Aldo Betschart  
 

Lieblingsautoren von A bis Z

 

Juli 2017

In Memoriam Urban Gwerder (1944–2017):

Persönliche Erinnerungen an den menschlichsten aller magischen Affen

 

Am 4. Juli (dem amerikanischen Unabhängigkeitstag!) 2017 hat das Herz von Urban Gwerder zu schlagen aufgehört. Als einer der vielen Menschen, die Urban besser kennenlernen durften, möchte ich hier weniger über sein viel gelobtes dichterisches Talent oder seine zahlreichen Aktivitäten in der Gegenkultur schreiben als vielmehr darüber, wer Urban Gwerder für mich gewesen ist.
 
Das erste Zusammentreffen mit Motz El Son
Sommer 1994.
Wir, vier junge Muotathaler Musiker mit dem Bandnamen Verwaint, waren im Begriff, am Schlieren Open Air aufzutreten. Unter sengender Sonne erreichten wir nachmittags das Gelände, um wenig später im schattigen Gras sitzend Bier zu schlürfen – und zu warten. Auf unseren Bandbus hatten wir Anti-Blick-Plakate gegen die allgemeine Verblödung der Schweizer Medienlandschaft geklebt, Blick, dir fehlt der Durchblick und dergleichen. Ja, ganz richtig, wir waren jung. Wir verabscheuten den hohlen Kommerz von ganzem Herzen. Was mich anbetrifft: heute wie damals.
 
An diesem Tag werde er Grillwürstchen verkaufen, sagte Urban.
Da kam plötzlich er daher: Etwas älter schon, langmähnig wie wir, schnauzbärtig, zierlich im Wuchs. Seine ausdrucksstarken dunklen Augen fixierten uns lächelnd, bevor er sich vorstellte. Er liess uns wissen, dass er unser Erscheinen mit Spannung erwartet habe! Nature Core from Muotathal. Sein langjähriger Freund Fredy Meier hatte uns engagiert; alles eine Folge des von Tom Kummer verfassten Berichts, der im Magazin des Tagesanzeigers unlängst über Verwaint erschienen war.
Dieser eloquente, quirrlige Mann, das merkte man schnell, hatte etwas zu sagen. Wie sich bald herausstellte, hatte Urban selbst Muotathaler Wurzeln, ausserdem war er, entgegen seinem Äusseren, ebenso wenig ein Alt-Hippie wie wir jüngeren Neo-Hippies. Auch er würde keine Blümchen an bewaffnete Soldaten verteilen. Der verbohrten, von Bürokratie und Kommerzialisierung geknechteten Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten, das war schon eher seine bewährte Taktik. Hotcha! Sprich: Lebe deinen Traum, Gleichgesinnte finden sich, Autonomie ist immer möglich.
 
Reger Kontakt
In den Folgejahren wurde Urbans Altstadt-Wohnung an der Schoffelgasse 10 im Zürcher Niederdorf ebenso unser Treffpunkt wie das Muotathal. Bis zum Ende der 1990er Jahre, zu einer Zeit, als das Internet für die breite Öffentlichkeit noch inexistent war und keine Smartphone-Zombies die Erde bewanderten (was für ein Glück für uns Jugendliche!), erreichten mich in Muotathal des Öfteren herrlich gearbeitete, handgemachte Collagen, die mit Liebe zum Detail und beeindruckender Kalligraphie das aussagten, was Urban wichtig war. Nicht selten schrieb ich mir wiederum mit Briefen an ihn Dinge von der Seele, die in meiner Innerschweizer Heimat schwerlich verstanden worden wären. 1997 verfasste Urban für das dritte Album "Rollkragen" meiner Band Verwaint die Liner-Notes, worüber wir verdammt stolz waren! Unnötig zu sagen, dass dieser spezielle, überaus anregende Kontakt ebenfalls dazu beitrug, meinen gleich angesiedelten Ansichten vermehrt Taten folgen zu lassen.
 
Der Mensch Urban Gwerder
Es ist schwierig, über den Menschen Urban Gwerder zu schreiben, ohne sich in seinen zahlreichen, durchaus revolutionären Aktivitäten zu verlieren, mit denen er bereits in den frühen 1960er Jahren der prüden Schweizer Gesellschaft den Spiegel vorhielt. Netzwerker und Visionär, das ist es, was er in erster Linie war und zeitlebens blieb. Im persönlichen Umgang war er warmherzig, witzig, kritisch, schonungslos ehrlich. Das Leben auf der Gasse hatte ihn geformt. Ich sehe ihn direkt vor mir, Jahrgang 1944, wie er seinerzeit als blutjunger Mann durch Zürichs Strassen ging; allein schon sein weit über die Schultern hinabreichendes lockiges Haar wird von vielen braven Bürgern als eine absichtliche Provokation wahrgenommen worden sein. Hinzu kommt Urbans Vaterschaft im siebzehnten Lebensjahr und sein Kampf um die vorzeitige Mündigkeit, was er – ein Kämpfer – für die Kindsmutter und seine spätere Frau, Tina, sowie für den gemeinsamen Sohn, Wanja, erreichte.
Doch vereinzelt gab es Leute, man mag sie Sympathisanten oder Freunde nennen, die dem jungen Poeten mit Rat und Tat unter die Arme griffen, die trotz ihrer bürgerlich-proletarischen Lebensweise Gwerders visionäre Sichtweise verstanden und ihn nach den eigenen Möglichkeiten unterstützten. Dölf Hürlimann, Typograph, Drucker und Verleger im Zürcher Niederdorf, war ein solcher Freund, der später buchstäblich zu Urbans Mäzen mutierte. In seiner Druckerei am Rindermarkt druckte er für und mit Urban bis ins Jahr 1973 alles das, was „normal-patriotische“, konservativ denkende Schweizer seinerzeit am liebsten gleich wieder verbrannt hätten.
 
