es zur Welt gekommen ist! Menschenskind ihr Schafsköpfe, hört mal genau hin! Die Menschensprachen mit ihren Lauten sind so leicht zu verstehen!"

„Das mag sein", blökte Schäfin Josi, „aber mit denen dahinten, mit den Muotathalern ist es schwieriger! ..."

„Umso wichtiger, wenn ihr endlich einmal zuhört und deuten lernt!", kreischte die Krähe. „Aber ihr fresst ja lieber den ganzen Tag und liegt euch in der Wolle. Kraaah!"

Womit die Krähe sich ausgiebig ins Gefieder schnäuzte, bevor sie ganz verständnislos mit kräftigem Schwung in die Lüfte abhob.

 

Das gehört, rümpften die Schafe ganz betreten die Nasen. Das Schreien des Neugeborenen hatte aufgehört! Wie sollten sie da je verstehen lernen, was so ein Kind vom Muotathal zu sagen hatte!? Endlich brach wenigstens Schafbock Laurenz die bedrückende Stille, indem er sich, von lautem Krachen begleitet, erfolgreich von der Baumrinde losriss.

 

Schreibtisch Aldo BetschartSo kam es, dass die Schafe in Schwyz niemals erfuhren, wer ihnen um Punkt halb fünf Uhr nachmittags vom Spital aus ein Ständchen gegeben hatte, und was die Botschaft gewesen war. Die mehr oder weniger Gebildeten, die Leser von Welt, die Wahrheit Suchenden aber wissen um das Wunder. Was die weise Krähe damals so wohl verstand, war nämlich nichts anderes gewesen als das erste gesanglich vorgetragene Gedicht des temporeich auf die Welt bugsierten Sohnes von Rosina und Bruno Betschart-Suter. Dieser Bub, zum ersten Mal herausgerissen aus seinen mannigfaltigen Träumen, sollte Aldo genannt werden. Dabei erscheint es aus heutiger Sicht als überaus wichtig, die künftige Wortgewalt des just Geborenen nicht zu vernachlässigen, wenn es darum geht, diese zu erwähnen. Denn wie die betreffende Krähe später einem namhaften Schützenvereinsmitglied der Gemeinde Muotathal mit dem letzten Atemzug noch mitteilte, war das Geschrei des neugeborenen Kindes an jenem 16. November keineswegs nur Geschrei gewesen - nein wirklich und wahrhaftig nicht. Heute ist mehrfach belegt und (nach jahrelangem Drängen) auch notariell beglaubigt, dass der just geborene Aldo Betschart mit seinen allerersten Atemstössen nichts anderes vollbrachte, als im Säuglingsjargon die folgenden Worte in die Welt hinaus zu jauchzen (juuzen):

„Im Muotaland isch schön! abr im Thal innä schöner! Düänd mi durinä, düänd mi häi! I gah dä scho wiedr uusä, abr zerscht wotti pfuusä!" (Tonart und Melodie sind leider nicht überliefert. Nach Meinung des Volkes können die Zeilen aber durchaus ohne Basspauke vorgetragen werden).

 

- Womit mit der Geburt von Aldo Betschart, am 16. November 1971, also eindeutig und unwiderruflich bewiesen worden ist, dass es in Muotathal tatsächlich schöner ist als in Schwyz.

 

 

 

Wie es ungefähr Jahr für Jahr schlagartig weiterging:

 

1971-1977

Meine Kindheit in Muotathal war eine, wie man sie einem Kind nur wünschen kann. Es war eine schöne Kindheit. Wir konnten nach Lust und Laune im Freien herumtoben; der ganze Talboden stand für allerhand Abenteuer zur Verfügung. Wir nutzten die Weiden, die schmalen Strassen und Wege, die Bäche, die alten Holzlager, die künstlichen Kanäle in der Balmen oder in der Tschalun für unsere Spiele, und immer wieder zog es uns in die wunderschönen nahen Wälder, um etwa darin "Verstecken" zu spielen oder Hütten zu bauen (etwa im Mooswald). Wir verbrachten aus heutiger Sicht eine ganze Ewigkeit damit, in den vielen kleinen und grösseren Bächen Staumauern zu ziehen, auf abschüssigen, holperigen Wegen wie wild Trittbrett zu fahren oder für schaurig-schöne Märchengeschichten den Pater Erasmus im Frauenkloster zu besuchen. Winters rodelten wir am alten Kloster, an der Klosterkapelle vorbei bis hinunter zum 'Beinhaus' oder aber in der Hundenen im unteren Schachen. Das Gefühl der Freiheit, des Aufgehobenseins im Dorf war wunderbar ...