Weit mehr als „nur“ ein Hippie
Dabei ist Urban beileibe nicht einfach nur ein engagierter peace and love-Vertreter Europas gewesen. Allein schon seine überdurchschnittliche Intelligenz hat verhindert, sich allein solcher Parolen zu bedienen. Er selbst hat sich – wenn überhaupt – am ehesten in die Beatnik-Kategorie einordnen lassen und Lebensansichten oder Werke von Menschen geteilt und gemocht, die als eigentliche Wegbereiter ihren unerschütterlichen Freiheitsdrang mit allen Konsequenzen, wiewohl gewaltfrei!, gelebt haben. In Urbans Niederdorfer Wohnung an der Schoffelgasse 10 prangte allem voran jahrzehntelang das berühmte Portrait des Stammeshäuptlings der Lakota-Sioux, Sitting Bull, der seinerzeit zu den Verbrechen an seinem Volk unter anderem gesagt haben soll: „Wir alle sind Mensch!“
Ich erinnere mich an viele verschiedene Gelegenheiten, bei denen Urban und ich zum Beispiel in seinem Wohnzimmer sassen und uns angeregt unterhielten. Oft spielte er mir seine Lieblingsmusik vor (oder ich ihm die meinige), dabei den Teppich bewandernd, wobei er aus dem Stehgreif mit Liebe zum Detail Anekdoten vortrug, die mit seiner „Lebensaufgabe“ als internationaler Netzwerker zusammenhingen. Er holte aus, knüpfte an, verwies auf Altes und Neues, das den wahren Geist, seinem Empfinden nach, hochhielt. Überhaupt hatte Urban ein ausserordentliches Gespür für Dramatik, was seine Rhetorik, die auch so schon bemerkenswert war, sehr oft unwiderstehlich machte. Es war faszinierend, von Urbans Zeit zum Beispiel mit Frank Zappa zu hören, von seinen Kontakten zur amerikanischen Beat-Szene, dem Untergrund ... Nicht zuletzt war ich dankbar, mit Urban einem Gleichgesinnten gegenüberzusitzen, der in vielen Belangen ähnlich tickte wie ich, der jedoch weitaus mehr als ich selbst aktiv dafür eintrat, dass ein von der gesellschaftlichen Norm abweichender Lebensstil nicht nur absolut möglich ist, sondern mehr noch: vorher nie gekannte Freiheiten zeitigen kann. Ebenso wie bei Urban war auch bei mir der Drang seit Langem vorhanden, einmal etwas Bedeutsameres zu hinterlassen als gut gefüllte Bankkonten oder all die mehr oder weniger wichtigen Sachgegenstände, die uns im Alltag begleiten. Zu leben heisst nicht, dem Geld hinterher zu rennen! Ebenso wie Urban hielt ich von jeher wenig von den allgegenwärtigen Begriffen unserer Gesellschaft, die da lauten:  Berufliche Karriere, finanzielle Absicherung, Wohlstandsdenken.
 
Urbans Open House
Wobei ich angelangt wäre, was seit jeher das Wichtigste für Urban war: Das gesunde Miteinander. Seine Tür war immer offen; und so sehe ich Urban eben jetzt abermals vor meinem geistigen Auge, wie er nach meinem Klingeln seinen langhaarigen Kopf aus dem Fenster streckt und lächelnd das Stofftäschchen (mit dem Hausschlüssel darin) aus einladender Hand auf die Gasse hinunter fallen lässt. Oft kam ich allein, manchmal waren wir mehrere. Es wurde aufgemacht, wann immer er zu Hause war und Besucherinnen und Besucher mit guten Absichten kamen. Einmal oben im Wohnzimmer angelangt, wurde gratis Bier oder Wein kredenzt, und es entspannen sich interessante Gespräche, nicht selten mit Besuchern, die man zuvor noch nicht gekannt hatte. Unnötig zu sagen, dass Urban auch hier gerne die Vermittlerrolle übernahm, was er meisterhaft beherrschte. Auf diese Weise, den Kontakt in der reinsten Form, habe ich in den Jahren unserer Freundschaft gleich mehrere inspirierende Persönlichkeiten kennenlernen dürfen, deren Taten und Ansichten mir grossen Respekt abverlangen.
 
Langzeitgast im Hause Gwerder
2001 durfte ich fast ein ganzes Jahr bei ihm wohnen. Nach einem längeren Auslandaufenthalt nahm er mich, ohne zweimal überlegen zu müssen, bei sich auf. In seinem Mansardenzimmerchen, wo seit den 1960er Jahren immer wieder Gäste hatten absteigen dürfen, gewährte er mir jenes Mass an Zurückgezogenheit oder Anonymität, das ich damals so dringend brauchte. Aus heutiger Sicht hat Urban meinen Neustart in Zürich entscheidend erleichtert. Nicht selten kam er zu mir nach oben, um mich etwa zum Abendessen einzuladen; er hatte ganz richtig erkannt, dass ich ihm und seiner damaligen Lebensgefährtin, Olivia Etter, möglichst nicht zur Last fallen wollte. Das knappe Jahr unter Urbans Dach war eine intensive, verrückte und schöne Zeit. Ich möchte behaupten, dass ich einfacher und unbeschwerter nie gelebt habe. Einige Jahre danach, ich hatte inzwischen vollends in Zürich Fuss gefasst, verlebten meine heutige Frau und ich im und rund um das Casa degli Artisti herrliche Tage und Abende, in jener kleinen Pension, welche Olivia Etter und Urban zu einem wahren Geheimtipp einer Urlauber-Oase im Misox gemacht hatten.

Ich bin, wo mein Herz schlägt.
Obigen Satz hat Urban oft geäussert. In den letzten Jahren haben wir uns nicht mehr regelmässig gesehen. Das hing massgeblich mit meinen neuen Lebensumständen zusammen. Jedoch war ein Blick ins Innere der Züri Bar für mich eine Selbstverständlichkeit, sooft ich mich in der Altstadt befand. Entweder wir trafen dort „zufällig“ aufeinander oder aber er besuchte eines unserer lauten Zürcher-Konzerte von Despu Palliton, was er tatsächlich bei den meisten Gelegenheiten tat. Seltener telefonierten wir, weil telefonieren weder sein noch mein "Hobby" war oder ist.
Unsere letzte Begegnung hatten wir im Mai diesen Jahres. Ich traf ihn, einmal mehr nicht ganz zufällig, vor der Züri Bar, wo wir anschliessend eine ganz Weile gemeinsam sassen. Er schien zufrieden, gelöst; es war ein letztes Beisammensein ohne grosse Worte. Vielleicht, weil er in meiner Gegenwart bereits alles Wichtige gesagt hatte. Es ist tröstlich zu wissen, dass wir lachend auseinander gingen. 

„Kein Mangel, kein Überfluss“
Diese Begriffe leben nicht zuletzt Urbans Sohn Wanja und dessen Familie Tag für Tag, mittels eines Bauernbetriebs im Prättigau.

A.B.

PS. Aus vollem Herzen kann ich beispielsweise jener Aussage von Urban beipflichten, welche die musikalische Kunstwerkstätte "Die Regierung" auszeichnet. 1999 hat er dieser sehr speziellen und überaus erfrischenden Musikkapelle ein gerahmtes Diplom bzw. eine Anerkennungs-Urkunde überreicht, mit den Worten: ICH HABE LEBENSLÄNGLICH NICHTS VON REGIERUNGEN GEHALTEN ... IHR SEID DIE EINZIGE, VOR DER ICH RESPEKT HABE. DANKE! (www.die-regierung.ch)

 

 

November 2016

V. Nabokov: LOLITA

Vladimir Nabokov, geboren 1899 in St. Petersburg, gestorben 1977 in Montreux, hat in seinem Roman "Lolita", der erstmals 1955 in Paris erschienen ist, das damals in weiten Teilen der Welt geltende Tabu der Pädophilie behandelt. Die ersten vier Verleger, welche "Lolita" vorgesetzt bekommen hatten, waren - nach Nabokovs eigenen Angaben - ob dem Manuskript derart schockiert gewesen, dass so gut wie keiner von ihnen das Werk zu Ende hatte lesen wollen. Nabokovs Hauptprotagonist, der 40-jährige Schweizer Schriftsteller Humbert Humbert, der im amerikanischen New Hampshire ausgerechnet in einem 12-jährigen Mädchen (Lolita) die Liebe seines Lebens findet! Der die Mutter dieses Nymphchens heiratet, um von nun an als ihr Stiefvater unauffälliger seine geistigen und fleischlichen Obsessionen ausleben zu können.