Solange, bis der Verfasser dieser Zeilen in den Kindergarten und nicht lange danach in die erste Primarklasse MUSSTE.

„Wie ungefähr fünfundzwanzig andere Mütter, brachte auch meine Mutter mich an einem sonnigen Tag im Frühling des Jahres 1977 über die vordere Muotabrücke zum alten Schulhaus Wil. Ich weiss ja nicht, wie die anderen Kinder empfanden, aber ich wollte wieder nach Hause, noch bevor wir von zu Hause aufgebrochen waren. All die vielen Kinder auf einem Haufen, und dazu die Ordensschwestern ... - es war zuviel für mich. Also machte ich mich aus dem Staub, sobald die Situation es erlaubte. Ich traf schätzungsweise eine halbe Stunde nach meiner Mutter wieder zu Hause ein, wo ich ganz betrübt feststellen musste, dass eine wesentliche Sache sich von nun an geändert hatte, nämlich die freie Wahl der Tagesgestaltung; und ich lernte ferner, dass ich in der Beziehung keine Hilfe - weder von den Eltern und den Geschwistern, noch von sonst wem zu erwarten hatte. Aber kommen wir zurück zum wesentlichen Augenblick: Im Grunde habe ich meiner Mutter bis zum heutigen Tag nicht vollends verziehen, dass sie mich nach meiner umgehenden Rückkehr - anstatt zu decken - sogleich wieder in den Kindergarten zurückschickte.

Die Schule zu besuchen hat mir mein Lebtag nicht behagt. Wenn überhaupt, dann konnte ich meine Träumereien allenfalls für die Fächer Geschichte, Deutsch und das Turnen einstweilen unterbrechen. Besonders mochte ich auch das Zeichnen! aber das zählt hier nicht, da es wohl kaum ein Kind gibt, das beim Zeichnen nicht träumt.

1978: Unvermeidlicher Schuleintritt im Schulhaus St. Joseph, Muotathal. Immerhin: Ich lernte lesen und schreiben. Das Schlimmste: Der Schwimmunterricht. In der wöchentlichen Schwimmstunde meinte ich regelmässig, ertrinken zu müssen. Man kann sagen, dass ich ein bestimmtes Talent zum Nichtschwimmer besass. Im Unterricht auf dem Trockenen setzte ich meine Träumereien weitgehend fort. Wie ich es bewerkstelligte, nicht sitzen zu bleiben, ist mir schleierhaft. Es war wohl eine Menge Glück im Spiel. Dergestalt liess ich ein Schuljahr nach dem anderen an mir vorbeiziehen. Höhepunkte dieser Jahre waren etwa die Burgen aus Karton, die wir in den Bastelstunden bauten, oder die Herstellung der Suworow-Brücke im Kleinformat, wofür wir stapelweise Zündhölzer gebrauchten. Des Weiteren wurde mir mit den wechselnden Schulzimmern ein immer neuer Ausblick auf das nahe, zauberhafte Frauenkloster gegeben, und ich fehlte nicht darin, seine schöne Architektur während unzähligen Stunden in allen Einzelheiten zu studieren.

Schreibtisch Aldo Betschart

1986: Ich war zu dem mutiert, was man im heutigen Jargon einen frechen Teenager nennt. In der dritten Realschule machten meine Strafaufgaben in Form von Kurzgeschichten regelmässig in der Klasse Furore. Aufsätze zu schreiben war seit jeher meine Stärke gewesen, den Zenit erreichte ich aber erst im 9. Schuljahr, als die vielen Verbannungen aus dem Schulzimmer, verbunden mit den Strafaufsätzen, meiner Fantasie (und der Lust, diese auf Papier auszudrücken) zu neuen Höhenflügen verhalf. Mit meinem Einverständnis las Lehrer Anderhub nicht selten vor versammelter Klasse einen solchen Wurf. Er überlegte es sich anders, nachdem meine Geschichten den Umfang von vierzehn Seiten zu sprengen begannen.