Was jene Verleger, welche den Stoff zuerst in Händen gehalten haben, aber ganz besonders aus der Fassung gebracht haben dürfte, ist die für damalige Verhältnisse ungeheure Tatsache, dass nicht der pädophile Humbert Humbert die Initiative für den ersten Geschlechtsverkehr zwischen ihm und Lolita ergreift, sondern vielmehr das zwölfjährige Mädchen. Nach einem mehrwöchigen Aufenthalt in einem Sommerlager, in welchem die noch unschuldige Lolita von einem gleichaltrigen Jungen 'nach ein bisschen Rummachen' entjungfert worden ist, weiss die Kindfrau die spürbare sexuelle Anspannung ihres Stiefvaters erstmals nicht nur zu kanalisieren, sondern vielmehr zu erwidern. Dabei macht Nabokov unmissverständlich klar, dass Lolitas eben erst aufgeblühte sexuelle Neugier rein spielerischer Natur und ihre diesbezüglichen ersten Erfahrungen somit keineswegs verwerflich sind. Schliesslich ist Humbert Humbert nicht Lolitas leiblicher Vater, der 'Inzest' ist als solcher nicht in vollem Mass geltend, ebenso wenig wird die krankhafte Neigung der Pädophilie von dem erst 12-jährigen Kind erkannt und also verstanden. Nein, Lolita gefällt ganz einfach das Maskuline an Humbert Humbert, die Aufmerksamkeit eines männlichen Erwachsenen, der auf ihre kindlich-pubertäre Aufmüpfigkeit gelassen reagiert; sie selbst hat ihren leiblichen Vater früh verloren. Das äussere Erscheinungsbild des schändlichen, krankhaften Triebtäters namens Humbert Humbert beschreibt Nabokov überdies als distinguiert und ausnehmend gutaussehend. Ausserdem ist Humbert Humbert nicht zuletzt wegen seines ausländischen Charmes bei den amerikanischen Frauen beliebt und gern gesehen, ein Blickfang, um nicht zu sagen, er gilt als eine besonders gute Partie. Seine in französicher Sprache dargebrachten Phrasen mögen auf die angelsächsischen Frauen eine spezielle aphroditische Wirkung haben. Auch Lolitas Mutter, Mrs. Haze, hat sich ihn ihn verliebt, deren Untermieter er zu Beginn des Romans geworden ist.

Nabokov hat das schlechte Verhältnis zwischen Mutter und Tochter deutlich hervorgehoben sowie den Umstand, dass die neue Anwesenheit eines eleganten, gutaussehenden Untermieters im Haus ausschlaggebend ist für allerlei Meinungsverschiedenheiten. Mutter und Tochter mutieren zu eigentlichen Rivalinnen, wobei Humbert Humbert die Aufdringlichkeit der Mutter nur wegen seiner insgeheimen Anbetung für Lolita erträgt. Der nächste Schritt ist die Heirat mit der Mutter bzw. das eifrige Vertuschen seiner tatsächlichen Gefühle, indem Humbert Humbert seinen ehelichen Pflichten zumindest in den ersten Wochen 'diensteifrig' nachkommt. Aber das heile Bild währt nicht lange. Nachdem berechtigte Zweifel Mrs. Haze dazu veranlassen, im versteckten Tagebuch ihres Schweizer Ehemannes nach bestimmten Antworten zu suchen, wird Humbert Humbert erstmals vollumfänglich vor der Leserschaft demaskiert. Die unglückliche Mrs. Haze stirbt wenig später, in ihrer Verzweiflung wird sie vor dem eigenen Haus von einem Auto angefahren, wobei Humbert Humbert kurz zuvor noch erfolglos den Versuch unternommen hat, die ihn belastenden privaten Tagebucheinträge als 'Ideen-Fragmente' seines neuen Romans zu erklären. Nabokovs Buch hat hier schlagartig eine ungeahnte Wendung genommen, und das Resultat macht einen staunen: Humbert Humbert hat den tragischen Unfalltod seiner ungeliebten Frau zu einem nicht geringen Teil selbst verschuldet. Der erhaltene morbide Lohn dafür ist die Garantie, dass niemand von seiner krankhaften Neigung und Liebe zu Lolita erfahren wird ... 

Der Löwenanteil des Romans befasst sich mit Humbert Humberts und Lolitas jahrelanger Fahrt (Flucht) durch Nordamerika:

Zumindest am Anfang funktioniert die intime Beziehung des ungleichen Paares; man könnte sogar sagen, sie bringt für eine ganze Weile Stabilität in das Leben der beiden ungleichen Individuen. Lolita ist nach wie vor wesentlich mehr Kind als Frau, jedoch auch stolz auf ihre feminine und offenbar erotische Ausstrahlung. Es dauert aber nicht lange, bis die sich wiederholenden Annäherungsversuche ihres Stiefvaters bzw. sein grosser sexueller Appetit ihr keinen Spass mehr machen. Sie hat vielfach 'vom selben Honig genascht' und ist bereit für eine Veränderung. Was für Humbert Humbert so verheissungsvoll begonnen hat, wird ihm wegen Lolitas sexueller Verweigerung je länger je mehr zur Qual. Er wird zum Erpressten, muss sich ihre Umarmungen teuer erkaufen, wissend, dass er ihr vollkommen hörig ist. Gleichzeitig wächst seine Eifersucht auf jeden lebenden Mann, der Lolitas Aufmerksamkeit auf sich zieht, und so ist denn auch der Mord, den Humbert Humbert gegen Ende seiner eigenen Aufzeichnungen beschreibt, weniger auf seine Liebe zu Lolita gemünzt als vielmehr ein Akt der Eifersucht und des Besitzanspruchs, obwohl Lolita ihn längst verlassen und (vorerst) ohne sein Wissen mit einem anderen Mann ein neues Leben begonnen hat. 

"Lolita" ist ein ungemein mutiges Werk. Wenn man den Roman liest, sollte man ihn unter dem Licht der gängigen Konventionen der Neunzehnhundertfünfzigerjahre betrachten. Das prüde Amerika jener Zeit ist auf Nabokovs Roman nicht vorbereitet gewesen, und jenes Amerika, welches der Bigotterie weniger erlegen ist, hat hinsichtlich Nabokovs Buch im Gegenteil nach mehr Sex verlangt. Einer jener Verleger, die das Manuskript seinerzeit in Händen hielten, warf dem damals 56-jährigen Russen vor, den erotischen Aspekt zu früh fallengelassen und den Faden sexueller Anzüglichkeit nicht konsequent bis zum Ende des Buches umgesetzt zu haben. Damit meinte er wahrscheinlich seine eigene Absicht, die Öffentlichkeit nach dem ersten Aufschrei der Entrüstung mittels unverblümt hingekritzelter Pornographie doch noch für das Buch zu begeistern, und sei es auch nur hinter verschlossenen Türen und zugezogenen Vorhängen.

Bliebe zu sagen, dass Nabokov sicherlich seine Hausaufgaben gemacht hatte, bevor er den Protagonisten Humbert Humbert zu beschreiben begann. Was für eine Aufgabe das gewesen sein muss! Wer sich an Kindern vergeht, wird selbst in der heutigen Zeit, mehr als 60 Jahre nach der Erstveröffentlichung von "Lolita", von der Mehrheit als krankhafter Perversling verschrien, eine mehr als berechtigte Ansicht, der ich mich - wenigstens teilweise - anschliesse. Aber Nabokov war mutig genug, auch auf die inneren Qualen und das seelische und geistige Elend hinzuweisen, den schwelenden Konflikt, der den Lebensweg eines pädophilen Menschen prägen mag. Auch Humbert Humbert macht den Versuch, Lolita durch eine neue Beziehung mit einer erwachsenen Frau zu vergessen. Eine Zeitlang ist es so etwas wie Liebe und eine nützliche Therapie, doch zuletzt kehrt die Neigung wieder mehr und mehr an die Oberfläche zurück. Wie ein Feuer, das in der Dunkelheit immer weiter schwelte und eines Tages von Neuem hell auflodert. Menschen wie Nabokovs Humbert Humbert sind für unsere westlichen Begriffe von vornherein gestraft und verloren. Sie zu verdammen ist einfach. Sie zu therapieren bedeutet allerdings einen neuerlichen Schritt ins Ungewisse. 

A.B. 

 

 

Oktober 2015

Die Bücher von Hunter S. Thompson können im wahrsten Wortsinn süchtig machen. Was im Grunde nicht überrascht, denn Thompson selbst war ein Süchtiger. In seinem Leben (dem er 2005 mit 67 wohlüberlegt selbst ein Ende setzte) spielten Drogen bzw. grenzenlose Exzesse eine wichtige Rolle.
Doch der Mann konnte ungeachtet seines Lebensstils schreiben - oder vielleicht gerade deswegen! Das wurde von seinen späteren Arbeitgebern schnell einmal bemerkt; folglich wurde Thompson als Reporter/Journalist gerne geduldet, so etwa vom Rolling Stone-Magazin, vielleicht gerade weil seine Feder scharf war und er Kritik nicht zuletzt an fragwürdigen politischen Schachzügen übte, wo die meisten anderen seiner Zunft wegen einer angeborenen Hemmschwelle weitaus zartere Worte benutzten. Ein Beispiel: Den umstrittenen Wahlsieg von George W. Bush im Jahr 2000 bezeichnete Thompson als "die brutalste Machtergreifung seit Hitler 1933 den Reichstag niederbrannte und sich zum neuen Chef von Deutschland erklärte."
Thompson war in den USA vor allem wegen seiner Reportagen bekannt. Er war der Erfinder des sogenannten "Gonzo-Journalismus". Seine Romane bekamen erst durch die Verfilmung seines Werks Fear And Loathing In Las Vegas (mit seinem Freund Johnny Depp in der Hauptrolle) was sie wirklich verdienen: Aufmerksamkeit.
Ich habe zunächst Fear And Loathing In Las Vegas gelesen, danach The Rum Diary. Beide Romane, so verschieden sie inhaltlich und stilistisch sind, glänzen durch einen grossen Unterhaltungswert. Beschreibt der erstgenannte Roman eine super-chaotische, von allerlei Drogen bestimmte Reise nach Las Vegas, lässt Thompson die Leserschaft von `The Rum Diary` in das Puerto Rico der späten 1950er Jahre eintauchen, wo eine US-amerikanische Zeitung vergeblich um ihr Überleben kämpft, ganz ähnlich wie die zu jeder Tages- und Nachtzeit trinkenden Reporter, welche für dieselbe Zeitung arbeiten. Ich selbst konnte nicht anders, ich musste beim Lesen dieses Buches einen Rumvorrat anlegen. Vor allem Thompsons Dialoge haben es mir angetan; sie sind aus dem Leben gegriffen, ungekünstelt, und sie geben all die Emotionen trefflich wieder, mit denen seine Protagonisten zu kämpfen haben. Hier empfiehlt es sich unbedingt, das englische Original zu lesen, wird man doch fast pausenlos mit Ausdrücken beschenkt, die ihren Witz, ins Deutsche übersetzt, völlig einbüssen oder gar ganz verlieren. Wie Zeitungsboss Lotterman gegen Ende von `The Rum Diary` so schön sagt: "Your damn tootin`!"