1987-91: Lehre als Möbelschreiner, absolviert bei meinem Vater im Hinterthal, genauer: im „Bödeli".

Insgesamt war ich zwölf Jahre lang im Kleinbetrieb meines Vaters tätig. Die Arbeit als Schreiner war genau so kreativ wie anstrengend. Dank meinem Vater habe ich tief ins Handwerkerleben gesehen und bin auch dankbar für die Fähigkeit, einen Nagel ohne gesundheitliche Folgen gemäss seiner Bestimmung zu bearbeiten. Über meinen Entscheid, den Beruf niederzulegen bin ich allerdings ebenso froh. Ich war es lange genug leid, mit eisernen Schraubzwingen um mich zu werfen. Aus heutiger Sicht war es ein guter Entscheid. Ich hätte jemanden verletzen können!

1988: Als Verfechter der harten Rockmusik gründete ich zusammen mit „Tönis" Roger Schelbert die Thrash-Metal-Gruppe „Verwaint". Mit dabei waren ausserdem „Bäschels" Erich Gwerder und „Hänis" Iwan Heinzer. Wir orientierten uns an Bands wie Slayer, Metallica, Voivod, Kreator und Venom. Wir glühten vor Ambitionen und wollten mit unserer Musik die Welt erobern, oder wenigstens die halbe Welt. In den Sommerferien desselben Jahres bauten wir uns nahe am Hüribach quasi unseren Proberaum mit eigenen Händen, worin und woraus es die nächsten elf Jahre krachte. 1992 ersetzte „Hofers" Heinz Imhof Roger Schelbert am Schlagzeug; zusammen mit ihm nahmen wir im Sommer 1996 auch das letzte von drei CD Alben, „Rollkragen", auf. Verwaint hat mein Leben elf Jahre lang wesentlich geprägt; es gab für mich nichts Wichtigeres. Ein besonderes Schwergewicht legte ich von Anfang an auch auf die Liedertexte; anfangs wurden diese (von mir) in einem Englisch von so miserabler Qualität vorgebracht, dass noch nicht einmal ein lügender Chinese sie verstanden hätte. Das war schade. Denn in deutscher Sprache wären sie durchaus annehmbar gewesen.

Die drei veröffentlichten CDs von Verwaint sind:

Verwaint Plattencovers

1991: "It now remains for us to explain"

1994: "Ohh! Rang. Uhh! Tang."

1996: "Rollkragen"

1996 verbrachte ich sechs Monate an der Westküste der USA und ein paar Wochen in Kanada. Mehr als alles freute ich mich über die gewonnene Distanz und die vielen neuen Eindrücke, die Städte wie San Francisco, Los Angeles und nicht zuletzt das schöne Seattle brachten. Ich wohnte während des ganzen Aufenthalts in den USA äusserst bescheiden, um auf höherem Niveau trinken zu können, und so gelang mir das Kunststück, über ein halbes Jahr lang effizient dem Alkohol zu frönen. Ich lernte mit Genuss, dass es vor allem in Downtown Seattle und oben in Vancouver ganz wunderbare Kneipen gibt und die Gäste dort nicht zögern, mit einem anzustossen. Das ist nicht unwesentlich: Unten in San Francisco musste ich die Leute dazu zwingen. In diesem halben Jahr schrieb ich ein paar schlechte Kurzgeschichten und einige noch schlechtere Gedichte. Die Briefe und Postkarten an meine damalige Freundin (und sonstige Freunde) dürften denn auch zum literarisch Besten gehört haben, was ich während des sechs Monate anhaltenden Trinkens zustande brachte.

1997-99: Es entstanden viele Kurzgeschichten, Kurzgeschichten, auf die ich heute nicht länger stolz bin. Es gibt Ausnahmen! doch um der Wahrheit die Treue zu halten: Für das Allermeiste ist der Müll noch zu schade, weswegen ich mich bisher stets geziert habe, sie dahin wegzuschmeissen, wo sie eigentlich hingehören. Sie dem Feuer zu überantworten ist mir durchaus eingefallen, kommt jedoch nicht infrage; dafür ist mein Respekt vor dem Feuer einfach zu gross.

1998: Ich fühlte mich bemüssigt, an den Solothurner Literaturtagen im offenen Block zu lesen, und las die Kurzgeschichte „Sport wie aus dem Rohr geschossen". Es wurde allgemein applaudiert und gelacht, ja man wollte gar mehr hören. Darauf war ich nicht vorbereitet gewesen!

- Vermutlich wurde ich aufgrund dieses Vortrags bis zum heutigen Tag von keinem Verlag angenommen.

1999: Ein ambivalentes Jahr, wie ich es seitdem nicht wieder erlebt habe. Im Frühjahr meinte ich sterben zu müssen, und ich wäre zweifellos gestorben, wenn ein Arzt mein körperliches Leiden nicht endlich ernst genommen hätte. Ich wurde notfallmässig ins Luzerner Kantonsspital eingeliefert. Im Juni durfte ich eine akustische Sensation am eigenen Leibe erfahren, als man mir bei vollem Bewusstsein ein Loch in die Stirn bohrte, aber das war noch bei weitem nicht alles. Auf eine genauere Beschreibung des zweiten chirurgischen Eingriffs muss nicht zwingend eingegangen werden. Immerhin fand ich an der Wand meines Krankenzimmers den passenden Titel für mein erstes Manuskript: „Aus hygienischen Gründen ..."

Kaum das Krankenhaus verlassen, beschloss ich im Hochsommer mit der autobiografischen Geschichte „Immer mal wieder ungesund" die Arbeit an meinem ersten Manuskript, das 14 erlesene Erzählungen beinhaltete. Dieses schickte ich unter dem Namen Albetschart an einige Verlage in Deutschland und der Schweiz, natürlich, um nur Pleiten zu ernten. Heutiges Lesen aus diesem Manuskript ist mir beinahe unmöglich, weswegen ich den betreffenden Verlagen, welche es seinerzeit geprüft haben mögen, mein tiefes Verständnis entgegenbringe. Sie haben gut daran getan! Wenig später - ich hatte mich von allem materiellen Kram gelöst - zog ich nach New York, wo ich fortan lebte und arbeitete und gefühlsmässig auf neuen Pfaden wandelte. Es war ein völlig neues Leben! Leider war das Leben in New York aber derart kostspielig, dass ich nur zwei Monate lang effizient und ganz nach meinen Wünschen trinken konnte. Immerhin begann ich die Arbeit an meinem ersten Roman! aus dem erst zehn Jahre später die heutige Fassung von „Ewig die Dummen" resultieren sollte. Jetzt, anno 2009, rechne mit einem weiteren Jahr, bis endlich fertig wird, was ich 1999 in Brooklyn-Williamsburg begonnen habe.

2000, Frühjahr: Mit einer Reihe von Gelegenheitsjobs hatte ich mich in den ersten Monaten in New York mehr schlecht als recht über Wasser gehalten. Der Erlös von meiner Schwarzarbeit konnte meinem neu entfachten Lebens-Durst in keiner Weise gerecht werden. Nach Jobs in verschiedenen Theatern (vor allem im „La Mama"- und im „Five Miles" Theater), einem Job in einer Bar an der Avenue C in Manhattan, einem Job als Möbel-Lieferant, als Helfer bei privaten Parties usw., entschloss ich mich am Morgen des 1. Januar 2000, das Handwerk des Tätowierers zu erlernen. Es war eine plötzliche Eingabe; vorher war mein Respekt vor diesem wunderbaren künstlerischen Handwerk immer auch entmutigend gewesen. Ich erlernte das Fach, indem ich mir zuerst das nötige Equipment besorgte, die Augen aufsperrte, den Profis Fragen stellte und zu Hause hauptsächlich auf Schweinehaut aus dem Supermarkt übte. Unterdessen verteilte ich diesseits und jenseits der Williamsburg Brücke Infoblätter, um Freiwillige anzulocken, auf denen ich üben konnte. Überflüssig zu sagen, dass es wegen den wenig viel versprechenden Bedingungen nie zu einer solchen Versuchsstunde kam! Aber immerhin hatte ich einige nette Anrufer gehabt. In der Folge hielt ich mich wieder an die diesbezüglichen Inserate der „Village Voice", und wie sich endlich ergab, mit Erfolg: Am 19. Juni zeigte man sich dann bei „Flava-Tattoo" in Brooklyn-Williamsburg zunächst ob meinem Portfolio mit seinen ‚kunstvollen Zeichnungen' begeistert. Ich hatte nämlich Tag und Nacht gezeichnet wie ein Verrückter, und nun durfte ich aufgrund dieser Fleissarbeit meinen Einstand geben! Meine erste echte Tätowierung stach ich noch am selben Nachmittag - auf dem Hintern einer jungen und hübschen Puertoricanerin. Die Prinzessin wählte ein Herz mit Flügeln aus. Hätte ich ihre Telefonnummer, so würde ich mich heute noch einmal bei ihr bedanken. Sie war wohl der süsseste erste Kunde, den man sich als blutiger Anfänger vorstellen kann.