Dezember 2014

Cervantes und sein Don Quijote von der Mancha (1. Teil, erstmals erschienen im Jahr 1605 in Madrid, und 2. Teil, erstmals erschienen 1615 ebenda), von mir gelesen in der neuen Übersetzung von Susanne Lange.

Spaniens Nationaldichter muss hier nicht extra vorgestellt werden. Speziell mit seiner Figur `Don Quijote` hat er ein geistiges Wunder-Werk geschaffen, das dank seiner sprühenden Originalität und Beliebtheit auch nach 400 Jahren eines der am meisten gelesenen der Weltliteratur darstellt.

Mehr als 20 Jahre lang ist es meine Absicht gewesen," Das Buch der Bücher", den `Don Quijote` zu lesen, bis ich es gegen Ende 2014 endlich doch geschafft habe. Einmal begonnen, bin ich aus dem Staunen und Lachen fast nicht mehr herausgekommen. Cervantes´ Ideenreichtum, wie er es mit den Wahnvorstellungen seines traurigen Helden (hervorgerufen durch dessen intensive Auseinandersetzung mit fantastischen Ritterromanen) immer wieder kunstvoll auf die Spitze treibt, sucht auch heute seinesgleichen. Alleine das verbale Hin und Her, das er und sein `Knappe`, der einfache, aber äusserst schlagfertige Bauer Sancho Panza, sich regelmässig liefern, ist ein Hochgenuss. Seite um Seite schüttelt man den Kopf ob dem nächsten Scharmützel, welches Don Quijote für seine imaginäre Geliebte, Dulcinea von Toboso, unbedingt ruhmreich für sich entscheiden will, jedoch fast immer mit Blessuren und grösster Niedergeschlagenheit bezahlt. Und Panza, der nicht wenige der Blessuren mit seinem Herrn teilt (da er von seiner Intelligenz und Güte ebenso sehr eingenommen ist, wie von seiner Verrücktheit), erhofft sich bald nur noch entweder die sichere Heimkehr oder das ihm versprochene Eiland, das Don Quijote ihm für seine treuen Dienste in Aussicht gestellt hat. Gerade dieser Sancho Panza, bei dem Cervantes die Weisheit des einfachen, ungebildeten Mannes in höchster Vollendung zur Geltung gebracht hat, ist es denn auch, was mich im Nachhinein am meisten an der Geschichte fasziniert.

Man könnte endlos über den `Don Quijote` referieren, etwa darüber, ob der Wahn des Helden auch tatsächlich lustig ist oder einfach nur ein Drama, an dem wir uns mehr oder weniger schadenfreudig ergözen. Sicher ist: Man lässt den Helden gegen Ende des 2. Teils nicht gerne los bzw. gehen, und noch weniger gefällt es einem, den wieder zu Verstand gekommenen Alonso Quijano sterben zu sehen.

Wohlgemerkt, und so steht es unter dem Begriff `Editionsgeschichte`: ... Eine verlässliche, eindeutige Textgrundlage des `Don Quijote von der Mancha` gibt es nicht. So sind einige Stellen des 1. und 2. Teils z.B. der Zensur durch die Inquisition zum Opfer gefallen; anderes wurde in sprachlicher Hinsicht verfälscht oder gar neu interpretiert. Was nicht weiter verwunderlich ist  bei einem Werk, welches 400 Jahre auf dem Buckel hat und in all den Jahren auf verschiedenen Kontinenten immer wieder neuen Herausgebern in die Hände gefallen ist!

Ich kenne nur Susanne Langes´ Übersetzung, mit der sie übrigens während fünf Jahren beschäftigt gewesen ist. Dieses sprachlich absolut überzeugende Ergebnis ihrer mühevollen Arbeit an Cervantes´ grossartigem Werk möchte ich nach Möglichkeit in weiteren 10 bis 20 Jahren noch einmal geniessen bzw. verschlingen.