2000, Sommer. Mit dem Job als Tätowierer bei „Flava Tattoos" konnte ich auch fast wieder meine Monatsmiete bezahlen. Zumindest am Anfang. In dieser Zeit, die durchaus nicht frei von Sorgen war, schrieb ich vermehrt in der Nacht an allerhand Geschichten, vor allem aber am ersten Roman weiter, dessen Arbeitstitel zunächst ganz simpel auf einen der Haupt-Protagonisten, „Porter Catch", lautete. Unterdessen hatte ich alles getan, um etwa für eine Schweizer Zeitung zu korrespondieren. Ich hatte mehrere schriftliche Bewerbungen verschickt, hatte in Carroll Gardens gar für fünfhundert Dollar extra Tonaufnahmen gemacht, um etwa Radio DRS 3 meine Vorstellungen von einer originellen Berichterstattung auf CD mündlich mitzuteilen. Mein Leben in New York war abenteuerlich genug, um davon zu berichten, und wenn nicht, war ich gegebenenfalls auch willens etwas zu erfinden, um es interessant zu machen. Das alles tat ich natürlich in der Hoffnung, dadurch mein unbeschwertes Leben der ersten beiden Monate möglichst wieder aufnehmen zu können. Denn inzwischen war ich Realist geworden. Mein unstetes, unsicheres Leben in New York war zu hart, um es Tag und Nacht auf demselben guten Niveau führen zu können.

Im Oktober desselben Jahres zeigte sich dann tatsächlich ein Blatt bereit, meine Berichte aus New York zu veröffentlichen. Es handelte sich um den renommierten „Bote der Urschweiz, eine in sich gefestigte Zeitung, die ihre Abonnenten vor allem in den Kantonen Schwyz, Uri, Ob- und Nidwalden und Zug hat. Die daraus resultierenden Berichte, welche ich mitten aus dem newyorker Alltagsleben herausgriff und mit grossem Eifer verfasste, schrieb ich noch unter meinem alten Pseudonym „Albetschart".

Der nächste Tritt in den Hintern liess jedoch nicht lange auf sich warten: Im Spätherbst erkrankte ich auf einem geplanten Ausflug nach Atlantic City (den ich mit meiner damaligen Freundin unternahm) an einer schweren Lungenentzündung. Noch nicht wieder völlig hergestellt, schlief ich des Weiteren einige Wochen später im U-Bahn Zug ein, um durch einen an mir ausgeführten Raub auch noch um das letzte Geld, bzw. die letzte verbliebene Motivation gebracht zu werden. Mir dämmerte, dass meine Tage in New York einstweilen gezählt waren. Wie gesagt: Ich war Realist geworden. Ende Dezember verliess ich die USA, im festen Bestreben, in der Schweiz zunächst einmal wieder richtig auf die Beine zu kommen.

2001: Wieder in der Schweiz. Gestrandet in der Stadt Zürich, genauer im Niederdorf, bei Urban Gwerder & Olivia Etter an der Schoffelgasse 10. Urban beherbergte mich 10 Monate lang in seinem Heim, wo ich oben in der Dachkammer in meinem ganz eigenen Mikrokosmos lebte und schwelgte. Wie so oft in meinem Leben hatte ich nach den mageren Monaten wieder viel Glück gehabt und in der Brauerstrasse bei „Hammer Joes Tattoo" bald einen neuen Job als Tätowierer gefunden (den ich aber nach cirka vier Monaten auf eigenen Wunsch aufgab).

Theater, Theater: Es war im Frühsommer und gar nicht lange nach meinem Abschied bei 'Hammer Joes Tattoo', als ich bei einem Streifzug durch das schöne Zürcher Niederdorf ganz plötzlich vor der Eingangstüre des Neumarkt Theaters stand. In Amerika hatte ich in verschiedenen Theatern Erfahrungen gesammelt und danach angenommen, dass diese Jobs lediglich eine weitere abgeschlossene Episode waren. Als ich nun aber vor dem Neumarkt Theater stand - arbeitslos geworden und so gut wie brotlos - wurde ich ganz automatisch ins Innere des Theaterhauses gezogen. Das Haus kaum betreten, begegnete ich einem Mann, den ich nach dem Weg zum Büro fragte. Dieser Mann war der Schauspieler Daniel Rohr. Wohl meines Aussehens wegen fragte er mich wiederum, ob ich Musiker sei und mir eventuell vorstellen könne, für ihn und sein Theaterstück "Alles über Frank" zu arbeiten.

- Man kann also sagen, dass ich ungefähr eine Minute nach Betreten des Neumarkt Theaters einen neuen Job an Land gezogen hatte. In den nächsten beiden Jahren war ich für Daniel Rohr als 'Roadie' in Deutschland und der Schweiz unterwegs. Ich musste die Instrumente der vielen Musiker in und ausserhalb Zürich zusammen'suchen', fuhr das Lastauto nach der jeweiligen Spiel-Destination, entlud den Wagen, machte den Bühnenaufbau, das Lichtkonzept klar und besorgte wenn nötig noch etwaige Requisiten. Nicht selten sass ich während der Vorstellung noch am Lichtpult. Alles in allem war dieser Job  ebenso anstrengend wie spannend, nicht zuletzt wegen den vielen deutschen Städten, die ich dadurch 'bereisen' konnte.

Aber auch sonst war ich beim Neumarkt Theater freundlich aufgenommen worden! Bis zu meiner wunschgemässen 50% Festanstellung im Jahr 2005 durfte ich immer mal wieder als Aushilfe Theatervorstellungen im Haus, vor allem auch in der Chorgasse betreuen. Unterdessen arbeitete ich auch des Öfteren für das TZ (Theater Kanton Zürich) in Winterthur, sowie im Fabriktheater der Roten Fabrik, in der Gessnerallee usw.

Aber zurück zum Jahr 2001: Ganz nach meiner Art, verbrachte ich viele Abende und Nächte damit, sowohl das Zürcher Niederdorf als auch seine Kneipen zu erforschen. In dieser Zeit, in der ich meine Eindrücke und Erlebnisse auch stets in meinem Tagebuch festhielt, kam mir die Idee vom „Tagebuch eines Phantoms" - ein spezielles Konzept für Kurzgeschichten, das ich dem „Bote der Urschweiz" später mit Erfolg vorstellte.

In den nächsten anderthalb Jahren erschienen meine Kurzgeschichten in unregelmässigen zeitlichen Abständen - neuerdings unter dem Pseudonym „A.B. Despu Palliton".

2002: Ich begann mit den Texten, aus denen später mein Debut-Roman „Apparatus Magneticus" resultierte.

Gleichzeitig realisierte ich in der Kleiderbügel-Fabrik in Muotathal - mit meinem früheren Verwaint-Gefährten Erich Gwerder an den Reglern - ein Musik-Demo mit dem Titel „We're acting strange", hauptsächlich, um damit geeignete Musiker für meine neue Band zu finden. (Ich hatte auch in New York nie aufgehört zu musizieren, hatte regelmässig auf meiner Gibson SG gespielt, mit dem ebenfalls ausgewanderten Luzerner Tobi Joi Kölliker als Schlagzeuger ein Duo namens „Head Condome" unterhalten und sogar erste Mitglieder für eine neue, eigene Band gefunden gehabt). Wieder in der Schweiz, in Zürich gestrandet, war ich nun entschlossen, mithilfe eines Musik-Demos auf die Suche nach geeigneten Mitmusikern zu gehen. Die CD „We're acting strange" enthielt vier neue Lieder. Die Not am Mann machte es, dass ich in Erichs Studio gleich alle Instrumente selber spielte, so nebst Schlagzeug, Bass, Gitarre und Gesang auch den Schellenkranz und - die türkische Flöte!