Eine absolute Bereicherung für jung und alt.

 

September 2014

Das Buch ´Wer einmal aus dem Blechnapf frisst´ von Hans Fallada. Der Autor konnte wie so oft aus eigener Erfahrung sprechen, als er diesen 1934 erschienenen Roman über einen (ehemaligen) Häftling namens Willi Kufalt schrieb. Der Titel des Buches lässt den Ausgang der Geschichte mehr als nur erahnen, und so kommt es denn auch: Aus der fünfjährigen Haft entlassen, bemüht sich der immer noch junge Kufalt zwar nach Kräften, in der normalen Gesellschaft wieder Fuss zu fassen, einer geregelten Arbeit nachzugehen, eine Frau zu finden und mit ihr eine Familie zu gründen; doch muss er wegen den vielen Hürden, welche als Folge seiner Knastvergangenheit automatisch seinen Weg behindern, bald einsehen, dass der Knast ihn nie ganz loslassen wird. Folglich gerät Kufalt abermals auf die schiefe Bahn, und diese einmal eingeschlagen, versinkt er nach kurzem Höhenflug schnell immer tiefer im Sumpf der Verzweiflung ...

Es ist ein ziemlich hoffnungsloses Bild, das Fallada mit dem Beispiel seines Willi Kufalt zeichnete. Berührend ist das tiefe Verständnis Falladas für die einzelnen Schicksale der Verurteilten, die sich doch sehr oft ernsthaft bemühen, einen besseren Weg einzuschlagen, trotzdem sie, wie sie selbst wissen, nur geringe Chancen auf einen Wiedereinstieg in ein normales Alltagsleben haben. Bewegend ist Falladas Schilderung des ehemaligen Häftlings, der durch sein Scheitern erneut im Gefängnis landet und sich bedingungslos in sein Schicksal fügt, indem er der Leserschaft das Gefühl vermittelt, als sei er nach langer vergeblicher Mühsal endlich wieder in seinem einzig wahren Zuhause angekommen.

 

September 2014

´Fahrenheit 451´: Nach eigenen Aussagen hat Ray Bradbury dieses Buch, das 1953 erstmals in den USA erschien, geschrieben, um auf das zunehmende Desinteresse an der Literatur hinzuweisen, welches seiner Meinung nach die breite Bevölkerung durch den Siegeszug des weit verbreiteten Fernsehens an den Tag legte. Dabei gelang dem amerikanischen Science Fiction-Autor ein Werk, das sechzig Jahre nach seiner Entstehung mindestens so authentisch ist wie damals. In der Gesellschaft, wie Bradbury sie beschrieb, ist oberflächliche und breitenwirksame Unterhaltung alles. Die Bevölkerung wird gezielt vom (Weiter-)Denken abgelenkt, indem sie nicht nur zu Hause, sondern auch an allen öffentlichen Plätzen ununterbrochen mit seichten, ´glücklich machenden´ Programmen manipuliert wird. Die Menschen dieser Gesellschaft haben jedweden Ehrgeiz verloren, mechanisch geht man seiner Arbeit nach, befriedigt durch die Gewissheit, dass es keine Überlegenheit des Individuums mehr gibt. Dieser Dämmerzustand der Bevölkerung wird nicht zuletzt dadurch aufrecht erhalten, indem der Besitz und das Lesen von Büchern als fatales Verbrechen geahndet wird. An dieser Stelle tritt Bradburys Haupt-Protagonist, der Feuerwehrmann Guy Montag, auf den Plan: Montag, der von Berufs wegen lange Jahre Bücher verbrannt hat, anstatt Brände zu löschen, wird eines Tages Zeuge, wie eine Frau sich lieber zusammen mit ihren Büchern verbrennen lässt, als diese unwiederbringlich zu verlieren; es ist für Montag ein traumatisches Erlebnis, das ihm gleichzeitig die Augen öffnet ... 

Beim Lesen dieses Romans sind Parallelen zur heutigen Zeit feststellbar, vielleicht mindestens so stark wie zur Zeit seiner Entstehung. Dem Siegeszug des tragbaren/mobilen Telefons ist jener des Smartphones/ I-Phones gefolgt. Wo beginnt das Vergnügen, der freie Wille, sich ein solches Gerät zuzulegen, und wo der Zwang? Man könnte sagen, es ist ein Siegeszug der Unachtsamkeit; so wird z.B. der mündliche Dialog durch wichtige und unwichtige SMS usw. ersetzt, wobei die Gerätschaften, welche die jetzige Gesellschaft nutzt, ebenso sehr ein Prestige-Objekt zu sein haben. Was die heutige Technologie der Menscheit bringt, daran scheiden sich die Geister. Sicher ist: Früher war nicht alles besser, aber manches schon. Ob etwas gelungen ist oder nicht, ist seinerzeit weniger von technischen Gerätschaften abhängig gewesen; was den direkten, zwischenmenschlichen Dialog im nahen Umfeld, worin wir uns hauptsächlich bewegen, gefördert hat. Heutzutage gilt längst: Zeige mir dein mobiles Telefon, und ich sage dir, wer du bist.