- Wie ich aufgrund dieser Aufnahmen das Ohr meines späteren Schlagzeugers Dani Koblet zu verzaubern vermochte, stellt für mich bis heute ein Rätsel dar. Wie er mir einmal sagte, war er beim Geschirr-Abwasch von mir verzaubert worden. Nun, es mag am Lied „Lame" gelegen haben; wenn man es einmal gehört hat, vergisst man es nicht - denn es ist effizient wie ein Bohrturm, und damit besser als jeder Ohrwurm.

2003 gründete ich meine neue Hardrock-Gruppe „Despu Palliton". Despu Palliton, das sei hier gesagt, ist ein Name oder zumindest etwas Ähnliches wie ein Name, den ich anno 2000 geträumt habe. Selbsternannter Musikstil von Despu Palliton ist der „Tornado Rock". Diesen zelebrieren wir bis zum heutigen Tag und so es sein soll noch bis zum Ende aller Tage. Von Anfang an dabei war (und ist immer noch) der oben genannte, wunderbare Dani Koblet. Danach zupfte Valentin Tscharner - ein langjähriger Bekannter von mir - für die Zeitdauer eines Jahres den Bass, bevor er wegen ‚zwischenmenschlichen Diskrepanzen' durch den jungen und ambitionierten Simon Janett ersetzt wurde. Apropos: „ersetzt wurde". Das liest sich zu militärisch! Wir schickten Ersteren und holten Letzteren - das kling meines Erachtens doch wesentlich weicher und respektabler.

- Bisher sind folgende Aufnahmen von Despu Palliton an die Öffentlichkeit gelangt:

Despu Palliton Plattencovers

2004: Demo CD „Mountains To Climb" (teilweise noch mit Egi Fridgemonster von der Band "Honeyryder" am Bass).

2005: Album CD "Well Roared, Lion!"

2007: Album CD "Haba Habanero"

2015: Album CD "Everglad" 

2006: Im Frühling war es endlich soweit: Mein Debut-Roman „Apparatus Magneticus" war fertig und wurde von mir veröffentlicht. Dieses Buch, welches die letzten Lebensmonate der beiden Freunde - Professor Konrad und Doktor Larsson - zum Thema hat, ist mir nach wie vor eine Herzensangelegenheit.

- Es ist meine Ode an die Missverstandenen der Gesellschaft, an die Einsamen - und nicht zuletzt an jene Alten, denen, abgesehen von menschlichen Verlusten, auch die Erinnerung an schönere Zeiten auf die Seele drückt.

2008: Nach der Fertigstellung von „Apparatus Magneticus" griff ich im Sommer 2006 einmal mehr auf, was ich 1999 in New York begonnen hatte: den „Porter Catch-Roman". Ich griff ihn auf, indem ich zunächst einmal alles bisher Geschriebene über Bord warf, einzig, um die ganze Geschichte völlig neu zu beginnen. In den nächsten beiden Jahren arbeitete ich intensiv an diesem Monster-Roman - nicht ohne hin und wieder von auftretenden Verzweiflungsanfällen geschüttelt zu werden.

Ewig die Dummen" (Arbeitstitel des Romans) ist das Komplexeste, was ich bisher geschrieben habe, und wohl auch das Spannendste. Zunächst ist es eine Satire über den amerikanischen Geheimdienst, wobei aber auch ernste Themen wie etwa der Krieg in Vietnam keineswegs vernachlässigt werden (sollen).

- Ende Juni 2008 beschloss ich die Arbeit an „Ewig die Dummen" einstweilen, um mir auf der portugiesischen Insel Madeira eine wohlverdiente Pause zu gönnen und mit dem Verfassen eines spontanen Textes die Freude am Schreiben neu zu entdecken. Es war wie ein Wunder: Kaum auf Madeira angekommen, sprudelte es nur so aus mir heraus! - eine Quelle neuer Inspiration - sodass ich nach vier Wochen intensiven Schreibens (auf dem Einzelzimmer Nummer 9 des 'Klenk's Café') zuletzt in Händen hielt, was mein zweiter Roman werden würde:Grüsse aus dem Schwalbennest!"

Schreibtisch Aldo Betschart

In meinem ganzen Leben habe ich nie mit grösserem Genuss geschrieben, als während dieser vier Wochen auf Madeira.

Nebst dieser einfachen Einsicht gibt es aber noch etwas anderes, sehr Wesentliches, das meine Sympathie für den zweiten Roman mitbestimmt: Am 23. Juli (ich hielt mich gerade auf Madeira auf) teilte mir meine Herzallerliebste - meine Lebensgefährtin Dana Spühler - telefonisch mit, dass wir ein Kind erwarten. Neun Monate später hat die Realisation des Buches beinahe auf den Tag genau dieselbe Zeit beansprucht wie die Entwicklung des Kindes im Mutterleib. So ist im Moment, wo ich dies hier schreibe, das fertige Buch gerade aus der Druckerei bei mir eingetroffen - und in wenigen Tagen wird auch unser Kind geboren werden."

A.B. Am 31. März 2009

Montag den 6. April 2009: Unser Sohn Philon Ernesto erblickt im Zürcher Geburtshaus Delphys das Licht der Welt. Er hat extra ein paar Tage zugewartet, um seinen ersten grossen Auftritt am selben Tag wie AC/DC über die Bühne zu bringen, die gerade für ein Konzert im Hallenstadion in der Stadt weilen. Mutter und Kind sind wohlauf und gesund; ich selber bin tief und nachhaltig beeindruckt vom archaischen Prozess der Kindsgeburt. Frauen sind die stärkeren Menschen! Der Knabe heisst Philon, ein griechischer Name, der soviel wie 'Freund' bedeutet. Als Namensvetter ist etwa Philon von Alexandria zu nennen. Den Zweitnamen trägt er zur Erinnerung an meinen lieben verstorbenen Freund, Ernesto Pal, der auf einem Bauernhof im Burgenland geboren wurde und in Luzern lebte und wirkte.  - Was würde der selige Ernesto dazu sagen, frage ich mich. - "Aju!", würde  er ausrufen, und "Mammut!", und lachen! - Wir, die Eltern, sind dankbar und überglücklich.

2011: Nach 6 Jahren Bühnentechnik beim Theater Neumarkt, Zürich, bin ich wieder freischaffend unterwegs. Zeit zu haben, ist alles.

2006 - 2012: Die Arbeit am umfassenden, dritten Roman wird, wann immer möglich, weitergeführt ...

2012, am 3. April: Heirat! mit Dana Spühler, nach über sieben Jahren Beziehung! - Die zukünftige Braut wurde im Februar in Dublin vor die schwierige Frage gestellt, im gemütlichen Pub namens 'The Palace Bar', wie es sich meiner Meinung nach gehört. Unweit unseres Tischchens fungierten - als Zeugen ihres "Ja" - die Portraits von Beckett, Joyce, Wilde usw.

2012, am 7 Mai: Geburt unserer Tochter Jemina Paloma! Am Montag dem 7. Mai bringt meine Frau Dana ein gesundes Mädchen zur Welt! Jemina Paloma ist  - wie ihr grosser Bruder - im Geburtshaus Delphys in Zürich geboren worden, im Empfangsraum, da das Geburtshaus am späten Abend des 6. Mai überbelegt war. Nach einer vergleichsweise schnellen Geburt waren Mutter und Kind von Anfang an wohlauf. Die Erleichterung, dass bei der Niederkunft alles gut ging, wurde flugs von einem überwältigenden Glücksgefühl abgelöst! Wir haben eine Tochter!

2014, 21. Juli: 300 Exemplare meines neuen Romans EWIG DIE DUMMEN wurden mir aus der Tschechischen Republik ´frei Haus´ geliefert. Der Chauffeur, der mich nicht kannte, liess das Bier seiner Heimat in Tschechien zurück, über das ich mich selbstverständlich auch gefreut hätte. Nun, das Buch in Händen zu halten, darauf habe ich laaange gewartet. Eigentlich könnte ich jetzt in Frieden sterben, hätte ich nicht Familie oder besser das Glück, eine solche mein Eigen zu nennen.

2016, Mai: Die Arbeit an meinem neusten Roman-Manuskript, Arbeitstitel "Fliegender Ring" ist nach nur 4 Monaten (vorerst) abgeschlossen. Vorbereitung, Recherche und Niederschrift sind in diesen 4 Monaten enthalten, womit ich das krasse Gegenteil vom Ewig die Dummen-Entstehungsprozess wahr gemacht habe. Diese temporeiche Geschichte zu schreiben, hat grossen Spass gemacht.  

2017, 2. März: Das Gut zum Druck für 'Fliegender Ring' ist gegeben.