 

August 2014:

Habe soeben ´Die grossen Erzählungen´ von Joseph Roth gelesen (erschienen beim dtv Verlag), darunter auch den ´Leviathan´, Roths Geschichte vom Korallenhändler Nissen Piczenik, welche ich schon vor Jahren las, und die mir gut in Erinnerung geblieben ist. Der Titel dieser Buchausgabe verspricht nicht zuviel: Es ist ein grossartiger Sammelband, lauter Geschichten, die das Herz rühren und den Geist während des Lesens in eine längst vergangene Zeit entführen. So geht es mir mit allen Werken von Joseph Roth. Er gehört zweifellos zu meinen absoluten Favoriten. Seine Bücher sind nicht selten voll von einer Art Traurigkeit, die für mich etwas Unwiderstehliches hat. Seine Protagonisten trauern nicht selten Vergangenem nach; sei es einer verlorenen Monarchie, einer verlorenen Liebe oder einer früheren Tätigkeit, deren Ausübung nicht länger möglich ist; sie fühlen sich nicht heimisch im hier und jetzt. Ich frage mich oft, wie es Joseph Roth ums Herz war, während er diese seine Geschichten zu Papier brachte, brenne jedoch nicht darauf, es am eigenen Leib zu erfahren.

 

Gelesen, geschaut und gemocht, nebst anderen:

 

Dirk Bonsma — Ding Dong

Charles Bukowski — Das Liebesleben der Hyäne, Barfly, Fuck Machine …

T. Coraghessan Boyle — The Road to Wellville, Wassermusik 

William S. Burroughs — Junkie

Truman Capote — In Cold Blood 

Cervantes: Don Quijote von der Mancha (Teil 1 und Teil 2, Übersetzung von Susanne Lange, dtv)

Daniel Defoe — Robinson Crusoe 

Charles Dickens — Oliver Twist

Fjodor M. Dostojewskij — Die Brüder Karamasov, Dämonen, Der Spieler

Alexandre Dumas — Der Graf von Monte Christo 

Friedrich Dürrenmatt — Das Versprechen, Der Richter und sein Henker

Umberto Eco — Der Name der Rose, Die Insel des vorigen Tages

Hans Fallada — Jeder stirbt für sich allein, Der Trinker. Wer einmal aus dem Blechnapf frisst. Kleiner Mann — Was nun?

Max Frisch — Homo faber

Günther Grass — Die Blechtrommel, Hundejahre

Urban Gwerder — Im Zeichen des magischen Affen 

Joseph Heller — Catch—22, Picture this

Ernest Hemingway — Tod am Nachmittag, Wem die Stunde schlägt, Der alte Mann und das Meer …

Thor Heyerdahl — KonTiki 

Victor Hugo — Der Glöckner von Notre Dame.

Aldous Huxley — The Doors Of Perception, Heaven And Hell, Brave New World

Nikos Kazantzakis — Freiheit oder Tod, Alexis Sorbas

Gottfried Keller — Der grüne Heinrich

Jack Kerouac — On the Road, The Town and the City

Harper Lee — Wer die Nachtigall stört ... 

Jack London — König Alkohol, Der Seewolf, Burning Daylight, In der Brandung, Aus der Südsee …

Gabriel García Márquez — Liebe in den Zeiten der Cholera. Hundert Jahre Einsamkeit

Herman Melville — Moby Dick, Israel Potter, Bartleby, der Schreiber

Harry Mulisch — Die Entdeckung des Himmels, Siegfried 

Vladimir Nabokov — Lolita 

George Orwell — 1984

Per Petterson — Pferde stehlen

Edgar Allan Poe — Der Rabe, Das Fass Amontillado, Der Fall Valdemar …

Erich Maria Remarque - Im Westen nichts Neues, Zeit zu leben und Zeit zu sterben

Joseph Roth — Radetzkymarsch, Die Kapuzinergruft, Hotel Savoy, Hiob …

Hansjörg Schertenleib: Cowboysommer

Mary Shelley — Frankenstein

Bram Stoker — Dracula

Jonathan Swift — Gullivers Reisen

Hunter S. Thompson: Rum Diary, Fear And Loathing In Las Vegas. Hell's Angels, Kingdom Of Fear

Leo Tolstoi — Krieg und Frieden, Die Kreutzersonate, Auferstehung, Anna Karenina …

Anton Tschechov — Die Insel Sachalin

Mark Twain — Die Arglosen im Ausland, Huckleberry Finn, Der berühmte Springfrosch von Calaveras …

Jules Verne — 20 000 Meilen unter dem Meer, Die Eissphinx

HG Wells — Die Zeitmaschine, Wenn der Schläfer erwacht, Menschen Göttern gleich